Comeback mit Schmerzen: Intact-Pilot David Munoz kämpft sich zurück
Nach Oberschenkelbruch und drei Operationen arbeitet Moto3-Pilot David Munoz an seinem Comeback. Vor dem WM-Start 2026 spricht er offen über Schmerzen, Zweifel und neue Zuversicht.
Moto3-Pilot David Munoz steht wenige Wochen vor dem Saisonstart der Weltmeisterschaft 2026 vor einer entscheidenden Phase seiner Karriere. Nach seinem schweren Oberschenkelbruch beim Indonesien-GP und drei Operationen kämpft sich der Spanier Schritt für Schritt zurück – körperlich angeschlagen, mental jedoch bemerkenswert stabil.
«Mental war ich ziemlich stark, obwohl ich nicht leugnen kann, dass es Momente gab, in denen ich etwas demoralisiert war», sagte Munoz rückblickend auf die vergangenen Monate. Der erst 19-Jährige, der bereits früh in der Weltmeisterschaft mit großer Geschwindigkeit auf sich aufmerksam machte, musste eine lange und schmerzhafte Rehabilitationsphase durchstehen.
Noch ist die Verletzung nicht vollständig überwunden. «Nun, ehrlich gesagt habe ich immer noch Schmerzen. Ich trainiere schon ziemlich viel, aber ich habe Schmerzen. Ich hatte drei Operationen, die letzte Ende November wegen eines Bruchs, den ich mir zu Hause zugezogen hatte», erklärt Munoz. Der Dezember sei besonders hart gewesen, inzwischen gehe es aber langsam aufwärts.
Auch mental war die Situation eine Herausforderung. «Mental war ich ziemlich stark, obwohl ich nicht leugnen kann, dass es Momente gab, in denen ich etwas demotiviert war.» Ursprünglich wollte er bereits in Valencia wieder auf dem Motorrad sitzen, doch nach der zweiten Operation musste er umdenken: «Da habe ich mir gesagt: ‹Na gut, dann werde ich mich erst einmal zu 100 Prozent erholen und versuchen, wieder fit zu werden›.»
Ende Dezember: Erste Runden auf dem Motorrad
Trotz anhaltender Beschwerden kehrte Munoz Ende Dezember erstmals wieder auf die Strecke zurück. «Ich bin am 30. Dezember zum ersten Mal gefahren, danach noch mehrere Male. Das Gefühl war gut und das Tempo stimmt, aber es fehlt noch ein bisschen an Kraft.»
Für ihn steht nicht der kurzfristige Erfolg bei Tests im Fokus, sondern der Saisonauftakt: «Wir arbeiten langsam daran, nicht so sehr für die Tests, sondern um gut in das erste Rennen zu kommen, wo es Punkte gibt und die Weltmeisterschaft beginnt.»
Unterstützung erhielt der junge Spanier vor allem aus seinem engsten Umfeld. «Ich war die ganze Zeit mit meiner Familie zu Hause», berichtet er. Auch sein Manager Hector Faubel habe ihn regelmässig begleitet: «Er hat mich jeden Tag über WhatsApp gefragt, wie es mir geht. Sowohl Hector als auch meine Familie und vor allem die Leute aus meinem Team haben mich voll unterstützt.»
Die Rückkehr auf das Motorrad verlief vorsichtig, aber entschlossen. «Ich habe schon mehrmals versucht, Motorrad zu fahren, und es geht mir langsam besser. Die Geschwindigkeit ist da, das Tempo habe ich, aber es fehlt noch ein bisschen das Gefühl.» Respekt vor der ersten Rennrunde sei vorhanden, Angst jedoch nicht: «Ich werde früher oder später wieder stürzen, also muss man so wenig wie möglich darüber nachdenken. Was passiert ist, ist vorbei, und hoffentlich passiert es nicht wieder.»
Trainiert hat Munoz zunächst bewusst nicht auf einer Moto3-Maschine, sondern auf einer stärkeren 600er. «Das ist das Motorrad, mit dem ich immer trainiere. Es wiegt mehr als die Moto3, fährt schneller als die Moto3.»
Nach einer von Rückschlägen geprägten Phase geht es wieder bergauf. «Nach und nach glaube ich, dass wir das Licht am Ende des Tunnels sehen werden», so Munoz. Mit Schmerzen, aber wachsender Zuversicht richtet sich sein Blick nun auf den Saisonstart – und auf die Chance, seine Karriere nach der schweren Verletzung neu zu justieren.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach