Max Verstappen: Wieso die neuen Regeln nichts ändern

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Nach dem ersten Test mit dem Red Bull Racing RB15-Honda und vor dem Beginn des Wintertests: Max Verstappen zum Kräfteverhältnis in der Formel 1, über seinen Stallgefährten Pierre Gasly und Honda.

Max Verstappen hat vom fünffachen Formel-1-Champion Lewis Hamilton im vergangenen Jahr viel Lob bekommen. «Max hat gezeigt, dass er Rennen gewinnen kann, und natürlich kann er mit dem richtigen Rennauto ein Wörtchen mitreden bei der Vergabe des WM-Titels.» Die Mutter aller Fragen: Bilden Red Bull Racing und Honda eine Gemeinschaft, die stark genug ist, um regelmässig Rennen zu gewinnen? Darauf und auf Anderes haben wir den Niederländer angesprochen.

Max, mit welchen Erwartungen gehst du in die neue Saison?

Da ist immer abhängig davon, was Auto und Motor zu leisten vermögen. Es hängt vom Zusammenspiel aller Faktoren zusammen. Auch Funktionstests und Wintertests sagen nicht alles. Letztlich ist es meistens so, dass wir nur beim Saisonauftakt einen aussagekräftigen Anhaltspunkt erhalten, wenn sich alle unter identischen Bedingungen in Australien messen. Und wo die Saison hinführt, das zeichnet sich oft erst nach einigen Rennen ab.

Wie läuft es bislang mit Honda?

Das entwickelt sich sehr gut, aber wir alle wissen, dass du in der Formel 1 zum Erfolg vor allem Zeit brauchst. Es wäre unklug zu denken, dass alles vom ersten Rennen an perfekt sein wird. Ich weiss, dass auf uns Momente zukommen, die nicht so laufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir werden als Team Fehler machen. Wichtig ist, dass wir beim Chassis und Honda beim Motor in Sachen Entwicklung Vollgas geben. Was ist bislang von Honda gesehen habe, erfüllt mich mit viel Zuversicht.

Was wird das neue Aero-Reglement bewirken?

Die veränderten Frontflügel sind die grösste Änderung. Der Flügel ist breiter geworden und weniger komplex als früher. Dies alles, um dem Verfolger das Attackieren einfacher zu machen. Ich bin mir noch nicht so sicher, ob das auch wirklich funktioneren wird. Aber was ich weiss: Sich an die neuen Verhältnisse anzupassen, das ist für alle eine Herausforderung. Wir haben auch ein paar Liter mehr Sprit zur Verfügung, und der Heckflügel ist auch anders geworden. Alles in allem glaube ich jedoch nicht, dass diese Änderungen den Sport auf den Kopf stellen. Die Autos bauen aber noch immer jede Menge Abtrieb auf und sind zu breit, um richtig guten Rennsport zu bieten. Und was das Überholen angeht: Es gibt nun mal Strecken, wo das schwieriger ist, Auto hin oder her.

Wer 2018 kein gutes Jahr gehabt hat, der wird 2019 besser aufgestellt sein, weil sie aus ihren Fehler etwas gelernt haben. Jene Teams, die in der vergangenen Saison stark waren, werden auch in den kommenden Monaten konkurrenzfähig sein. Unterm Strich erwarte ich im Feld ungefähr das gleiche Kräfteverhältnis.

Was erwartest du von deinem neuen Stallgefährten Pierre Gasly?

Dass wir zusammen die Entwicklung vorwärtstreiben bei Red Bull Racing-Honda. Witzig ist, dass wir schon gegeneinander Kart gefahren sind, und einige Jahre später sind wir nun zusammen in der Formel 1.

Ihr seid im Schnitt nur 22 Jahre alt. Welche Rolle spielt das?

Das ist weder ein Nachteil noch ein Vorteil. Ich habe jetzt vier Grand-Prix-Saisons hinter mir, da kannst du dich auf deine Erfahrung verlassen. Pierre hat zwar nur etwas mehr als eine Saison hinter sich, aber unser Team ist so routiniert, dass er jede Hilfe bekommt, sollte er sie brauchen. Klar hat ein Pilot mit 30 Jahren erheblich mehr Erfahrung. Aber das bedeutet nicht, dass er ein solches Auto schneller fahren kann.

Eine treue Fangemeinde begleitet dich. Was bedeutet das für dich?

Vor allem in Spa-Francorchamps und Österreich sind jeweils ganz viele Landsleute mit dabei. Ihre Unterstützung macht dich nicht schneller, aber es zaubert ein Lächeln auf meine Lippen.

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