Martin Brundle zur Trennung Ferrari und Arrivabene

Von Mathias Brunner
Formel 1
Martin Brundle und Maurizio Arrivabene

Martin Brundle und Maurizio Arrivabene

​Die erste Arbeitswoche begann mit einem Paukenschlag: Ferrari verlängerte den Vertrag mit Maurizio Arrivabene nicht und beförderte Mattia Binotto zum Teamchef. Was Ex-GP-Pilot Martin Brundle dazu sagt.

Am 7. Januar bestätigte Ferrari: Maurizio Arrivabene ist die längste Zeit Ferrari-Teamchef gewesen, neuer starker Mann am Ruder in Maranello ist der bisherige Technikchef Mattia Binotto. Arrivabene selber hatte eine solche Rochade wochenlang als «Fake News» bezeichnet. Aber immer wieder kursierte im Fahrerlager, dass bei Ferrari das Haussegen schief hänge und es einen Machtkampf zwischen Arrivabene und Binotto gebe.

Bei der Autosport International Show in Birmingham ist Martin Brundle für ein Podiumsgespräch auf die Bühne gebeten worden. Der 59jährige Engländer, in 158 WM-Läufen gestählt, sagt zum Erdbeben bei Ferrari: «Ich will nicht, dass meine Einschätzung zu persönlich wird, denn wenn du nicht innerhalb eines Rennstalls arbeitest, dann weisst du vieles nicht mit Sicherheit. Aber klar ist uns auch von aussen aufgefallen: Es stimmt einfach etwas nicht.»

«Ich erinnere an Situationen wie in Hockenheim, als Vettel nur deshalb so unter Druck geriet, weil Ferrari davor im Rennen nicht das Richtige getan hatte. Dann rutschte er von der Bahn, und ab diesem Moment rieselte ihm die WM-Chance durch die Finger wie Sand.»

«Es gibt noch andere Situationen. Etwa, als Ferrari das Windschattenfahren in Monza versemmelte.» Damals gingen die Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel in einer zuvor festgelegten Reihenfolge auf die Bahn, statt Kimi in den Dienst von Seb zu stellen. Ergebnis: Der Finne eroberte die Pole, nicht Vettel, und so wurde der Deutsche angreifbar, es kam zur Kollision mit Lewis Hamilton. Brundle: «Gewisse Dinge, die Ferrari hätte tun müssen, wurden einfach nicht getan.»

Was sagt Brundle, Sportwagen-Weltmeister 1988 und heute Sky-TV-Experte, zum neuen starken Mann Binotto? «Mattia hat einen exzellenten Ruf als Techniker, er ist zweifellos ein Leader. Aber als Teamchef ist er jetzt auch Blitzableiter. Er muss ganz vorne stehen. (Brundle schmunzelt.) Er muss mit bösen, schrecklichen Menschen wie mit mir reden. Er wird Rede und Antwort stehen müssen, wieso die Dinge gut gelaufen sind oder eben nicht. Das ist ein ganz anderer Job und eine neue Herausforderung.»

«Ich weiss von Leuten wie Ross Brawn, die mit Binotto gearbeitet haben, dass er im Team hoch angesehen wird. Ich bin davon überzeugt, dass er für 2019 ein gutes Auto auf die Räder stellen wird, in Sachen Chassis und auch punkto Motor. Dann kommt es auf die Fahrer an. Wenn Sebastian Vettel und Charles Lecerc einen so guten Job machen, wie sie das zweifellos können, dann wird das Leben bei Ferrari unter Mattia Binotto leichter.»

Formel 1 2019

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31. März: Bahrain, Sakhir
14. April: China, Shanghai
28. April: Aserbaidschan, Baku
12. Mai: Spanien, Barcelona
26. Mai: Monaco, Monte Carlo
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23. Juni: Frankreich, Le Castellet
30. Juni: Österreich, Spielberg
14. Juli: Grossbritannien, Silverstone
28. Juli: Deutschland, Hockenheim
4. August: Ungarn, Budapest
1. September: Belgien, Francorchamps
8. September: Italien, Monza
22. September: Singapur, Singapur
29. September: Russland, Sotschi
13. Oktober: Japan, Suzuka
27. Oktober: Mexiko, Mexiko-Stadt
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17. November: Brasilien, São Paulo
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