Bernie Ecclestone gegen die Bank

Von Peter Hesseler
Formel 1
Bernie lässt es mal wieder drauf ankommen

Bernie lässt es mal wieder drauf ankommen

400-Millionen-Kampf um verlorenes Geld der BayernLB – Ecclestone lässt es auf Prozess ankommen.

Knapp 400 Millionen Euro Schadenersatz fordert die BayernLB von Bernie Ecclestone. Der Brite weigert sich zu zahlen. Das ist nicht überraschend.

Die BayernLB fühlt sich beim Verkauf ihrer Anteile an den F1-Vermarktungsrechten im Jahr 2006 an CVC Capital Partners, deren Geschäftsführer Ecclestone war und ist, geprellt. Ihre nun ergangene Forderung wurde an Ecclestones Anwälte übermittelt und beruht auf einer Zeugenaussage des Ex-BayernLB-Vorstands Gerhard Gribkowskys, der eingeräumt hat, von Ecclestone 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld erhalten und im Gegenzug dafür die Anteile seines Instituts zu billig verkauft zu haben. Der Kaufpreis lag bei 839 Millionen Dollar, von denen aber nur 756 Millionen bei der BayernLB ankamen.

Gribkowsky hat ausgesagt, dass er 350 Millionen mehr hätte rausholen können, wenn er korrekt mit Ecclestone verhandelt hätte. Gribkowsky ist wegen Bestechlichkeit und Untreue zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Nach seinen expliziten Zeugenaussagen wurde erwartet, dass die zuständige Staatsanwaltschaft München gegen Ecclestone, gegen den sie ebenfalls bereits seit Anfang 2011 ermittelt, Anklage erheben würde. Stattdessen ergeht nun eine Forderung der BayernLB. Man könnte auf die Idee kommen, dass die Staatsanwaltschaft es als ausreichende Strafe für den britischen F1-Patriarchen ansieht, wenn der mit der BayernLB-Forderung zur Ader gelassen wird. Das wäre eleganter als ein aufwendiger, komplizierter Prozess gegen Ecclestone, deren Ausgang unsicher wäre.

Ecclestone hat jedoch eine andere Sicht der Dinge präsentiert, behauptet, nicht er habe Gribkowsky bestochen, sondern Gribkowksy habe vielmehr ihn, Ecclestone, erpresst. Der Ex-Banker habe über Insiderwissen verfügt, mit dem er ihn in der Hand gehabt hätte – besonders gegenüber den britischen Steuerbehörden, behauptet Bernie. Mit diesem Wissen hätte Gribkowsky ihn, Ecclestone, ruinieren können. Das bedeutet, dass der F1-Promoter sein fragwürdiges Vorgehen in einem internationalen Handel mit Rücksicht auf seine offenbar angreifbare Steuererklärung in England entschuldigt. Und das vor einem deutschen Gericht. Das war schon dreist und kurios.

Ecclestone erklärt nun eiskalt zur BayernLB-Forderung: «Sie wollen 400 Millionen Euro. Das haben sie meinen Anwälten geschrieben. Ich habe nicht geantwortet. Es gibt nichts zurückzuzahlen, – wofür sollte ich? Sie werden gegen mich klagen. Wenn sie gewinnen, muss ich zahlen, wenn nicht, zahlen sie.»

Ecclestone hat aber schon einmal ähnliche Sätze gesagt: «Wofür hätte ich Gribkowsky bezahlen sollen?», fragte er im Januar 2011 unmittelbar nach Gribkowskys Verhaftung bezüglich eines Anfangsverdachts gegen ihn. Dann kam raus, wofür.

Prognose: Wenn er die BayernLB-Forderung nicht begleicht, könnten die deutschen Gerichte der Bank gegenüber Ecclestone helfen, ihre Forderungen durchzusetzen. Das kann dauern. Ecclestone hat gute Anwälte. Und er ist 81 Jahre alt.

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