Mattia Binotto (Ferrari): «Das ist völlig falsch»

Von Mathias Brunner
Christian Horner, Mattia Binotto und Claire Williams

Christian Horner, Mattia Binotto und Claire Williams

​Die Formel-1-Führung hat den Teamchefs klargemacht: Sie wollen in der kommenden GP-Saison 2020 ein Mammutprogramm von 22 Grands Prix durchziehen. Die Begeisterung der Teamchefs hält sich in Grenzen.

Jedes GP-Wochenende trifft sich die Formel-1-Führung mit den zehn Teamchefs, es geht um einen anhaltenden Gedankenaustausch. In Hockenheim haben Formel-1-CEO Chase Carey und F1-Geschäftsleiter Sean Bratches den Teamchefs erklärt – mit grosser Wahrscheinlichkeit werden wir in der nächsten Saison 22 WM-Läufe haben. Einen Lauf mehr erhalten wir so: Von heute 21 Rennen fällt Hockenheim weg, Zandvoort und Vietnam kommen dazu, die als Wackelkandidaten geltenden Barcelona und Mexiko hingegen bleiben nun doch.

Chase Carey hat den Rennställen sogar eröffnet, dass darüber nachgedacht werde, für die Saison 2021 das Programm auf 24 Rennen zu erweitern!

Vor dem Hintergrund von 22 Rennen für 2020 ist jetzt eine Diskussion entstanden um Fragen wie: Ist das mit nur drei Motoren pro Fahrer und Saison zu machen? Ist diese Mehrbelastung den Team-Mitgliedern zuzumuten? Die Motorenfrage ist für Kundenrennställe wie zum Beispiel Williams elementar: Ein Motor mehr bedeutet auch mehr Kosten.

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto in Ungarn: «Wenn ein 22. Rennen bedeutet, dass mehr Geld in unsere Kasse kommt, dann unterstützen wir das. Aber gleichzeitig werfen wir ein argwöhnisches Auge auf die zusätzlichen Kosten. Aus meiner Sicht ist es völlig falsch, die Anzahl der Triebwerke zu erhöhen, wenn wir mehr Rennen haben. Das würde die Kosten in die Höhe treiben und ist sinnlos. Es liegt an den Motorherstellern, sich so vorzubereiten, dass ein WM-Programm aus 22 Rennen oder gar 24 Grands Prix zu stemmen ist.»

Claire Williams gibt zu bedenken: «Was ich auf gar keinen Fall wiedersehen will, das sind drei Rennen innerhalb von drei Wochen, wie wir es 2018 hatten. Bislang haben wir von der Formel-1-Führung die Zusage, dass es dies nicht mehr geben wird. Diese drei Rennen haben viele Leute ausgelaugt, und aus logistischer Sicht war es eine Katastrophe.»

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner fügt hinzu: «Der Schritt zu vier Motoren pro Fahrer und Saison ist für mich nur auf eine Weise machbar – indem wir die Testfahrten vor und innerhalb der Saison kürzen. Wenn wir auf diese Weise einen zusätzlichen Motor erhalten, den die Teams ohnehin eingesetzt hätten, dann wäre das ein Lösungsweg.»

«Aber ich sehe ja schon in diesem Jahr, wie nach der Sommerpause die ganzen Strafversetzungen kommen, wegen des Einbaus zusätzlicher Motorteile. Und wir stehen erst kurz nach Saisonhalbzeit. Ich finde, ein Rennen mehr zu veranstalten und bei drei Triebwerken zu bleiben, das ist etwas viel verlangt.»

Grundsätzlich müssen die Teamchefs zustimmen, wenn die Formel-1-Führung das WM-Programm ausbauen will.

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