Alain Prost über Weckruf: Haben GP-Teams geschlafen?

Von Rob La Salle
Formel 1
Sebastian Vettel und Alain Prost in Abu Dhabi

Sebastian Vettel und Alain Prost in Abu Dhabi

Am 28. Januar 2014 beginnen in Jerez (Andalusien) die Wintertestfahrten für die kommende Saison. Einige Teams sind mit Ach und Krach im Fahrplan. Haben sie geschlafen?

Alain Prost weilte als Renault-Botschafter in Abu Dhabi. Die Franzosen wollten die beiden vierfachen WM-Gewinner auf ein Bild bringen – den Franzosen und Sebastian Vettel. Zudem sind ziemlich genau zwanzig Jahre seit Prosts letztem WM-Titelgewinn vergangen. Im Rahmen des Rennens am Golf sprach Prost auch über die gewaltige Aufgabe, der sich die Grand-Prix-Teams gegenwärtig gegenüber sehen.

«Ich schätze, bei einigen sickert nun langsam in voller Härte durch, dass die Saison 2013 zur Neige geht», sagt der 51fache GP-Sieger. «Vor einem Jahr waren zu diesem Zeitpunkt alle auf Volldampf am Arbeiten für die Saison 2013, an den grossen Schritt, also an 2014, dachte noch fast keiner. Im Laufe der Saison haben diese Teams einen Weckruf erhalten. Auf einmal ist ihnen klar geworden, welch gewaltige Aufgabe da auf sie zukommt. Aber das merkst du erst dann, wenn du mit der Arbeit begonnen hast. Es ist ja nicht nur die neue Antriebseinheit aus V6-Turbomotor und Mehrfach-Energierückgewinnung. Es ist auch die Art und Weise, wie man diese Einheit in den Wagen einpasst, samt des grossen Ladeluftkühlers. Wir haben eine neue Auspuffführung, eine andere Aerodynamik, eine andere Kinematik. Wo es früher kein Problem war, unterm Gewichtslimit zu bleiben, haben einige Rennställe nun Mühe damit. Das sind alles neue Situationen, und einige machen sich dieser Tage Sorgen. Nicht nur, weil sie mit Ach und Krach im Zeitplan sind, sondern auch weil punkto Standfestigkeit eben nicht mehr alles so rosig ist. Selbst drei so erfahrene Motorenhersteller wie Renault, Mercedes und Ferrari haben da ihre Probleme.»

Wer muss den Jerez-Test sausen lassen?

Vor der Saison 2014 gibt es nur drei Wintertests, den erwähnten in Jerez Ende Januar, dazu vom 19.–22. Januar in Bahrain sowie vom 27. Februar bis 2. März, erneut in Bahrain. Während es sich früher ein Rennstall auch mal leistete, den ersten Test sausen zu lassen, sind diese Zeiten vor dem Hintergrund des neuen Reglements vorbei.

McLaren-Sportchef Sam Michael gegenüber den Kollegen von «Autosport»: «Wir sind am Limit. Natürlich haben wir seit dem letzten grossen Reglementswechsel viel die besseren Simulations-Werkzeuge, aber dennoch ist die Umstellung eine ziemliche Belastung. Viel Spielraum für Fehler bleibt da nicht. Ich kann mir vorstellen, dass jedes Team Probleme hat, sei dies ein Top-Team oder ein Hinterbänkler.»

Der Australier Michael erkennt keinen Sinn darin, den ersten Test zu schwänzen, um mehr Zeit zum Entwickeln zu haben: «Normalweise machst du das nur, wenn du mehr Zeit im Windkanal brauchst. Aber Standfestigkeit lässt sich nicht im Windkanal erreichen, dazu musst du auf die Rennbahn. Ich glaube – es wäre ein Fehler, nicht jeden Testtag zu nutzen.»

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