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Langjähriger Rennleiter: Porsche trauert um Peter Falk (93)

Mehr als drei Jahrzehnte war Peter Falk als Ingenieur und Rennleiter eine prägende Figur in der Motorsportgeschichte von Porsche. Nun ist er mit 93 Jahren gestorben. Ein Nachruf auf eine Ikone.

Jonas Plümer

Von

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Mehr als drei Jahrzehnte lang prägte Peter Falk als Ingenieur und Rennleiter die Motorsportgeschichte des Unternehmens. Er war an zahlreichen Erfolgen und Entwicklungen maßgeblich beteiligt. Am 23. Januar 2026 ist er im Alter von 93 Jahren gestorben.

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Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG trauert um Peter Falk. Der ehemalige Ingenieur und Rennleiter ist am 23. Januar 2026 im Alter von 93 Jahren gestorben. In seinen mehr als 30 Jahren verantwortete Falk viele Triumphe des Sportwagenherstellers aus Zuffenhausen – darunter große Erfolge auf den wichtigsten Rennstrecken dieser Welt. «Wir trauern um Peter Falk und sind in Gedanken bei seiner Familie », sagt Dr. Michael Steiner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Vorstandes für Forschung und Entwicklung bei der Porsche AG. «Er war mehr als ein Ingenieur und Rennleiter. Er war ein Visionär und Wegbereiter – und der Marke Porsche immer eng verbunden.» Porsche würdigt sein Wirken für die Marke mit tiefer Anerkennung.

Peter Falk wird am 27. November 1932 als Sohn eines Archäologen in Athen geboren. Nach einer Lehre als Autoschlosser studiert er Maschinenbau mit Schwerpunkt Kraftfahrzeugtechnik in Stuttgart. Schon früh ist er an Fortbewegung auf dem Land und Technik interessiert, weshalb der Weg in den Motorsport konsequent erscheint. Als 23-Jähriger bestreitet er seine erste Rallye als Co-Pilot seines Nachbarn und Werkstattinhabers Alfred Kling. Die beiden erzielen den Klassensieg. Es folgen Triumphe bei der Rallye Genf und der Internationalen Deutschland Rallye 1957 sowie ein sechster Platz beim Straßenrennen Lüttich-Brescia-Lüttich.

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Im Jahr 1959 beginnt er als einer von nur zehn Mitarbeitenden im Fahrversuch bei Porsche. Fünf Jahre später wechselt Falk in die Vorentwicklung und Rennbetreuung, verhilft unter anderem dem Elfer zum Fahren. Bei der Rallye Monte Carlo 1965 sitzt er als Co-Pilot neben Herbert Linge beim ersten internationalen motorsportlichen Einsatz eines Porsche 911. Das Duo war sich bereits im Jahr 1951 bei der Deutschen Schwarzwaldfahrt im Wettbewerb begegnet, damals noch auf Motorrädern. Die Rallye beenden sie auf Platz fünf des Gesamtklassements – als eines von nur 22 Fahrerteams, die das Ziel erreichten, von ursprünglich 237, die sich auf den Weg nach Monte Carlo gemacht hatten. Eine bemerkenswerte Leistung für das Wettbewerbsdebüt des 911.

In den folgenden Jahrzehnten prägt Falk die Geschichte des Unternehmens mit. Er führt den Porsche 911 auf Rennstrecken zu weltweitem Erfolg und treibt die Entwicklung vieler Modelle voran, vom 904 bis hin zum 917 für Rundstrecken und Bergrennen. Von 1973 bis 1981 wirkt er als Versuchsleiter in der Serienentwicklung der Baureihen 911, 924 und 928. Damit prägt er die technische Ausrichtung der Marke auch abseits der Rennstrecke. Außerdem verantwortet er in seiner Funktion als Rennleiter wichtige Erfolge des Porsche 956/962 in der Gruppe C. Unter seiner Führung als Rennleiter gelingen Porsche in den 1980er-Jahren sieben Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und elf Weltmeistertitel. Zu den weiteren Triumphen seiner Karriere zählen beeindruckende fünf Gesamtsiege in Daytona und zwei Gesamtsiege bei der Rallye Paris-Dakar in den Jahren 1984 und 1986. Unter seiner Leitung feiert Porsche zahlreiche Erfolge im Rennsport. Für ihn selbst zählten der Sieg in Le Mans 1982 wie der Erfolg bei der Rallye Paris-Dakar 1984 zu seinen persönlichen Höhepunkten.

Ende der 1980er-Jahre leitet Peter Falk bis 1992 die Fahrwerkentwicklung und ist an der Neuentwicklung der vierten Generation des 911 (993) beteiligt. Regelmäßige Teilnahmen an Renneinsätzen lässt sich der ehemalige Rennleiter und Leiter der Rennentwicklung natürlich nicht nehmen.

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Bei Rennfahrern, Kollegen und Mitarbeitern gilt Falk als außergewöhnlicher Theoretiker und Praktiker zugleich, der stets den Teamgedanken über persönliche Anerkennung stellt, getreu seinem Motto: «Ich habe immer gesagt, ich bin selber gar nichts, aber mein Team muss gut sein. Und das ist das Wichtigste.» Auch renommierte Weggefährten wie Walter Röhrl und Hans-Joachim Stuck hoben seine Ruhe, Besonnenheit und seinen außergewöhnlichen Teamgeist hervor. Damit beschreiben sie, was viele an ihm schätzten: nicht nur seine technische Brillanz, sondern auch sein Menschsein und seinen feinen Sinn für Humor.

Nach dem Beginn seines Ruhestands im Jahr 1993 blieb der gebürtige Grieche dem Unternehmen eng verbunden. Viele Jahre stand er dem Team Porsche Heritage und Museum noch als Zeitzeuge und Interviewpartner zur Verfügung. Und auch auf renommierten Klassik-Veranstaltungen war er häufig zu Gast oder gar an der Organisation der ein oder anderen Oldtimer-Rallye beteiligt. Peter Falk hinterlässt seine Frau Ruth und eine Tochter.

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