Ferrari-CEO Louis Camilleri: 2019 muss WM-Titel her!

Von Mathias Brunner
Formel 1
Louis Camilleri (rechts) mit Kimi Räikkönen in Monza 2015

Louis Camilleri (rechts) mit Kimi Räikkönen in Monza 2015

​Der italienische Sportwagenhersteller Ferrari hat die Verkaufszahlen 2018 offengelegt. Dabei spricht Ferrari-CEO Louis Camilleri auch über die Formel 1: «Das Ziel ist klar – 2019 muss der WM-Titel her!»

Ferrari darf sich über gute Zahlen freuen: 2018 wurden 9251 Sportwagen verkauft, das sind 853 mehr als im Vorjahr, was einem Zuwachs von 10,2 Prozent entspricht. Ferrari gibt einen Reingewinn von 787 Millionen Euro an, bei einem Nettoumsatz von 3,4 Milliarden Euro.

Bei der üblichen Telefonkonferenz zur Veröffentlichung der Zahlen hat Ferrari-CEO Louis Camilleri (63) unter Anderem gesagt, dass noch in diesem Jahr 2019 ein neuer Hybrid-Sportwagen präsentiert wird und ein vollelektrischer Ferrari frühestens 2022 komme. Camilleri hat auch über das Formel-1-Engagement von Ferrari gesprochen. Der britisch-amerikanische Manager sagt: «Wir haben 2018 das beste Ergebnis seit unserem letzten WM-Gewinn erzielt. Das Ziel ist klar – 2019 muss der WM-Titel her! Wir werden unsere Ausgaben erhöhen, um diesen Ehrgeiz zu untermauern.»

Der letzte WM-Titel eines Ferrari-Fahrers geht auf Kimi Räikkönen 2007 zurück, den Konstrukteurs-Pokal hat Ferrari letztmals 2008 gewonnen.

So wurde Louis Camilleri Ferrari-CEO

Nachdem John Elkann seinen langjährigen Wegbegleiter Sergio Marchionne in Zürich besucht hatte, wusste der Verwaltungsrats-Chef des Fiat/Chrysler-Konzerns: Er musste schnell handeln. Marchionnes Zustand war in die Hoffnungslosigkeit abgerutscht. Am 25. Juli 2018 blieb das Herz des Fiat-Sanierers stehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Elkann den Konzern neu aufgestellt – er hatte jene Änderungen vorgezogen, die für 2019 und 2002 ohnehin vorgesehen waren.

Auf den Posten des CEO von Fiat/Chrysler setzte Elkann den Engländer Mike Manley, zuvor für die Marke Jeep verantwortlich. Der neue Vorstands-Chef von Ferrari heisst Louis Carey Camilleri. Neuer Ferrari-Präsident ist John Elkann selber, Enkel der Industrie-Legende Gianni Agnelli. Elkann ist auch Präsident von Fiat.

Der 1955 in Alexandria geborene Camilleri war früher Chef des Tabakmultis Philip Morris International. Er hatte an der Universität von Lausanne (Schweiz) Wirtschaft studiert, verdiente sich seine Sporen als Wirtschafts-Analyst, 1978 wechselte er zu Philip Morris Europa. Er hielt verschiedene Posten in Europa und im Mittleren Osten, ab Dezember 1995 vertiefte er seine Erfahrungen als Präsident und CEO von Kraft-Lebensmittel. Ein Jahr später kehrte er zu Philip Morris zurück, im Range eines Vizepräsidenten und Finanzchefs. 2002 wurde er zum Philip-Morris-CEO befördert, wo er über sieben der zwanzig meistverkauften Zigarettenmarken der Welt wachte. Durch die langjährige Verbindung zwischen Philip Morris und Ferrari (über die Marke Marlboro) brachte er sich als Ferrari-Chef ins Gespräch.

Camilleri war immer klar, dass er in grosse Fussstapfen tritt. Er würdigte Sergio Marchionne: «Ein teurer Freund, ein Mensch von enormer Begabung, mit einem brillanten Verstand ausgerüstet – voller Energie, mit einem grossen Herzen, eine formidable Führungspersönlichkeit. Ich war ihm in tiefem und gegenseitigem Respekt verbunden. Ich teile die Ziele, die Sergio Marchionne für Ferrari verfolgt hat, aber ich habe einen anderen Stil.»

Über das Sponsoring-Abkommen zwischen Ferrari und Philip Morris sagt Camilleri: «Wir haben einen Vertrag bis Ende 2020. Wir arbeiten nun seit 45 Jahren zusammen, zum beiderseitigen Nutzen, und ich kann mir gut vorstellen, dass das auch so weitergeht.»

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