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MotoGP-Härtetest: So schlugen sich die Rookies Razgatlioglu und Moreira
Unterschiedlicher könnten Toprak Razgatlioglu und Diogo Moreira nicht sein. Nach dem Testmarathon in Malaysia lagen die beiden Champions eng beisammen. Ein Duell der Gegensätze ist vorprogrammiert.
MotoGP
Im Artikel erwähnt


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Vor einem Jahr waren es ein Spanier, ein Thailänder und ein Japaner – Fermin Aldeguer (Ducati), Somkiat Chantra (Honda) und Ai Ogura (Aprilia) stellten sich in Sepang dem Testmarathon in der Königsklasse. Das Ergebnis ist bekannt: Während Aldeguer brillierte und mit seinem ersten MotoGP-Sieg von Fabio Quartararo Achter in der WM wurde und Ai Ogura trotz etlicher Rückschläge einen sauberen Einstand zeigte, musste Chantra wieder aussortiert werden Das Experiment, den ersten Thailänder in der MotoGP zu etablieren, scheiterte schlicht am Format des Honda-Zöglings.
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Nach sechs Tagen Sepang-Test kann gesagt werden, die Chancen auf eine dauerhafte MotoGP-Existenz stehen besser für jüngste Neuankömmlinge. Abgesehen davon, dass sowohl Toprak Razgatlioglu mit Yamaha als auch Diogo Moreira mit Honda mehrjährige Verträge abgeschlossen haben, verlief der Einstand beider Rookies, wenn auch unterschiedlich, positiv.
Toprak Razgatlioglu, der in Malaysia zum dritten Mal MotoGP fuhr, aber erstmals in Sepang, verblüffte in vielerlei Hinsicht. Das fing an mit der herzerfrischend offenen Art des nicht nur in der Türkei gefeierten Red-Bull-Athleten. Während etliche Fahrer gequält in die Mikrofone sprechen und schnell wieder verschwinden, dauern die Gespräche mit Toprak mindestens doppelt so lange. Der Superbike-Champion wird nicht müde, glaubwürdig von seiner Reise in die MotoGP zu erzählen.
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Toprak wusste: Es wird kein Spaziergang Dass die kein Spaziergang wird, war ihm klar, so der Pramac-Pilot mehrfach. Doch es nagt schon an der ehemaligen Nummer 1 des anderen Fahrerlagers, dass sich richtig gute Rundenzeiten auch nach fünf Tagen nicht einstellen wollten. Während sich die Elite im Finale mit 1:56er-Zeiten duellierte, scheiterte «El Turco» am Versuch, wenigstens 1:57 min mitzunehmen. Mit fast zwei Sekunden Rückstand auf die Kaliber Márquez und Bezzecchi steht noch viel Arbeit an.
Arbeit hat Yamaha allerdings schon genug. Die Lage ist angespannt nach dem Technik-Malheur und dem nicht erhofften Durchbruch in Sachen Rundenzeiten. Noch ist die V4-Yamaha die 2025er-M1 mit Reihenmotor. Priorität ist es, die Basis auf Sieg zu schnitzen. Mit der Adaptation Razgatlioglu läuft das nächste Projekt parallel, das Yamaha dank immenser Kapazitäten bewältigen kann. Die Frage ist nur, wann.
Das Positive: Razgatlioglu hat, das ist alles klar, Platz vor Talent und Motivation, ein Motorrad verrückt schnell zu bewegen, und seine Fähigkeiten sind schon jetzt einzigartig. Das war auch dem letzten Zweifler spätestens nach dem Shakedown klar. Die Pramac-Yamaha mit der Nummer 7 hatte sich aus dem Stand auf ein MotoGP-Basis-Level gebracht. Eine 1:58er-Zeit erreicht der Rookie mühelos, stand dann aber komplett an. Nicht auszumalen, was passiert, wenn er mit einem MotoGP-Bike den gleichen spielerischen Umgang wie mit einem Superbike findet.
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«Schulausbildung» im GP-Fahrerlager Komplett anders die Lage beim 21-jährigen Brasilianer. Das beginnt bei der Person. Die Ausbildung zum Vollblut-GP-Profi ist Diogo Moreira in jeder Sekunde anzumerken. Der LCR-Pilot ist mit der Kultur der MotoGP aufgewachsen – und mit der Technik der Motorräder. Die Arbeit mit den sensiblen Prototypen der Moto3 und Moto2 diente als Grundausbildung. Die Erweiterung um die Technik der Königsklasse stellt auch für Moreira eine Herausforderung dar – doch die Basis ist bereits vorhanden. Auch wenn Moreira mit der Erfahrung von rund 80 GP-Rennen noch weit weg von einem Routinier ist, profitiert er Tag für Tag von der Kombination aus viel Grundtalent und bester «Schulbildung». Bei seinem Moto2-Weltmeisterteam Italtrans arbeitet Moreira eng mit Livio Suppo zusammen – und es dürfte wenige geben, die mit mehr GP-Wassern gewaschen sind als der Italiener, der unter anderem Casey Stoner zum Weltmeister machte, als Teamboss bei Ducati Corse. Parallelen zum fern gereisten Moreira sind nicht zu übersehen. Mit LCR-Honda und Lucio Cecchinello hat Moreira nun wieder eine extrem erfahrene Mannschaft um sich und mit Honda einen Ausnahmehersteller im Rücken. Man hat mit dem Brasilianer viel vor, deswegen muss sich Moreira im Jahr 1, anders als Toprak Razgatlioglu, gar nichts beweisen. Alle sind sich einig: Spätestens im Jahr 2, dann wenn es mit aufgepumpten Moto2-Rennern und 850 ccm auf die Strecke geht, wird Moreira zur Stelle sein.
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Entspannt ließ es der Neuzugang bei LCR zwar nicht angehen, aber beim dreitägigen Test drehte Moreira vergleichsweise wenige 120 Runden. Routinier Zarco kam auf über 150. Anders als Toprak steigerte sich der Honda davor beim Shakedown langsamer, kam aber ab Tag immer besser in Schwung. Von Tag 3 bis 5 lag der Brasilianer konstant vor dem Rookie aus dem Yamaha-Lager. Seine beste Runde in Sepang drehte er noch während des Shakedowns: 1:58,2 min. Damit war der kompakte Südamerikaner insgesamt eine Zehntel flotter als der großgewachsene Superbiker. Am Finaltag revanchierte sich «El Turco» und zog ebenso knapp an der Honda mit der Nummer 11 vorbei. Das Duell um den Titel des besten Rookies endet in Malaysia mit einem Gleichstand. Sicher ist, das Match der Neuankömmlinge wird Freude machen. Die MotoGP ist um zwei völlig unterschiedliche Champions reicher.
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Alex Marquez (E)
Ducati
1:56,402 min
2.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,124 sec
3.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,383
4.
Marc Marquez (E)
Ducati
+0,387
5.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,527
6.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+0,728
7.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+0,843
8.
Pedro Acosta (E)
KTM
+0,851
9.
Joan Mir (E)
Honda
+0,866
10.
Enea Bastianini (I)
KTM
+0,888
11.
Ai Ogura (J)
Aprilia
+0,924
12.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,178
13.
Brad Binder (ZA)
KTM
+1,188
14.
Maverick Vinales (E)
KTM
+1,197
15.
Johann Zarco (F)
Honda
+1,199
16.
Luca Marini (I)
Honda
+1,403
17.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,754
18.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+1,924
19.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+2,074
20.
Lorenzo Savadori (I)
Aprilia
+2,500
21.
Augusto Fernandez (E)
Yamaha
+2,876
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Marc Márquez
545
2
Alex Márquez
467
3
Marco Bezzecchi
353
4
Pedro Acosta
307
5
Francesco Bagnaia
288
6
Fabio Di Giannantonio
262
7
Franco Morbidelli
231
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