Team-Duelle 2019: Was Vettel und Hülkenberg blüht

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Hülkenberg und Sebastian Vettel

Nico Hülkenberg und Sebastian Vettel

​So viel ändert sich in der Formel 1, aber das bleibt gleich: Der erste Gegner ist immer der Stallgefährte. Wir sagen, wie sich die Stars 2018 schlugen und was ihnen in der kommenden Saison blüht.

Wer in der Formel 1 weiterkommen will, muss durch überragende Leistungen auf sich aufmerksam machen. Abgesehen von den Piloten der drei Top-Teams hatte jedoch in den vergangenen Jahren kein Pilot das richtige Werkzeug, um in der Königsklasse zu siegen. Für die Fahrer jener sieben anderen Grand-Prix-Rennställe geht es darum, den aufsässigsten aller Gegner zu schlagen, den Feind im eigenen Lager, den Teamgefährten.

Nach der Formel-1-WM 2018 wollten wir wissen: Wer konnte glänzen, wer versagte? Und was dürfen wir von den Duellen 2019 erwarten? Wir gucken in den Rückspiegel und wagen einen Blick in die Kristallkugel.

Wir haben dazu nicht nur die Quali-Duelle der 21 GP-Wochenenden herangezogen, sondern auch die Leistungen der Fahrer im Rennen verglichen. Allerdings haben wir dabei nur jene Grands Prix eingerechnet, in welchen beide Piloten die Zielflagge gesehen haben (zum Teil gelten Fahrer als gewertet, wenn sie zwar keine karierte Flagge gekreuzt, aber eine gewisse Anzahl Runden absolviert haben). Natürlich verzerren Ausfälle das Pech. Klar gibt es Rennen, in welchen ein Pilot ohne Verschulden von einem übermütigen Rivalen von der Bahn geräumt worden ist. «Aber Glück und Pech gleichen sich im Laufe einer Saison aus», weiss Sebastian Vettel.

Mercedes
Lewis Hamilton – Valtteri Bottas
Abschlusstrainings 15:6
Rennen 17:3
Hamilton liess dem Finnen keine Chance. Bottas steht mit dem Rücken zur Wand. Nach einer sieglosen Saison und WM-Rang 5 muss Valtteri eine markante Leistungssteigerung zeigen, um seinen Platz im Silberpfeil für 2020 zu behalten. Aussicht für 2019: Für Bottas eher trübe, denn Lewis Hamilton ist in der Form von 2018 der stärkste Fahrer im Feld.

Red Bull Racing
Daniel Ricciardo – Max Verstappen
Abschlusstrainings 6:15
Rennen 3:8
Ricciardo seilte sich zu Renault ab. Der Australier wusste genau: Verstappen wird von Jahr zu Jahr stärker. Daher muss sich auch RBR-Neuling Pierre Gasly warm anziehen. Aussicht für 2019: Verstappen wird die Oberhand behalten, auch wenn Gasly zwischendurch ein Ausrufezeichen setzen kann.

Ferrari
Sebastian Vettel – Kimi Räikkönen
Abschlusstrainings 17:4
Rennen 10:6
Kimi Räikkönen zeigte mit WM-Rang 3 und dem Sieg in Austin, dass noch Feuer in ihm brennt. Aber das war zu wenig, um den Platz neben Vettel zu behalten. Der im Sommer 2018 verstorbene Ferrari-Chef Sergio Marchionne wollte für 2019 den jungen Charles Leclerc im Ferrari sehen, und Nachfolger John Elkann hat das umgesetzt. Aussicht für 2019: Vettel sollte aufgrund seiner Erfahrung die Nase vorn haben, aber der hochbegabte Leclerc wird ihm mit der Zeit lästig werden.

Force India
Sergio Pérez – Esteban Ocon
Abschlusstrainings 5:16
Rennen 5:9
Wenn ein Mann wie Ocon keinen Stammplatz mehr bekommt, dann zeigt das, wie krank die Formel 1 ist. Der Franzose hat 2018 besser abgeschnitten als Pérez, gehen musste er trotzdem. Aussicht für 2019: Der Mexikaner erhält Lance Stroll als neuen Teamgefährten und wird aufgrund seiner Routine leichtes Spiel mit dem Kanadier haben.

Williams
Sergey Sirotkin – Lance Stroll
Abschlusstrainings 8:13
Rennen 8:8
Der Moskauer Sirotkin hat sich gegen Stroll beachtlich aus der Affäre gezogen. Aber das reichte nicht, um einen Platz zu behalten. Da Stroll von seinem Papa zu Force India gezogen wird, wurden zwei Plätze frei im englischen Traditionsteam. Aussicht für 2019: Rückkehrer Robert Kubica muss höllisch aufpassen, denn der junge George Russell ist einer der begabtesten Nachwuchsfahrer.

McLaren
Fernando Alonso – Stoffel Vandoorne
Abschlusstrainings 21:0
Rennen 14:2
Superstar Fernando Alonso hat Vandoorne in Grund und Boden gestampft, aber die Lust auf Formel 1 ist ihm vergangen. Also fährt McLaren in neuer Besetzung. Aussicht für 2019: Carlos Sainz wird gegenüber GP-Neuling Lando Norris die Nase vorn haben, mittelfristig wird ihm der Engländer aber gefährlich werden.

Toro Rosso
Pierre Gasly – Brendon Hartley
Abschlusstrainings 15:6
Rennen 8:4
Sportwagen-Weltmeister Hartley hat zu wenig gezeigt, um sich das Toro-Rosso-Ticket erneut zu lösen. Gasly rückte zu Red Bull Racing hoch. Aussicht für 2019: GP-Rückkehrer Daniil Kvyat sollte gegen Neuling Alex Albon die Nase vorn haben.

Haas
Romain Grosjean – Kevin Magnussen
Abschlusstrainings 11:10
Rennen 6:8
Das war auch Duell auf Augenhöhe zwischen dem Genfer und dem Dänen, mit leichten Vorteilen für Magnussen, der eindrucksvoller WM-Neunter geworden ist. Aussicht für 2019: Wenn Grosjean seine Fehlerquote nicht in den Griff bekommt, bleibt Kevin der stärkere Mann.

Renault
Nico Hülkenberg – Carlos Sainz
Abschlusstrainings 13:8
Rennen 8:4
Der Emmericher Nico Hülkenberg hatte den Madrilenen Sainz im Griff. Seit Jahren rühmen wir alle die Stärke von Hülkenberg. Aussicht für 2019: Jetzt muss sich zeigen, wie gut Nico wirklich ist, denn sein neuer Stallgefährte Daniel Ricciardo ist siebenfacher GP-Sieger und der vielleicht beste Angreifer im Feld. Wer immer hier den Kürzeren zieht, dessen Aktienkurs wird fallen.

Sauber
Marcus Ericsson – Charles Leclerc
Abschlusstrainings 4:17
Rennen 4:9
Der Monegasse Charles Leclerc machte nach kurzer Eingewöhnungsphase mit dem Schweden kurzen Prozess. Das brachte ihm für 2019 einen Platz bei Ferrari ein. Ericsson wurde überflüssig, weil Ferrari den jungen Antonio Giovinazzi ins Auto setzt und weil Kimi Räikkönen nach Hinwil zurückkehrt. Aussicht für 2019: Kimi Räikkönen wird Giovinazzi zermürben.

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