Jolyon Palmer zu Crash Charles Leclerc: «War ja klar»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Jolyon Palmer sagt nach dem GP-Wochenende in Aserbaidschan über den Unfall von Ferrari-Fahrer Charles Leclerc: «War ja klar, dass es krachen würde.» Was der frühere Renault-Werksfahrer damit meint.

Jolyon Palmer ist in der Formel 1 nur 35 WM-Läufe alt geworden, dann wurde er bei Renault vor dem Texas-GP 2017 gegen Carlos Sainz ausgewechselt. Seither ist der 28jährige Engländer dem GP-Sport als Formel-1-Experte für die BBC verbunden geblieben und schreibt neuerdings auch eine Kolumne auf der offiziellen Formel-1-Seite. Da hat der WM-17. von 2017 über den Unfall von Ferrari-Fahrer Charles Leclerc in Baku geschrieben: «War ja klar, dass es krachen würde.» Pardon? Was meint der Brite damit?

Palmer holt ein wenig aus: «Diese Kurve 8 ist eine der tückischsten Kurven in der ganzen Saison, und die Vorkommnisse vom vergangenen Wochenende haben das bestätigt. Der grösste Opfer war Charles Leclerc. Er war eigentlich der schnellere Ferrari-Fahrer, aber auf der mittelharten Mischung in Q2 hat er es verbockt und ist in die Mauer gerasselte. Es ist sehr leicht, dort zu patzen, und Ferrari hat Charles die Aufgabe gewiss nicht erleichtert, indem sie ihn mit dem härteren Pirelli auf Zeitenjagd schickten.»

«Aber von einem Top-Fahrer würden wir einen solchen Fehler nicht erwarten. Charles hätte ja nur unter die zehn Schnellsten fahren müssen, um den Sprung in Q3 zu schaffen.»

«Sein Stallgefährte Sebastian Vettel hatte in der Runde zuvor dort einen gefährlichen Schlenker, nachdem er zu früh eingelenkt hatte. Das alles zeigt, wie sehr die Ferrari-Fahrer am Limit balancierten.»

«Diese Szenen beweisen mir auch, wie sehr sich diese zwei Fahrer gegenseitig antreiben. Wenn du Kurve 8 perfekt hinbekommst, kann das ein stattlicher Gewinn sein. Wenn du die Daten deines Stallgefährten studierst, dann ist das eine jener Kurven, in welcher du dir einen Vorteil erarbeiten willst. Die alte Faustregel gilt: In langsamen Kurven kannst du mehr Rundenzeit gutmachen als in schnellen Bögen.»

«Der Unfall zuvor von Robert Kubica in Q1 war ähnlich wie der Fehler von Vettel, nur war jener des Polen grösser, und damit waren die Konsequenzen gravierender. Er hängte auch vorne links an, dann ging es geradeaus in die Mauer. Das alles sieht nach dummen Fehlern auf, aber die Fahrer versuchen eben auf Strassenkursen mehr und mehr herauszuholen. Das kann dazu führen, dass sie am Eingang einer Kurve anhängen, so wie wir das früher auch mit Max Verstappen in Monaco erlebt haben.»

Was der Engländer in seinen Zeilen verschweigt: 2017 steckte in Kurve 8 ein Renault in der Mauer, es geschah im zweiten freien Training: Am Lenkrad? Ein gewisser Jolyon Palmer.

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