Jacques Villeneuve über Mercedes: Lob und Vorwurf

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Weltmeister Jacques Villeneuve kritisiert, dass Esteban Ocon kein GP-Cockpit hat: «Es ist Fakt, dass Ocon von Mercedes blockiert wird.» Aber er sagt auch: «Ohne Mercedes wäre Ocon nie so weit gekommen.»

Esteban Ocon ist in der Formel 1 zwischen Stuhl und Bank gefallen. Der 22jährige Franzose wurde bei Force India überflüssig, weil Sergio Pérez einen neuen Vertrag erhielt und der neue Mitbesitzer Lawrence Stroll seinen Sohn Lance im zweiten Auto sehen wollte. Claire Williams entschied sich für ein Fahrerduo aus Robert Kubica und George Russell. Die Teamchefin ahnt, dass sie Ocon für die Saison 2020 verloren hätte – wenn der WM-Achte von 2017 möglicherweise Nachfolger von Valtteri Bottas im Silberpfeil wird.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff beteuert, dass er seinem Junior Esteban Ocon ein gutes Cockpit 2020 organisieren wird. Als klar wurde, dass auch bei Williams kein Platz für Ocon sein würde, meinte der Wiener: «Wir sind vorbereitet und haben einen Plan B für Esteban. Ich kann euch garantieren, dass er 2020 in einem guten Auto sitzen wird, denn da sind viele Teams, die ein Interesse an Esteban bekundet haben.»

Mangels Grand-Prix-Cockpits ist Ocon in der Saison 2019 dritter Mann bei Mercedes-Benz, er ist Reservist, wenn Lewis Hamilton und Valtteri Bottas nicht einsatzfähig sein sollten, und er sitzt regelmässig im Rennsimulator.

In der Sendung «Super Moscato Show» von RMC hat Jacques Villeneuve das Programm «Feed Racing France» präsentiert. Es soll jungen Piloten helfen, die Motorsportleiter hochzuklettern, obschon sie finanziell nicht gut dastehen.

Dabei spricht der elffache GP-Sieger über Mercedes, es gibt Lob und Tadel. Der Formel-1-Champioin von 1997 findet: «Esteban Ocon ist dank Mercedes in die Formel 1 gekommen. Aber gleichzeitig ist es Tatsache, dass Ocon von Mercedes blockiert wird, um woanders hinzugehen. Das ist wohl die Kehrseite der Medaille, das Gesetz des Stärkeren. Doch Ocon hatte die Gelegenheit, ohne finanzielle Hilfe Formel 1 zu fahren, das ist atemberaubend. Darauf kann er wirklich stolz sein.»

Dem Kanadier ist es ein Dorn im Auge, dass Talent alleine in der Regel nicht genügt, um es in in den GP-Sport zu schaffen. Im «Journal de Montréal» vertieft er: «Heute ist die Mitgift wichtiger als die Begabung. Ich habe jetzt einige Jährchen im Fahrerlager verbracht. Vielleicht sehe ich das Problem inzwischen klarer, weil ich selber Kids habe. Es gibt viele Eltern, die zu mir kommen und sagen: „Wie kann ich meinem Sohn weiterhelfen?“ Ich antworte dann jeweils: “Sagen Sie ihm, er solle etwas Anderes machen.“ Ich weiss, das ist eine schreckliche Antwort, aber ich kann die Menschen doch nicht anlügen.»

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