Pirelli und Testfahrten: Es ist wieder alles anders!

Von Mathias Brunner
Formel 1
Erneute Mercedes-Tests in Barcelona, das wird es nicht geben

Erneute Mercedes-Tests in Barcelona, das wird es nicht geben

Bei einem Treffen gestern zwischen Pirelli und den Team-Managern kam heraus: Der Nachwuchsfahrer-Test bleibt weitgehend den Rookies erhalten.

SPEEDWEEK-Leser wissen: Pirelli hat auf das Reifendebakel von Silverstone reagiert – zum Rennen auf dem Nürburgring an diesem Wochenende kommen neue Hinterreifen zum Einsatz. Pirelli wollte die Pneus bereits beim Kanada-Grand-Prix bringen, scheiterte jedoch am Votum von Force India, Lotus und Ferrari, als diese Rennställe den Silverstone-GP-Einsatz des Kanada-Versuchsreifens verhinderten. Ab Ungarn dann wird mit 2012er Konstruktionen (aber 2013er Mischungen) gefahren. Dies war so kurzfristig fürs Nürburgring-Rennen nicht möglich. Neu ist jedoch: Der Silverstone-Test vom 17. – 19. Juli ist erneut geändert.

Ursprünglich war der Test ja als «Young Driver Test» eingestuft, ein Test also, bei welchem nur Fahrer zum Einsatz kommen dürfen, die nicht mehr als zwei Grands Prix bestritten haben. Sinn dieses Tests ist es eigentlich, jungen Piloten eine Chance zu geben (und dank Fahrern mit potenten Sponsoren die eigene Kasse etwas aufzubessern).

Nach dem Silverstone-Reifendebakel erklärte der Autoverband FIA: Das Testverbot innerhalb der Saison (der Nachwuchsfahrer-Test ist die Ausnahme der Regel) ist aufgeweicht, Mitte Juli dürften also auch Stammfahrer in England fahren. Grund für diese Entscheidung: Das Handling mit neuen Reifen einzuschätzen, fällt Stammpiloten einfach leichter als einem Formel-1-Neuling.

Gestern kam am Nürburgring nun heraus: Das ist erneut geändert. Beschlossen ist nun: Zwei Tage lang fahren die Neulinge, nur ein Tag ist den Stammfahrern erlaubt, ein vierter Tag (der ebenfalls in Diskussion stand) ist verworfen.

Ein Team-Manager hier im Fahrerlager am Fusse der Nürburg: «Das wird dazu führen, dass die Teams am 19. Juli jeweils am Morgen den einen, am Nachmittag den anderen Stammfahrer hinters Lenkrad lassen. Damit lassen sich am meisten Eindrücke sammeln.»

Aber wieso die erneute Kehrtwendung in Sachen Silverstone-Test?

Unser Informant weiter: «Weil wir glauben, dass Pirelli richtig reagiert hat – also mit dem Kanada-Hinterreifen hier fürs Nürburgring-Wochenende und später mit 2012er Konstruktionen, allerdings mit weicheren 2013er Mischungen, ab Ungarn. Von daher fanden wir: ein Tag für die Stammfahrer, das reicht. Auf der anderen Seite sind wir nicht von allen Erklärungen Pirellis begeistert. Scharfkantige Silverstone-Randsteine beispielsweise sind nichts Neues, auf anderen Strecken sind sie ähnlich geformt. Ich kann mir schon vorstellen – das Reifendebakel im britischen Grand Prix lag an verschiedenen Faktoren. Angesichts einiger Erklärungen drängt sich die Frage auf: Hat Pirelli im Detail wirklich verstanden, was passiert ist?»

Pirelli-Test: Nachfolger von Mercedes nur mit 2011er Autos!

Nicht geklärt war auch, mit welchem Team (oder mit welchen Teams) Pirelli die Testfahrten von Le Castellet und Barcelona fahren wird und mit welchen Fahrzeug-Typen. Zur Erinnerung: Anfangs Mai hatte Pirelli mit Ferrari in Barcelona getestet (mit einem 2011er Auto), später testete Pirelli mit Mercedes (mit einem 2013er Auto) – was zum FIA-Tribunal und zur Verurteilung von Mercedes und Pirelli führte.

Fest steht nun: Mercedes wird weder beim Silverstone-Test fahren, noch bei Privat-Tests in Le Castellet oder Barcelona. Und fest steht auch: 2013er Autos werden nicht verwendet werden dürfen. Wenn Pirelli testen geht, dann nur mit 2011er Rennern. Mit welchem Team? Das wird erst noch entschieden.

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