Red Bull Teams: Nachwuchs fordert Weltmeister heraus

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Sebastian Vettel fuhr am letzten Tag des Nachwuchsfahrertest in Silverstone zwar die schnellste Zeit der Woche, der Red-Bull-Nachwuchs ist den Weltmeister aber auf den Fersen.

Mit einer Zeit von 1:32.894 Minuten fuhr Sebastian Vettel am Freitagnachmittag die beste Zeit des dreitägigen Nachwuchsfahrertests in Silverstone. Der dreimalige Weltmeister war dabei aber nur um eine knappe Zehntelsekunde schneller als Toro-Rosso-Pilot Daniel Ricciardo, der den Red Bull Racing am Donnerstag fahren durfte. Auch Carlos Sainz Jr., der am Donnerstag in Diensten Toro Rossos unterwegs war und sich den RB9 am Freitag mit Vettel teilte, war nur etwas mehr als eine halbe Sekunde langsamer als der Deutsche.

Der Sohn des legendären Rallye-Weltmeisters Carlos Sainz bezeichnete seinen Einsatz in Silverstone dann auch als «Traum, der wahr geworden ist» und verglich ihn mit einem «Lottogewinn». Dass er in absehbarer Zeit auch in Formel-1-Rennen starten werde, glaubt der Spanier aber nicht.

Für Carlos Sainz Jr. wir ein Traum wahr

«Ich bin ein GP3-Fahrer, der die Gelegenheit hatte, einen Toro Rosso und Red Bull Racing zu testen», sagte der 18-Jährige. «Natürlich gibt mir das viel Auftrieb für mein Selbstvertrauen und, dass ich auf allen Gebieten weiter Gas gebe. Ich bin aber erst 18 Jahre alt, noch sehr jung und kann nächstes Jahr auf keinen Fall Formel 1 fahren. Ich habe keine Eile und bin geduldig. Ich weiß, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe und, dass ich einen Formel1-Test fahren durfte heißt nicht, dass ich auch in der Formel 1 fahren werde.»

Sebastian Vettel, der sich am Freitag einen ersten Eindruck der neuen Pirelli-Reifen verschaffen konnte, zeigte sich nach 79 Runden auf den neuen Walzen zufrieden. «Wir hatten drei Tage mit vielen verschiedenen Fahrern und und in verschiedenen Autos und keine Reifenschäden. Die Bedingungen waren heißer als beim britischen Grand Prix, daher ist das gut», sagte der 26-Jährige.

«Natürlich waren wir sehr eingeschränkt in dem, was wir tun konnten, aber mir scheinen die neuen Reifen nicht so viel anders zu sein. Es war aber gut, einige Runden fahren zu können und ein Gefühl für die Reifen zu bekommen. Außerdem ist es immer schön, in Silverstone zu fahren.»

Kimi oder Ricciardo? Egal, sagt Vettel

Zum Thema potentieller neuer Teamkollege sagte der Heppenheimer, es sei ihm egal, wer nächste Saison für Mark Webber käme, Daniel Ricciardo oder Kimi Räikkönen. «Ich komme mit beiden gut aus. Vielleicht kenne ich Kimi etwas besser als Daniel, aber er hat gestern einen guten Job gemacht. Alle Fahrer haben diese Woche einen guten Job gemacht, Felix und auch Carlos. Sie haben das Auto auf der Strecke gehalten, es ist kein einfacher Kurs und es war auch ziemlich heiß. Ich finde, wir können mit den Ergebnissen zufrieden sein.»

Bei Toro Rosso saß am Freitagvormittag Stammpilot Jean-Éric Vergne im Cockpit und lotete die neuen Pirellis aus, am Nachmittag durfte Daniil Kvyat zeigen, was er kann. Offenbar spielten dem jungen Russen aber die Nerven einen Streich und er versenkte den STR8 nach 22 Runden im Kiesbett.

Es sei aber ein tolles Gefühl gewesen, zum ersten Mal ein Formel-1-Auto zu fahren, sagte der 29-Jährige. «Je mehr Runden man fährt, desto mehr gewöhnt man sich an den Abtrieb und alles andere. Am Ende versuchte ich dann, richtig Gas zu geben und die Grenzen zu finden. Leider habe wir dann Zeit verloren, als ich einen Fehler machte und ins Kiesbett rutschte. Ich bin nicht sicher, was passiert ist. Ich spürte plötzlich am Heck einen Verlust an Haftung und das Auto übersteuerte auf einen Schlag.»

Vergne verliert gegen Ricciardo

 Jean-Éric Vergne musste eine weitere Schlappe im Vergleich mit seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo einstecken. Während der Australier am Donnerstag Tagesschnellster war, wurde Vergne am Freitag zwar guter Siebter, hinkte bei der Rundenzeit aber beinahe eine Sekunde hinterher. Nach der Bemerkung von Red-Bull-Racing-Teamchef Christian Horner bei Sky Sports, dass es gut sei, Vettel und Ricciardo im Vergleich zu sehen, sieht es nun endgültig so aus, als sei Vergne aus dem Rennen um ein Cockpit bei Red Bull Racing.

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