Mercedes in Spielberg: Nicht alles lief nach Plan

Von Rob La Salle
Formel 1
Lewis Hamilton kassierte nach dem Spielberg-Qualifying eine Strafe

Lewis Hamilton kassierte nach dem Spielberg-Qualifying eine Strafe

Das Mercedes-Team musste im Qualifying von Spielberg eine Strafe gegen Lewis Hamilton hinnehmen. Auch auf Valtteri Bottas’ Seite lief nicht alles nach Plan. Trotzdem erwartet man einen harten Spitzenkampf.

Lewis Hamilton wird den neunten WM-Lauf auf dem Red Bull Ring vom vierten Startplatz in Angriff nehmen, müssen. Der fünffache Champion liess sich im Abschlusstraining von Spielberg zwar die zweitschnellste Rundenzeit notieren, weil er im ersten Qualifying-Segment aber Kimi Räikkönen im Weg stand, bekam der Mercedes-Star eine Strafversetzung um drei Startplätze aufgebrummt. Schwacher Trost: Durch die Rückversetzung von Haas-Pilot Kevin Magnussen vom fünften auf den zehnten Platz verringert sich diese auf zwei Positionen.

Auch auf der anderen Seite der Box verlief das Qualifying zum Österreich-GP nicht nach Plan: Ein Kommunikationsproblem führte dazu, dass sich Valtteri Bottas bei seinem letzten Versuch nicht mehr verbessern konnte. «An diesem Nachmittag lief nicht alles nach Plan», seufzte Mercedes-Chefingenieur Andrew Shovlin nach dem Ende der Zeitenjagd denn auch. «Schon früh war klar, dass uns etwas Speed fehlte und aufgrund der Streckenveränderung in der ersten Session mussten wir ein zweites Mal raus, um unsere Position abzusichern», räumte er ein.

«Wir wollten das Rennen auf den mittelharten Reifen beginnen, da wir glauben, dass diese mit den heissen Bedingungen morgen etwas besser klarkommen werden. Zudem bieten sie uns etwas mehr Flexibilität bei der Länge des letzten Stints», erklärte der Ingenieur, und wunderte sich: «Wir wussten, dass wir auf den Geraden etwas Zeit auf Ferrari verlieren würden, aber der Performance-Vorteil, den wir normalerweise in den Kurven haben, schien zu verpuffen. Deshalb sahen wir hier nie wie ein echter Anwärter auf die Pole aus.»

«Wir hätten hier und da noch etwas verbessern können, da unser Qualifying normalerweise runder verläuft als heute», übte sich Shovlin in Selbstkritik fügte aber auch eilends an: «Ich bin mir jedoch nicht sicher, dass sich die Startaufstellung dadurch dramatisch verändert hätte. Zumindest lässt das auf ein spannendes Rennen hoffen.» Für ihn steht fest: «Es wird ein harter Kampf an der Spitze und mit Blick auf die Rennsimulation vom Freitag scheinen Ferrari, Red Bull Racing und wir ziemlich ausgeglichen zu sein. Wir müssen schnell genug sein, um sie unter Druck zu setzen. Wenn uns das gelingt, haben wir alle Chancen, das Rennen zu gewinnen.»

Auch Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff gestand unumwunden: «Wir konnten schon auf den ersten Versuchen im Q1 erkennen, dass wir uns diesmal etwas im Hintertreffen befunden haben. Deshalb mussten wir uns heute Nachmittag unseren Weg durch jeden Qualifying-Abschnitt kämpfen. Wir wussten bereits vor dem Wochenende, dass diese Piste für uns schwierig werden würde, weil die Streckencharakteristik derzeit nicht zu unseren Stärken zählt. Im letzten Qualifying-Teil gab es einige Kämpfe um den Windschatten, den wir diesmal gebraucht haben, weil uns aktuell der Speed auf der Geraden fehlt. Deshalb war es unsere beste Chance, unsere Situation zu verbessern.»

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