Johnny Herbert: Ferrari? Hamilton-Kritik korrekt, aus Fehler nichts gelernt
Hätte Ferrari den Australien-GP gewinnen können? Noch immer gibt die Strategie der Italiener zu reden. GP-Sieger Johnny Herbert (61) kann verstehen, wieso Lewis Hamilton nicht einverstanden war.
Hat Ferrari beim WM-Auftakt in Melbourne den Sieg verschenkt? Unverständnis im Fahrerlager, als die Italiener bei einer frühen virtuellen Safety Car-Phase kein Auto an die Box brachten.
Später meinte Ferrari-Teamchef Fred Vasseur, unterm Strich sei Mercedes zu stark gewesen, um sie in Australien zu bügeln, aber der nagende Verdacht bleibt bei vielen Tifosi: Da wäre für Ferrari mehr drin gewesen.
Der dreifache GP-Sieger Johnny Herbert sagt beim Portal Snabbare: «Es ist eigentlich recht einfach – bei 90 Prozent aller Fälle, wenn es eine Safety Car-Phase gibt, ob virtuell oder komplett, bringst du deine Autos zum Reifenwechsel, sobald die Boxengasse geöffnet ist – weil alle Anderen dann mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. Tust du das nicht, schenkst du bei einer virtuellen Safety Car-Phase 15 Sekunden her.»
Herbert: «Dann war Ferrari erledigt»
«Ab diesem Zeitpunkt war Ferrari de facto erledigt. Lewis Hamilton sagte völlig korrekt am Funk: ‘Wir hätten das aufteilen können. Warum haben wir die Strategie nicht geteilt?‘»
«Das war eine fürchterliche Entscheidung von Ferrari. Wieder einmal. Sie scheinen einfach nicht in der Lage zu sein, sich im Rennen auf die jeweilige neue Situation einzustellen, was wir hingegen bei Red Bull Racing und Mercedes ständig erleben. Sie stellen das Vorgehen nach Bedarf um.»
Dennoch gibt es von Herbert (WM-Vierter 1994) auch Lob: «Ihr gutes Renntempo ist derzeit wahrscheinlich der Schlüssel. Sie haben ein Auto, das sehr konkurrenzfähig gegen George war, wie wir in den allerersten Runden gesehen haben, und später konnten wir beobachten, dass Lewis einige schnelle Zeiten fahren konnte.»
«Sie haben wir wirklich gutes Rennauto. In der Qualifikation sah es anders aus. Da war der Abstand ziemlich gross. Das könnte sich in China ändern. Aber sie haben auf jeden Fall eine riesige Chance, Mercedes unter Druck zu setzen. Das Auto scheint Potenzial zu haben.»
«Es ist immer interessant, den Fahrern zuzuhören. Wir wussten, dass Lewis sich im letzten Jahr nicht besonders wohlgefühlt hat. Gleich in Australien schien er in einer viel besseren Verfassung zu sein. Das hat sich auch auf der Rennstrecke gezeigt. George und Mercedes müssen definitiv über die Schulter blicken, Ferrari ist eine echte Bedrohung.»
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