Mark Webber: «Ein bisschen schwanger geht nicht»

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
In Austin stand Mark Webber als Dritter auf dem Podium

In Austin stand Mark Webber als Dritter auf dem Podium

Am kommenden Sonntag schließt Mark Webber das Kapitel Formel 1 endgültig ab und beginnt ein neues im Langstreckensport.

Wenn Mark Webber am Sonntag in Brasilien seinen Helm abnimmt, ist ein wichtiger Lebensabschnitt für den Australier beendet. 2002 stürmte der damalige Minardi-Pilot bei seinem ersten Rennen in seiner Heimat mit Platz 5 in die Formel 1. Seitdem stand er in 12 Jahren 41 Mal auf dem Podium, 13 Mal auf der Pole Position und gewann neun Rennen, Monaco sogar zwei Mal. Nun sei es an der Zeit, etwas anderes zu machen, sagt Webber, der seinen neuen Job bei Porsche im kommenden Januar, nach einer «Entgiftungsphase von der Formel 1» antreten wird.

Seine Entscheidung, die Formel 1 zu verlassen, würde er auf keinen Fall bereuen, sagte der 37-Jährige der offiziellen Formel-1-Website. «Ich kann es kaum erwarten! Es war großartig, aber jetzt brauche ich ein neues Kapitel.» Nach mehr als einem Jahrzehnt in der Königsklasse werde es ihm nicht schwerfallen, das Fahrerlager ein letztes Mal zu verlassen, betonte Webber. «Was ist die Alternative? Man kann nicht ein bisschen schwanger sein! Entweder man tut es, oder man tut es nicht. Und macht etwas anderes.»

Der Traum aller Formel-1-Piloten, Weltmeister zu werden, blieb Mark Webber versagt. Auf die Frage, wieso er das nie geschafft habe, lachte er. «2010 war es knapp und 2012 war auch recht gut, aber mir fehlten am Ende des Jahres die Punkte. Ich war nicht schnell genug.» Außerdem habe er auch Probleme gehabt, andere Autos zu überholen, gestand der Red-Bull-Racing-Pilot.

Einer seiner schönsten Momente in der Formel 1 sei gewesen, als er es überhaupt in die Königsklasse geschafft hat. «Ich hatte es so viele Jahre lang versucht und dann endlich geschafft, das war ein wunderbarer Moment. Mein erster Vertrag ging über drei Rennen! Es lief nicht schlecht und jetzt, 250 Rennen später, kann ich sagen, dass ich überlebt habe.»

Auch sein erster Sieg beim Grand Prix von Deutschland 2009 sei ein ganz besonderer Moment gewesen, ebenso wie die Siege in Monaco und Silverstone. «Auf der anderen Seite war es einer der härtesten Momente, als ich 2010 den Titel nicht gewonnen habe, aber so ist das Leben: Wenn man nach den Sternen greift, greift man ab und zu daneben! Das war eine große Enttäuschung, aber ich bin sehr stolz, dass ich bis zum letzten Rennen im Titelkampf war.»

Der Kampf um die Weltmeisterschaft in dem Jahr sei auch sehr hart gewesen, meinte Webber weiter. «Ich habe mit kein leichtes Jahr ausgesucht, kein <Jenson-Jahr>. Ich habe das danach ausgesucht», lachte er in Anspielung auf 2009, als Jenson Button mit Brawn GP überraschend seinen bisher einzigen WM-Titel holte.

Die Herausforderung in der Formel 1, die Teams und Fahrer nächstes Saison durch die neuen Regeln zu bewältigen haben, reizt Mark Webber nicht mehr. «Ich werde meine Herausforderungen mit Porsche haben. Die sind technisch sehr hoch entwickelt und am nächsten an Formel-1-Autos dran und da ist mein nächstes Kapitel. Man muss loslassen. Ich akzeptiere, dass ich nicht mehr super-jung bin. Ich will eine andere Umgebung, eine andere Serie, um etwas mehr Balance zu finden. Die meisten Entscheidungen trifft man abseits der Strecke. Man will mehr Ausgeglichenheit abseits der Rennstrecke.»

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