Druck von Aston Martin? Wirbel um Vettel-Helm

Von Andreas Reiners
Im Rennen trug Sebastian Vettel nicht den Protest-Helm

Im Rennen trug Sebastian Vettel nicht den Protest-Helm

Sebastian Vettel protestierte in Montreal gegen den Teersandabbau in Kanada. Wirbel gab es um seinen speziellen Protest-Helm, den er im Rennen nicht mehr trug.

Sebastian Vettel musste sportlich in Kanada mal wieder einen Rückschlag hinnehmen, trotz eines vielversprechenden Beginns im Training verliefen Qualifying und Rennen ernüchternd, am Ende wurde der Deutsche Zwölfter und ging leer aus.

Genervt war der viermalige Formel-1-Weltmeister allerdings von den Fragen zu seinem Helm. Denn im Rennen trug er den Helm, mit dem er im Training und Qualifying gegen Teersandabbau in Kanada protestiert hatte, nicht mehr.

Wie es hieß, habe das Team Druck ausgeübt. Von einer Krisensitzung war bei Sky die Rede.

«Ich möchte nichts dazu sagen. Ich habe mehr als einen Helm», konterte Vettel die Frage. Auf Nachfrage, ob das auf Druck des Teams passiert sei, entgegnete er grinsend: «Noch irgendwelche anderen Fragen?». Was den Eindruck verstärkt, dass Sky Recht hat.

Teamchef Mike Krack wollte bei «auto motor und sport» von einer Einflussnahme aber nichts wissen. «Man hat in der Vergangenheit gesehen, dass solche Aktionen hauptsächlich am Freitag und Samstag liefen. Aber er darf natürlich frei entscheiden», sagte der Luxemburger.

Warum sich Vettel ausgerechnet beim Rennen, wo er die größte Aufmerksamkeit mit seinen Aktionen erzielt, gegen den Helm entschieden haben soll – unklar. Beobachter glauben, dass es politische Hintergründe gibt, denn Vettels Protest hatte zuvor für Ärger gesorgt.

Denn Vettel nahm in Kanada zuvor kein Blatt vor den Mund: «Das ist ein Horror für die Natur, so etwas sollte nicht erlaubt sein.» Der Heppenheimer trug am Kanada-GP-Wochenende ein T-Shirt mit der Aufschrift «Stoppt den Teersandabbau – Kanadas Klimaverbrechen», ab Freitag fuhr er mit einem besonderen Helm-Design, um auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Es geht um Ölförderung im Bundesstaat Alberta, westlich von Québec.

Diese Worte brachten Sonya Savage auf die Palme. Die 55-Jährige ist seit 2019 Energie-Ministerin von Alberta und twitterte: «Ich habe ja schon Einiges an Heuchelei erlebt im Laufe der Jahre, aber das übertrifft nun wirklich alles. Ein Rennfahrer von Aston Martin, dessen Team von der saudischen Ölgesellschaft Aramco unterstützt wird, beklagt sich über Ölsand.»

«Saudi Aramco ist der größte Ölförderer der Welt und angeblich der größte Produzent von Karbon-Emissionen seit 1965. Statt den Ölsand-Abbau zu verteufeln, sollten die Leute lieber mal auf ihren Karbon-Fußabdruck achten. Vielleicht mit Tretautos für die Formel 1?»

Vettel erwidert: «Dann bin ich halt ein Heuchler, wenn ich einen Job mache, den ich liebe, wenn ich aber gleichzeitig auf Umwelt-Belange hinweise. Wir werden alle von verschiedenen Leidenschaften getrieben, und ich werde mich nicht verbiegen.» Der Wirbel um seinen Helm bleibt trotzdem seltsam.

Kanada-GP, Montreal

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:36:21,757 h
02. Carlos Sainz (E), Ferrari, +0,993 sec
03. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +7,006
04. George Russell (GB), Mercedes, +12,313
05. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +15,168
06. Esteban Ocon (F), Alpine, +23,890
07. Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, +25,247
08. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo, +26,952
09. Fernando Alonso (E), Alpine, +29,945
10. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +38,222
11. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, +43,047
12. Sebastian Vettel (D), Aston Martin, +44,245
13. Alexander Albon (T), Williams, +44,893
14. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +45,183
15. Lando Norris (GB), McLaren, +52,145
16. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +59,978
17. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1:08,180 min
Out
Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, Crash
Mick Schumacher (D), Haas, Motor
Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, Getriebe

Fahrer-WM (nach 9 von 22 Rennen) 

01. Verstappen 175 Punkte
02. Pérez 129
03. Leclerc 126
04. Russell 111
05. Sainz 102
06. Hamilton 77
07. Norris 50
08. Bottas 46
09. Ocon 39
10. Alonso 18
11. Gasly 16
12. Magnussen 15
13. Ricciardo 15
14. Vettel 13
15. Tsunoda 11
16. Zhou 5
17. Albon 3
18. Stroll 3
19. Schumacher 0
20. Nico Hülkenberg (D) 0
21. Latifi 0

Stand Konstrukteurs-Pokal

01. Red Bull Racing 304 Punkte
02. Ferrari 228
03. Mercedes 188
04. McLaren 65
05. Alpine 57
06. Alfa Romeo 51
07. AlphaTauri 27
08. Aston Martin 16
09. Haas 15
10. Williams 3


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