Technik: Das Drehmoment-Kennfeld

Von Otto Zuber
Formel 1
Eine Wissenschaft für sich: Der F1-Motor

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Renaults Formel-1-Motoreningenieur David Lamb erklärt einen der wichtigsten Parameter des Motoren-Managements.

Das Drehmoment-Kennfeld ist gewissermassen der Fingerabdruck eines jeden Triebwerks und von entscheidender Bedeutung bei der Leistungsoptimierung auf der Strecke. Renaults Formel-1-Motoreningenieur David Lamb erklärt: «Vereinfacht gesagt ist das Drehmoment-Kennfeld ein theoretisches Modell des Motors. Es definiert das Drehmoment des Triebwerks für sämtliche Drosselklappen-Positionen und Geschwindigkeiten. Mit einem Sensor messen wir das tatsächliche Drehmoment auf der Strecke. Dieses darf nicht zu stark vom Kennfeld abweichen. Auch Probleme mit dem Fahrverhalten erkennt man beim Vergleich auf den ersten Blick.»

Seit dem GP in Ungarn dürfen die Motoren-Kennfelder nicht mehr beliebig verändert werden, was die Arbeit der Motoren-Ingenieure erschwert. Lamb fährt fort: «Das heisst aber nicht, dass bei allen Renault-Teams das gleiche Drehmoment-Kennfeld angewendet wird, denn es wird an die jeweilige Form der Air Box und des Auspuffs angepasst. Vor dem Rennen auf dem Hungaroring konnten wir es den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen anpassen. Nehmen wir Brasilien als Beispiel: In Interlagos leisten die Triebwerke wegen der Höhenlage zehn Prozent weniger als an diesem Wochenende in Korea. Mit einer Anpassung kann man diese Unterschiede ausgleichen. Heute müssen wir jede Veränderung beim Automobil-Weltverband FIA begründen und absegnen lassen, deshalb variieren die Kennfelder nur noch geringfügig.»

Das Drehmoment-Kennfeld dient aber nicht nur zur Kontrolle des Triebwerks, es wird auch zur Verbesserung des Fahrverhaltens angewendet. «Wenn der Fahrer vom Gas geht, kann der Motor auf vier Zylindern weiterlaufen», erklärt Lamb weiter. «Das macht Sinn, denn der Treibstoff-Verbrauch steigt, wenn man mit dem Tritt aufs Gaspedal alle acht Zylinder befeuern muss, da der Motor in diesem Fall wieder befeuchtet werden müsste. Verschätzt man sich bei der Einspritz-Menge, kann das zu Zündverzögerungen führen, die eine Menge Zeit kosten.»

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