Nico Hülkenberg (7.): Sprachprobleme bei Renault

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg

​Renault-Fahrer Nico Hülkenberg verlor im ersten Australien-Training viel Zeit, weil die Techniker gewissermassen nicht mit dem Auto reden konnten. Der Ärger des Le-Mans-Siegers hält sich in engen Grenzen.

Geduld ist jetzt nicht unbedingt die Stärke eines Formel-1-Piloten, und so sprach das Gesicht von Nico Hülkenberg Bände, als seine Kollegen im ersten Training auf dem Albert Park Circuit fleissig Runden drehte, während er an die Box gefesselte war – der Unterboden am Renault war entfernt, ein Spezialist war samt Laptop unters Auto gekrochen. Einer der Bordrechner weigerte sich, mit den Technikern zu kommunizieren und musste neu gestartet werden. Die Kommunikation zum Wagen war wegen eines Missverständnisses verlorengegangen, da gab es zwischendurch ein Reboot, das nicht hätte durchgeführt werden dürfen, was eine meiner alten Thesen untermauert – jedes technische Problem ist grundsätzlich ein menschliches Problem.

Nico blieb gelassen: «In der digitalen Welt geht es eben nicht ohne Bordrechner, also mussten wir das auf die Reihe bekommen und einen Reset machen. Das war kein guter Start, aber nachher kam ich üppig zum Fahren. Ich könnte jetzt nicht behaupten, dass ich vom Defekt schwer in Rückstand geworfen wurde. Um genau zu sein, war es mir fast lieber, dass so etwas am Morgen und nicht am Nachmittag passiert. Denn im ersten Training ist hier die Bahn stets schmutzig, du lernst in den zweiten 90 Minuten viel mehr, und da konnte ich zum Glück ja fleissig fahren.»

«Ich war ohne Erwartungen angereist, wo wir ungefähr liegen würden. Wichtig war mir, dass ich mich nicht nur in Barcelona im Wagen zuhause fühle, sondern auch auf einer Strecke wie Melbourne. Und das ist so. Die Dauerläufe waren gut, der Wagen hat wie erhofft reagiert. Die Abstände im Mittelfeld sind eng. Die Distanz zur Spitze ist mir noch nicht klar.»

«Die Arbeit mit Daniel läuft gut, auch wenn du dich auf deine Seite der Box konzentrierst. Aber wir haben bei Renault keine spanischen Wände, und alle Daten liefen offen. Dieser Tag war trotz des Elektronikdefekts ein guter Ausgangspunkt. Auf die ganzen Platzierungen würde ich jetzt nicht so viel geben. Dass ich am Ende vor Daniel liege, ist heute nicht so wichtig. Bei ihm ist der Renault-Schuh noch nicht perfekt eingelaufen, wenn du einen Rennstall wechselst, dann brauchst du immer eine gewisse Eingewöhnungszeit, da steckt Ricciardo noch mitten drin.»

«Ich glaube nicht, dass die ganzen Änderungen in Sachen Überholen viel ändern werden. Die Bremszonen sind so kurz und wir sind so schnell, ich wüsste nicht, wo einer da noch die Fahrzeugnase reinpressen soll. Wenn die Autos ungefähr gleich schnell sind, dann spürst du die Verwirbelungen noch immer deutlich.»

«Mein Fazit: Das hat Spass gemacht. Ich war froh, nicht mehr reden zu müssen, sondern endlich fahren zu können. Jetzt warte ich mal aufs Qualifying, dann werde auch ich ein wenig schlauer, was das Kräfteverhältnis angeht.»

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