Weiter zum Inhalt
Abo
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
  1. Start
  2. /
  3. Formelsport
  4. /
  5. Formel 1
  6. /
  7. News
Werbung
Long Beach 1976: Clay Regazzoni (Ferrari) unantastbar
​Es gab Tage, da war der Schweizer Clay Regazzoni einfach eine Klasse für sich. Der 28. März 1976, heute vor 48 Jahren, war ein solcher Tag – der Ferrari-Star fuhr in Long Beach die Gegner schwindelig.
Formel 1
Werbung
Werbung
Die englischen Journalisten hatten ihn aufgrund seiner scheinbaren Unverwundbarkeit in vielen Unfällen den "Unzerstörbaren" getauft – Gianclaudio "Clay" Regazzoni. Jahrelang hatte der Mann mit dem Gesicht eines verwegenen Seeräubers schlimmste Unfälle meist unverletzt überstanden.
Werbung
Werbung
Regazzoni war nach seinem Unfall in Long Beach 1980 querschnittgelähmt, aber er ließ sich von seiner Behinderung nicht unterkriegen. Mit einer Handgas-Vorrichtung fuhr er wieder Rennen und bestritt sogar die Rallye Paris–Dakar. Er gründete eine Fahrschule für Behinderte. Clay Regazzoni blieb dem Sport immer verbunden. Als GP-Experte der italienischen RAI nannte er die Dinge beim Namen, politische Korrektheit war ihm zuwider. Er fand, die Fahrer müssten weniger labern und mehr liefern. Wie eine Rennstrecke nach der anderen mit diesen enormen Sturz-Zonen entmannt wurde, das prangerte Regazzoni immer wieder an. Der frühere Ferrari-Teamchef Mattia Binotto sagte nach dem Tod von Niki Lauda im Mai 2019: "Als ich klein war, habe ich Niki Lauda und Clay Regazzoni für Ferrari siegen gesehen. Als Dreikäsehoch hat sich mir eingeprägt – das sind Männer ohne jede Furcht." Die Ferrari-Renaissance mit Lauda ab 1974 hätte es ohne Clay vielleicht nie gegeben. Denn es war Regazzoni, der Enzo Ferrari diesen jungen Wiener ans Herz gelegt hatte. Der Tessiner war 1973 an der Seite Nikis bei BRM gefahren und glaubte – der analytische Verstand des Österreichers sei für Ferrari ideal. Und so war es auch. Die Leistung von Regazzoni wird vor dem Hintergrund von Niki Laudas unermüdlicher Arbeit oft übersehen. Piero Ferrari, Sohn des legendären Firmengründers Enzo Ferrari: "Es gab Piloten, die besonders feinfühlig waren. Wer solche Antennen besass, der spürte sowohl Chassis wie Motor ganz intensiv. Niki Lauda war ein solcher Fahrer. Besonders sensibel war auch Clay Regazzoni. Er hat uns den leisesten Muckser des Autos mitgeteilt in Zeiten, als die Wagen noch nicht mit hunderten Sensoren gespickt waren." "In den Zeiten vor Echtzeit-Datenaufzeichnung brachte Clay ab und an ein Auto zurück, um festzuhalten: ‘Mit dem Triebwerk stimmt etwas nicht.’ Erst nachdem der Zwölfzylinder auseinander genommen war, zeigten sich Materialfehler oder Abnützungen, die ohne den Feinsinn von Clay zu schweren Motorschäden geführt hätten." Ferrari verplempert WM-Chance 1974 hat Ferrari die Titelchancen von Regazzoni verplempert, zu wenig standfest war das italienische Aggregat – ein Motorschaden ausgerechnet in Monza erwies sich als gravierender Rückschlag in jenem Monza-GP, da lag Clay in Führung, auf jener Bahn, wo er 1970 und 1975 triumphierte. Beim WM-Finale von Watkins Glen 1974 fuhr Clay mit einem jämmerlich abgestimmten Auto hinterher und wurde nur Elfter, Emerson Fittipaldi holte mit McLaren den Titel. Regazzoni trug am verlorenen Titel eine Mitschuld: Er schrottete sein gutes Chassis bei Tests in den USA, in aller Eile musste das Team einen neuen Wagen aufbauen, der nie optimal abgestimmt werden konnte. Clays damaliger Hauptgegner Emerson Fittipaldi erinnert sich so an den Schweizer: "Regazzoni war ein toller Typ abseits der Strecke, aber sobald er sein Visier schloss, veränderte er sich. Er war ein unglaublich aggressiver Fahrer und gab keinen Zentimeter nach." 132 Rennen, fünf Siege (darunter der erste GP-Erfolg des Williams-Rennstalls, 1979 in Silverstone), fünf Pole-Positions, 212 WM-Punkte und WM-Zweiter 1974 auf Ferrari; das ist die beeindruckende Bilanz von Clay Regazzoni, dem erfolgreichsten Schweizer Formel-1-Fahrer. Schicksalsstrecke Long Beach Long Beach war Regazzoni eine Schicksalsstrecke: Beim ersten Großen Preis der USA-West fuhr er am 28. März 1976 von der Pole-Position aus die Konkurrenz in Grund und Boden, das war keine Siegesfahrt, das war eine Machtdemonstration, samt bester Rennrunde. Niki Lauda kam 42 Sekunden später ins Ziel. Die Fahrer hinter Lauda, Depailler, Laffite und Mass wurden von Clay alle überrundet. Vier Jahre später beendete ein fürchterlicher Unfall auf dem kalifornischen Straßenkurs die 132 WM-Läufe lange Grand-Prix-Karriere von Clay, da war der Tessiner 40 Jahre alt, aber mit dem Kampfgeist und dem Ehrgeiz eines Formel-1-Neulings unterwegs. In einem ausfallreichen Rennen lag Regazzoni mit seinem Ensign bereits an vierter Stelle, als in seinem Wagen das Bremspedal brach. In einer Auslaufzone prallte der Renner des Südschweizers mit voller Wucht auf den liegengebliebenen Brabham von Ricardo Zunino und schlug dann in eine Betonmauer ein, die von Reifenstapeln kaum geschützt war. Regazzoni zog sich mehrere Knochenbrüche zu, schwere Verletzungen an der Wirbelsäule zwangen ihn fortan in den Rollstuhl. Im Grunde war es bei der Wucht des Crashes ein Wunder, dass er überhaupt überlebt hatte. Am 15. Dezember 2006 prallte der Südschweizer auf einer Schnellstraße im Westen von Parma am Lenkrad seines Chrysler Voyager mit dem Heck eines Lastwagens, der Wagen von Regazzoni krachte danach schwer in die Leitschienen, nach Angaben der Sachverständigen war der Rennfahrer auf der Stelle tot. Die genaue Unfallursache wurde nie geklärt: Straße und Sicht waren sehr gut, Regazzoni war nicht zu schnell gefahren, es gab kein Anzeichen für ein Versagen des Fahrzeugs oder für ein gesundheitliches Problem des Fahrers. Ein Rätsel. Clay Regazzoni liegt auf dem Friedhof von Porza begraben, nördlich von Lugano.
Werbung
Werbung
Schon gesehen?
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Weiterlesen

Themen
  • Formel 1
Aktueller StandVoller Stand
  1. Fahrer
  2. Konstrukteure
2026202520242023
Pos
Fahrer
Team
Punkte
1
George Russell
Mercedes-AMG Petronas Formula One Team
51
2
Kimi Antonelli
Mercedes-AMG Petronas Formula One Team
47
3
Charles Leclerc
Scuderia Ferrari HP
34
4
Lewis Hamilton
Scuderia Ferrari HP
33
5
Oliver Bearman
MoneyGram Haas F1 Team
17
6
Lando Norris
McLaren Formula 1 Team
15
7
Pierre Gasly
BWT Alpine Formula One Team
9
8
Max Verstappen
Oracle Red Bull Racing
8
9
Liam Lawson
Visa Cash App Racing Bulls Formula One Team
8
10
Arvid Lindblad
Visa Cash App Racing Bulls Formula One Team
4
Mehr laden
EventsAlle Formel 1 Events
  • Vergangen
    Australian Grand Prix
    Melbourne Grand Prix Circuit, Australien
    06.–08.03.2026
    Zum Event
  • Vergangen
    Chinese Grand Prix
    Shanghai International Circuit, China
    13.–15.03.2026
    Zum Event
  • Demnächst
    Japanese Grand Prix
    Suzuka International Racing Course, Japan
    27.–29.03.2026
    Zum Event
  • Miami Grand Prix
    Miami International Autodrome, USA
    01.–03.05.2026
    Zum Event
  • Canadian Grand Prix
    Circuit Gilles Villeneuve, Kanada
    22.–24.05.2026
    Zum Event
  1. Vergangen
    Australian Grand Prix
    Melbourne Grand Prix Circuit, Australien
    06.–08.03.2026
    Zum Event
  2. Vergangen
    Chinese Grand Prix
    Shanghai International Circuit, China
    13.–15.03.2026
    Zum Event
  3. Demnächst
    Japanese Grand Prix
    Suzuka International Racing Course, Japan
    27.–29.03.2026
    Zum Event
  4. Miami Grand Prix
    Miami International Autodrome, USA
    01.–03.05.2026
    Zum Event
  5. Canadian Grand Prix
    Circuit Gilles Villeneuve, Kanada
    22.–24.05.2026
    Zum Event
Formelsport NewsAlle News
    Speedweek.com - Der beste Motorsport im Netz
    Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.
    Berichte & Analysen
    Redaktion
    Serien