Button und McLaren: Täuscht der erste Eindruck?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Jenson Button im McLaren-Werk

Jenson Button im McLaren-Werk

Ungeschriebene Gesetze der Formel 1 ausser Kraft. Was in Jerez schlecht ist, kann in Australien funktionieren.

Traditionalisten ächzen: «Die Formel 1 ist einfach nicht mehr, was sie mal war.» Sie weisen dann jeweils auf zu viel Geschäft und zu wenig Sport hin oder auf die Tatsache, wie gestande GP-Veteranen à la Timo Glock oder Heikki Kovalainen ihre Cockpits räumen müssen – um Platz zu machen für Mitwagenfahrer der Klasse Razia und van der Garde.

Es gibt noch einen anderen Gesichtspunkt, unter welchem die Formel 1 einem Wandel unterzogen ist: Von gewissen früheren Faustregeln müssen wir uns verabschieden.

Einst galt: Ein Fahrer spürt nach wenigen Runden, ob ein flottes oder ein schwieriges Jahr auf ihn zukommt.

Sauber-Fahrer Nico Hülkenberg lacht: «Also das würde ich nicht unterschreiben! Es gab Wintertests, da lief es wundervoll, und beim ersten GP-Wochenende ging gar nichts mehr. Und es gab Wintertests, da schienen wir aus den Problemen gar nicht mehr heraus zu kommen, und dann lief es beim WM-Auftakt ordentlich.»

Vor knapp einem Jahr bezeichnete Felipe Massa seinen neuen Renner in einem Telefongespräch mit Ferrari-Chef Luca Montezemolo als «Katastophe». Tatsächlich war der Ferrari selten das beste Auto im Feld. Aber Fernando Alonso wäre um ein Haar Weltmeister geworden.

Und im Jahr davor murkste McLaren mit dem Octopus-Auspuff bei den Testfahrten herum, musste auf die Schnell umbauen, keiner hätte einen Cent auf die Chrompfeile gewettet, aber dann wurde Lewis Hamilton im ersten Saisonrennen Zweiter!

Dessen damaliger Stallgefährte Jenson Button lacht, auf das Thema angesprochen: «Trotzdem will ich so einen Testwinter lieber nicht nochmals durchleben! Aber es stimmt schon – die hohe Entwicklungsrate erlaubt es, aus einem mittelmässigen Wagen einen schnellen zu machen. Grundsätzlich möchtest du als Fahrer beim ersten Test ein Fahrzeug, das standfest ist, damit du möglichst viel zum Fahrern kommst. Und du willst einen Wagen, der gut auf Abstimmungsänderungen reagiert. Und war in einer Weise, wie er reagieren sollte. Alles weitere ist dann eine Frage der Entwicklung.»

Und die wird gemäss Adrian Newey, Weltmeistermacher von Red Bull Racing, auch dieses Mal das Zünglein an der Waage spielen: «Weltmeister wird jenes Team, das einen schnellen, standfesten Wagen besitzt und übers Jahr hinaus am effizientesten weiterentwickelt.»

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