Toto Wolff (Mercedes): «Froh, dass die Ära vorbei ist»
Die Ground-Effect-Ära und Mercedes sind keine Freunde geworden. Teamchef Toto Wolff erklärt, warum die Stuttgarter das Auto mit dem bisherigen Reglement nie voll in den Griff bekommen haben.
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Das Reglement kann in der Formel 1 enorme Auswirkungen haben. Die F1-Generation von 2014 bis 2021 dominierte Mercedes. Mit Beginn der V6-Turbomotoren holten die Stuttgarter acht Team-WMs in Serie, setzten Motorenreglement und auch die Regularien fürs Chassis optimal um. 2021, im letzten Jahr des Reglements hatte Red Bull Racing aufgeschlossen: Max Verstappen wurde bekanntermaßen Fahrer-Weltmeister, Mercedes holte aber erneut die Team-WM.
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Mit dem neuen Reglement 2022, also mit Beginn der Ground-Effect-Ära, dann das Ende der Mercedes-Dominanz: Red Bull Racing setzte das neue Konzept mit Abstand am besten um, gegen Ende des Zyklus holte McLaren auf. Verstappen wurde viermal Weltmeister, Red Bull Racing zweimal Team-Weltmeister. Zur kommenden Saison 2026 wechselt das Reglement nun wieder komplett – diesmal sogar für Motoren und Chassis gleichzeitig. Eine neue Ära steht bevor. Obwohl noch völlig unklar ist, wer im neuen Zyklus die Nase vorn haben wird, ist Mercedes-Teamchef Toto Wolff auf jeden Fall schon mal froh, dass die Ära der Ground-Effect-Autos vorbei ist, in der die meisten Autos (vor allem aber der Mercedes) voller «Gremlins» waren und eine ziemliche Wundertüte von Wochenende zu Wochenende.
Der Österreicher nach einem WM-Abschluss in Abu Dhabi mit Platz 5 für George Russell im Rennen, aber Rang 2 in der Team-WM: «Es zeigt, dass wir diese Autos noch nicht ganz im Griff haben, denn wir kommen aus einigen wirklich guten Wochenenden. In Katar war es nicht allzu schlecht, aber man konnte ein ähnliches Problem im vorderen Bereich sehen. Wir konnten das Auto (in Abu Dhabi, Anm.) einfach nicht in Kurve 9 und 1 einlenken, weil der Frontantrieb so stark darunter litt.» Das Fazit in Abu Dhabi gilt für die gesamte Saison und die gesamte Ära: «Deshalb sind wir persönlich und ich denke auch als Team insgesamt froh, dass diese Ära des Ground-Effects zu Ende geht und wir etwas Neues beginnen.» Alles neu – und hoffentlich besser aus Perspektive von Mercedes.
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Wolff über das Reglement von 2022 bis 2025: «Wir sind daran gescheitert, eine Weltmeisterschaft zu gewinnen. Aber wir sind Zweiter, Dritter, Vierter und Zweiter geworden. Das ist kein völliger Misserfolg. Wenn man sich diese Statistiken ansieht, sieht das in 20 Jahren solide und respektabel aus, aber natürlich gibt es im Moment keinen Grund zur Freude, da es in allen vier Jahren immer ein Team gab, das weit vorne lag.»
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Wolff betreibt Ursachenforschung: «Was war also der Grund? Ich denke, wir hatten einen schlechten Start, haben versucht, jedes Problem einzeln zu lösen, und während wir diese Probleme angegangen sind, sind neue Probleme aufgetreten. Und wir waren nie in der Lage, Zusammenhänge herzustellen und zu verstehen. Wir hatten falsche Hoffnungen und viele Theorien, aber keine, die uns einen Vorteil im Kampf um die Weltmeisterschaft verschafft hätte. Unsere Konkurrenten haben einfach bessere Arbeit geleistet. Wenn man sich McLaren ansieht, wie sie das Auto in etwa drei Jahren entwickelt haben, und dann Red Bull Racing, die Höhen und Tiefen hatten – aber was seit dem Sommer passiert ist, ist eindeutig ein Beispiel dafür, wie man herausfinden kann, was nicht funktioniert, und eine Saison massiv umkrempeln kann, und das haben wir in vier Jahren tatsächlich nie geschafft.» Der komplette Reset kommt für Mercedes also wie gerufen.
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