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Formel-1-Kollegen fordern: Vettel soll weitermachen

Seit 2010 kämpft Sebastian Vettel als GPDA-Direktor für die Belange der Fahrer, vor allem beim Thema Sicherheit. Geht es nach den Kollegen, macht Vettel diesen Job trotz seines Rücktritts weiter.

Formel 1

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Wenn Sebastian Vettel für etwas brennt, dann kann es auch schon mal knallen - für die gute Sache. Dann gibt es für den viermaligen Formel-1-Weltmeister keine Alternativen, keine zwei Meinungen.

Dann setzt sich Vettel voll und ganz für die Sache ein. Wie zum Beispiel als Direktor der Grand Prix Drivers' Association (GPDA), der Formel-1-Fahrergewerkschaft.

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Als es Vettel in dieser Saison in Spielberg im Fahrermeeting zu sehr um unwichtige Themen drehte und es nur schleppend vorwärts ging, machte er seinem Ärger lautstark Luft und verließ anschließend den Raum. Was auch ein Statement ist.

Die Episode zeigt: Vettel nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um wichtige Themen geht, und dann kann der 35-Jährige auch schon mal undiplomatisch werden. Denn Politik machen, Kompromisse eingehen - vor allem beim Thema Sicherheit ist das für Vettel ein No-go.

Großartiger Botschafter

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Und das bereits seit 2010, denn so lange ist er GPDA-Direktor. An seiner Seite sind im Vorstand aktuell zudem die Direktoren George Russell (Mercedes) und Anastasia Fowle, die auch als Rechtsberaterin der Organisation fungiert. Vorsitzender ist der ehemalige Formel-1-Fahrer Alexander Wurz.

Nun wird Vettel seine Karriere in der Formel 1 nach dieser Saison beenden. Doch einige Kollegen wünschen sich, dass Vettel weitermacht - in der GPDA und als Kämpfer für die Belange der Fahrer.

Russell zum Beispiel durfte hinter den Kulissen bereits einige Meetings mit Vettel erleben "und dabei zeigte sich, wie viel er ganz generell und auch speziell über die Formel 1 weiß, auch was die technische Seite betrifft. Er ist ziemlich clever, aber in allererster Linie ist er einfach ein großartiger Kerl", sagte Russell.

Denn Vettel setzt sich nicht nur für die Fahrer der Königsklasse, sondern auch für den Nachwuchs ein. Williams-Pilot Nicholas Latifi nennt als Beispiel die sogenannten "Sausage-Kerbs", die hohen Randsteine auf den Rennstrecken.

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"Unsere Autos kommen da viel besser drüber als die Autos in den Junior-Kategorien. Und wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass sich einige Fahrer ziemlich schwer verletzt haben. Er ist immer der Erste, der sich dafür einsetzt und die Rennleitung dazu drängt, diese zu beseitigen", so Latifi.

Auch andere Piloten fühlen sich von Vettel bestens vertreten. "Vettel ist ein großartiger Botschafter aller Fahrer, der seine Stimme erhebt, wenn es um unsere Sicherheit geht und um alle Dinge, die ihm in Bezug auf die Fahrer nicht gefallen", lobte Alpine-Fahrer Esteban Ocon: "In dieser Hinsicht hoffe ich, dass er sich nicht zu weit vom Paddock entfernt."

Dafür will auch Formel-1-Boss Stefano Domenicali sorgen, denn der Italiener möchte Vettel in der Königsklasse halten. "Sebastian wird immer mit der Formel 1 verbunden sein. Natürlich wollen wir, dass der Draht auch in Zukunft eng bleibt. Wenn er Interesse hat, Teil unseres Systems zu werden und die Ansätze zueinander passen, würde ich ihn natürlich hier begrüßen", sagte Domenicali der Sport Bild. Welche Rolle das sein soll, ist aber noch nicht klar.

Ob Vettel überhaupt Lust darauf hat, ist ebenso unklar. Schließlich hat er mehr als einmal zum Ausdruck gebracht, dass er von den Verantwortlichen der Königsklasse enttäuscht ist.

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Selbst eine Formel-1-Rolle mit Bezug zum Thema Nachhaltigkeit scheint im Moment schwer vorstellbar. Und eine Fortsetzung als GPDA-Direktor auch, denn dann müsste Vettel auch nach seinem Rücktritt halbwegs regelmäßig zur Formel 1 reisen. Ein Grund für seinen Rücktritt ist aber seine Familie, mit der er mehr Zeit verbringen will.

Klar ist trotzdem: Die Fahrer wollen ihn halten. Vettel sei ein Typ, der oft einfach offen sage, was Sache sei, erklärte McLaren-Fahrer Daniel Ricciardo, "und das meine ich nicht auf aggressive Weise, er ist einfach sehr ehrlich und direkt". Man werde sehen, ob Vettel weitermache, so Ricciardo, der einst mit dem Heppenheimer für Red Bull fuhr: "Auf jeden Fall hat er einen hervorragenden Job gemacht."

Schwer zu ersetzen

Alfa Romeos Valtteri Bottas hat das Gefühl, "dass es ziemlich schwer ist, Seb in dieser Art von Rolle zu ersetzen, weil er so ist, wie er ist. Er ist wirklich direkt und umgeht die Dinge nicht. Er sagt die Dinge einfach so, wie sie sind und hinterfragt vieles lautstark." Auch wenn es dann für die gute Sache schon mal knallt.

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