«Lass Charles vorbei»: Der Ferrari-Funk im Wortlaut

Von Andreas Reiners
Formel 1
Sebastian Vettel und Charles Leclerc

Sebastian Vettel und Charles Leclerc

Er sorgte für die Unterhaltung in der Startphase des Russland-GP: der Ferrari-Funkverkehr zwischen dem Team und Sebastian Vettel und Charles Leclerc. Wir haben ihn im Wortlaut.

Er hat für allerlei Diskussionen rund um den Russland-GP gesorgt: der Ferrari-Funkverkehr zwischen dem Team, Sebastian Vettel und Charles Leclerc. Wir haben die Funksprüche, beginnend kurz nach dem Start, notiert.

Ferrari an Leclerc: «Sebastian wird dich in der nächsten Runde vorbeilassen.»

Vettel: «Ich hätte ihn auch so gehabt. Lasst uns noch zwei Runden lang wegfahren. Lasst es mich wissen.»

Ferrari an Vettel: «Lass Charles vorbei.»

Vettel: «Dann sagt ihm, dass er aufschließen soll.»

Leclerc: «Ihr habt mich hinter ihn gebracht. Ich habe das alles respektiert. Wir sprechen später, aber jetzt ist es natürlich schwierig, die Lücke zu schließen.»

Ferrari an Vettel: «Er versucht die Lücke zu schließen. Lass ihn vorbei, er liegt 1,4 Sekunden hinter dir."

Ferrari an Vettel: «Wir schauen auf Plan C. Charles ist 1,9 Sekunden hinter dir.»

Ferrari an Vettel: «Du bist das schnellste Auto. Konzentrier dich, du machst es gut.»

Ferrari an Leclerc: «Charles, wir machen den Tausch etwas später. Lewis ist ein bisschen zu nah dran und wir wollen jetzt pushen. Wir werden es später machen, fokussiere dich einfach auf dein Rennen. Danke.»

Leclerc: «Ich verstehe das komplett. Es ist nur: Ich habe es respektiert. Ich habe euch den Windschatten gegeben, kein Ding. Aber dann habe ich zu Beginn des Rennens versucht zu pushen, dabei aber die Reifen überhitzt. Aber egal: kein Problem. Managt die Situation.»

Ferrari managte, holte Leclerc in der 22. Runde zuerst zum Boxenstopp herein. Runde für Runde schmolz nun der von Vettel herausgefahrene Vorsprung. Vier Runden nach Leclerc konnte auch der Deutsche seine Reifen wechseln und kam hinter Leclerc wieder auf die Strecke.

Ferrari an Leclerc (vor Boxenstopp): «Jetzt kannst du pushen.»
Vettel: «Meine Hinterreifen brechen ein.»

Ferrari an Vettel: «Unsere Sorge ist, dass Hamilton lange draußen bleibt. Rundenzeit Hamilton 8,8 (1:38,8 Minuten, Anm. d. Red.).»

Ferrari an Leclerc (während der Inlap von Vettel): «Wir müssen pushen.»

Vettel: «Ich habe keine MGU-K.»

Ferrari an Vettel: «Stell das Auto ab.»

Vettel: «Ernsthaft? Bringt die verdammten V12 zurück.»

Teamchef Mattia Binotto erklärte am Abend in Russland den Deal zwischen Vettel und Leclerc: «Wir wussten: Wir dürfen Hamilton auf keinen Fall einen Windschatten geben. Also sollte Charles vielmehr Seb nach vorne ziehen. Und Leclerc würde sich dabei nicht gegen Vettel wehren, der später seine Position zurückgeben sollte. Das war die Abmachung. Der Start der beiden Fahrer war ungefähr gleich, Seb konnte gleich an Hamilton vorbeigehen und war dann auf natürliche Art und Weise hinter Leclerc, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein. Er ging in Führung.»

Dann versuchte Ferrari, das zu wenden, nicht wahr? Mattia: «Das stimmt so nicht ganz. Der Start verlief wie geplant. Klar hatten dann die Fahrer unterschiedliche Ansichten darüber, wie das ablaufen sollte. Und ja, wir haben Seb angewiesen, den Platz herzugeben. Aber Vettel hat auch richtig argumentiert, dass Charles nicht nahe genug sei, um das ohne Zeitverlust zu vollführen. Dann zog Vettel vorne weg. Wir beschlossen, den Platzwechsel später vorzunehmen.»

Durch ein Unterschneiden von Leclerc? «Nein», erwidert Binotto. «Wir holten Charles früher rein, weil sein linker Hinterreifen zerschlissen war. Der Moment war einfach der richtige. Wenn wir beide Autos hereinholt hätten, dann wären wir angreifbar gewesen in Sachen Safety-Car. Also ließen wir Vettel draußen, um unsere Führung zu verteidigen. Dann meldete er, dass seine Reifen nachließen. Also holten wir auch ihn rein.»


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