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Oscar Piastri: «Alle werden wohl etwas Zeit finden»

Von Vanessa Georgoulas
Oscar Piastri

Oscar Piastri

McLaren-Star Oscar Piastri machte im letzten Sprint des Jahres in Katar alles richtig und sicherte sich den Sieg vor George Russell und Lando Norris. Max Verstappen kam als Vierter über die Ziellinie.

Der Sprint-Sieg von Oscar Piastri war eigentlich nie in Gefahr. Der WM-Zweite fuhr von der Pole los, übernahm die Führung und kreuzte 19 Runden später auch die Ziellinie als Erster. Sein Vorsprung auf seinen ersten Verfolger George Russell betrug am Ende knapp fünf Sekunden. WM-Leader Lando Norris komplettierte die Top-3, hinter ihm kam Titelverteidiger Max Verstappen ins Ziel.

Piastri hielt nach dem Sprint sichtlich zufrieden fest: «Das war bisher ein gutes Wochenende, im Sprint lief alles reibungslos, deshalb bin ich soweit auch ganz glücklich. Wir müssen jetzt einfach so weitermachen.»

Der Australier ergänzte: «Es hat hier sehr viel mehr Grip als in den vergangenen Rennen, aber ich denke, das Tempo war auch zuletzt nicht schlecht, es sind einfach ein paar Dinge nicht nach Plan gelaufen. Hier läuft es hingegen wie am Schnürchen und es macht richtig Spass.»

Und Piastri ergänzte: «Natürlich werden wir versuchen, vor dem GP-Qualifying noch etwas zuzulegen, denn alle werden wohl noch etwas Zeit finden. Dabei geht es aber mehr um die Details als darum, grosse Veränderungen vorzunehmen, denn unser Basis-Tempo ist schon sehr gut.»

So lief der Sprint

Zum Start des letzten Formel-1-Sprintrennen des Jahres herrschten noch 25,1 Grad Celsius Aussentemperatur, der Lusail International Circuit warn noch 31,4 Grad warm, als das Feld – angeführt von Polesetter Oscar Piastri, zur Aufwärmrunde aufbrach. Während sich die meisten Fahrer in der Startaufstellung einfädelten, bogen Lance Stroll, Lewis Hamilton, Pierre Gasly und Franco Colapinto an die Box ab, weil sie aus der Boxengasse losfahren mussten, da an ihren GP-Rennern gearbeitet wurde, als sie im Parc Fermé waren.

Piastri schaffte es beim Start, seine Führung zu verteidigen, George Russell und Lando Norris konnten ihre Positionen auch halten, während Max Verstappen gleich auf den vierten Platz vorfuhr. Sein vor ihm gestarteter Red Bull Racing-Teamkollege Yuki Tsunoda hatte brav Platz gemacht, während der Titelverteidiger Fernando Alonso schnell aus eigener Kraft überholt hatte.

Hinter dem Spanier, der auf den sechsten Platz hinter beide Red Bull Racing-Fahrer zurückgefallen war, komplettierten Kimi Antonelli, Carlos Sainz, Isack Hadjar und Alex Albon die Top-10 vor Gabriel Bortoleto, Oliver Bearman, Charles Leclerc, Liam Lawson, Esteban Ocon, Nico Hülkenberg, Stroll, Hamilton, Gasly und Colapinto.

Verstappen machte gleich Jagd auf WM-Leader Lando Norris und war zum Start der dritten Runde bereits in Schlagdistanz. Während der Brite im McLaren alle Hände voll zu tun hatte, zog sein Teamkollege an der Spitze weg und Russell fehlten zum Start der vierten Runde bereits 1,3 sec auf den Spitzenreiter.

Norris war zu diesem Zeitpunkt kurz in DRS-Distanz zu Russell, doch der Mercedes-Pilot gab daraufhin gleich etwas mehr Gas und vergrösserte seinen Vorsprung auf mehr als eine Sekunde. Verstappen drehte die bis dato schnellste Rennrunde und klebte weiterhin am Heck seines Vordermannes und WM-Gegners.

Weiter hinten kämpfte Leclerc um seinen Verbleib auf der Bahn, er vertat sich in der dritten Runde in der fünften Kurve, schon nach dem Start hatte der Ferrari-Star einen Ausflug unternommen. Für seinen Teamkollegen Hamilton lief es schlechter, er war auch in Runde 6 immer noch nur Achtzehnter.

Auch in Runde 7 kam Verstappen nicht vorbei, durfte aber im Gegensatz zu Norris den Heckflügel flachstellen und arbeitete sich näher an den McLaren vor ihm heran. Allerdings öffnete sich die Lücke zwischen dem Dritten und Vierten wieder, sodass die Top-10-Reihenfolge zur Halbzeit immer noch Piastri, Russell, Norris, Verstappen, Tsunoda, Alonso, Antonelli, Sainz, Hadjar und Albon lautete.

Die Probleme von Verstappen wurden nicht kleiner, der GP-Renner des Red Bull Racing-Stars hüpfte sichtlich auf der Geraden, ausserdem meldete er Funkprobleme. Ganz andere Sorgen hatte Sainz, dessen Auto ein Teil bei voller Fahrt verlor.

Mehrere Piloten fanden sich neben der Strecke wieder, so wurden Colapinto, Tsunoda und Antonelli Rundenzeiten gestrichen, weil sie in der zehnten Kurve neben der Bahn waren – der Argentinier und der Japaner vertaten sich in den ersten zehn Runden gleich zwei Mal. Das Duo wurde denn auch bald wegen des wiederholten Verlassens der Strecke verwarnt.

Lawson, der sich mit Leclerc im Kampf um Platz 13 angelegt hatte, wurde von seinem Team angewiesen, die gewonnene Position an den Ferrari-Star zurückzugeben. Offenbar hatte er sich mit einem Ausritt in der sechsten Kurve einen Vorteil verschafft, der zu einer Strafe führen würde, wenn er vor dem Monegassen bleiben würde.

Wie es richtig geht, zeigte Antonelli, der sich in Runde 13 an Alonso vorbei arbeitete, als der Aston Martin-Routinier durch einen wilden Ritt über die Randsteine seinen Schwung verlor. Schlechte Nachrichten von den Regelhütern gab es für Tsunoda, der eine 5-sec-Zeitstrafe kassierte, weil er zu oft neben der Bahn gewesen war.

Stroll steuerte in Runde 14 die Box an, um sich weiche Reifen geben zu lassen. Der Stopp dauerte mit 4,9 sec ungewöhnlich lange, weil der hintere Wagenheber nicht wie geplant gleich entfernt wurde. Damit wurde Strolls Rückstand auf Colapinto auf dem zweitletzten Platz noch grösser.

Piastri bekundete in Runde 16, dass er mit Vibrationen zu kämpfen hatte, allerdings hatte er einen komfortablen Vorsprung von rund zwei Sekunden auf seinen ersten Verfolger Russell. Der Mercedes-Star wurde seinerseits von Norris gejagt, der die Lücke zum Vordermann auf unter zwei Sekunden hatte drücken können. Verstappen war hingegen nicht mehr in Schlagdistanz zum McLaren-Fahrer vor ihm, er war 3,3 sec hinter dem Papaya-Renner des Briten unterwegs.

Auch Antonelli geriet ins Visier der Regelhüter wegen seiner Ausritte, während Gasly und Colapinto an die Box abbogen und sich weiche Reifen geben liessen. Kurz darauf fiel die schwarz-weiss karierte Flagge und Piastri durfte sich über den Sieg vor Russell und Norris freuen.

Auch Verstappen, Tsunoda, Antonelli und Alonso kamen auf den Punkterängen ins Ziel, wobei der Italiener hinter Tsunoda ins Ziel kam, wegen der Zeitstrafe des Red Bull Racing-Stars aber als Fünfter gewertet wurde. Das änderte sich aber kurz nach dem Rennen, weil auch der Teenager aus Bologna eine 5-sec-Zeitstrafe kassierte, weil er zu viele Ausritte unternommen hatte. Damit war Tsunoda Fünfter und Antonelli wieder Sechster.

Sprint, Lusail International Circuit

01. Oscar Piastri (AUS), McLaren, 26:51,033 min
02. George Russell (GB), Mercedes, +4,951 sec
03. Lando Norris (GB), McLaren, +6,279
04. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +9,054
05. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, + 19,327
06. Kimi Antonelli (I), Mercedes, +21,391
07. Fernando Alonso (E), Aston Martin, +24,556
08. Carlos Sainz (E), Williams, +27,333
09. Isack Hadjar (F), Racing Bulls, +28,206
10. Alex Albon (T), Williams, +28,925
11. Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, +32,966
12. Oliver Bearman (GB), Haas, +34,529
13. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +35,182
14. Liam Lawson (NZ), Racing Bulls, +36,916
15. Esteban Ocon (F), Haas, +38,838
16. Nico Hülkenberg (D), Sauber, +39,638
17. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, +46,171
18. Pierre Gasly (F), Alpine, +1:09,534 min
19. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +1:17,960
20. Franco Colapinto (RA), Alpine, +1:20,804

WM-Stand (nach 22 von 24 Grands Prix und 6 von 6 Sprints)

Fahrer
01. Norris 396 Punkte
02. Piastri 374
03. Verstappen 371
04. Russell 301
05. Leclerc 226
06. Hamilton 152
07. Antonelli 140
08. Albon 73
09. Hadjar 51
10. Hülkenberg 49
11. Sainz 49
12. Alonso 42
13. Bearman 41
14. Lawson 36
15. Ocon 32
16. Stroll 32
17. Tsunoda 32
18. Gasly 22
19. Bortoleto 19
20. Colapinto 0
21. Doohan 0

Konstrukteurspokal
01. McLaren 770 Punkte (Weltmeister)
02. Mercedes 441
03. Red Bull Racing 400
04. Ferrari 378
05. Williams 122
06. Racing Bulls 90
07. Aston Martin 74
08. Haas 73
09. Sauber 68
10. Alpine 22

Alle Sprint-Sieger

Silverstone 2021 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing

Monza 2021 – Valtteri Bottas (FIN), Mercedes
Interlagos 2021 – Valtteri Bottas (FIN), Mercedes
Imola 2022 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Red Bull Ring 2022 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Interlagos 2022 – George Russell (GB), Mercedes
Baku 2023 – Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing
Spielberg 2023 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Francorchamps 2023 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Katar 2023 – Oscar Piastri (AUS), McLaren-Mercedes
Austin 2023 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Interlagos 2023 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Shanghai 2024 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Miami 2024 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Spielberg 2024 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Austin 2024 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Interlagos 2024 – Lando Norris (GB), McLaren
Katar 2024 – Oscar Piastri (AUS), McLaren
China 2025 – Lewis Hamilton (GB), Mercedes
Miami 2025 – Lando Norris (GB), McLaren
Spa-Francorchamps 2025 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Austin 2025 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Interlagos 2025 – Lando Norris (GB), McLaren
Katar 2025 – Oscar Piastri (AUS), McLaren

Auf Pole für den Sprint

Silverstone 2021 – Lewis Hamilton (GB), Mercedes
Monza 2021 – Valtteri Bottas (FIN), Mercedes
Interlagos 2021 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Imola 2022 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Red Bull Ring 2022 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Interlagos 2022 – Kevin Magnussen (DK), Haas
Baku 2023 – Charles Leclerc (MC), Ferrari
Spielberg 2023 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Francorchamps 2023 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Katar 2023 – Oscar Piastri (AUS), McLaren-Mercedes
Austin 2023 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Interlagos 2023 – Lando Norris (GB), McLaren
Shanghai 2024 ¬– Lando Norris (GB), McLaren
Miami 2024 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Spielberg 2024 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Austin 2024 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Interlagos 2024 – Oscar Piastri (AUS), McLaren
Katar 2024 – Lando Norris (GB), McLaren
China 2025 – Lewis Hamilton (GB), Ferrari
Miami 2025 – Kimi Antonelli (I), Mercedes
Francorchamps 2025 – Oscar Piastri (AUS), McLaren
Austin 2025 – Max Verstappen (NL), Red Bull Racing
Interlagos 2025 – Lando Norris (GB), McLaren
Katar 2025 – Oscar Piastri (AUS), McLaren

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