1. Training Brasilien: Bestzeit von Nico Rosberg!

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Grund zur Freude: Nico Rosberg drehte schon zu Trainingsbeginn die schnellste Runde

Grund zur Freude: Nico Rosberg drehte schon zu Trainingsbeginn die schnellste Runde

Das Wetter bestimmte das erste freie Training zum Brasilien-GP, in dem Mercedes-Pilot Nico Rosberg die schnellste Runde drehte.

Ein von Regenwolken verhangener Himmel und eine nasse Piste erwarteten die Formel-1-Stars zum ersten freien Training in Interlagos. Das bedauerten nicht nur die Fahrer, Teams und Zuschauer an der brasilianischen Strecke, sondern auch die Ingenieure des Reifenausrüsters Pirelli. Die Italiener hatten für alle Fahrer zwei Extra-Sätze der neuen Slick-Konstruktionen für 2014 dabei. Doch ans Datensammeln war vorerst nicht zu denken, die Piloten mussten auf Intermediates-Reifen ausrücken.

Für den ersten Schreckmoment sorgte Lewis Hamilton, der 20 Minuten nach Trainingsbeginn ausgangs des Senna-S einen Dreher hinlegte. Der Weltmeister von 2008 hatte sich auf der nassen Piste verschätzt, wie der ehemalige GP-Pilot und heutige SkyTV-Experte Marc Surer erklärt: «Da ist er ein bisschen zu früh und zu heftig aufs Gas gestiegen. Aber er hat Glück gehabt, dass er das Auto nicht kaputt gemacht hat. Das hat er gut kontrolliert, er ist im richtigen Moment auf die Bremse.»

Starke Vorstellung von Nico Rosberg

Während Hamilton seinen Silberpfeil wieder auf die Strecke beförderte, drehte dessen Teamkollege Nico Rosberg mit 1:24,781 min die schnellste Runde. Surer weiss: «Nico war im Regen bisher immer sehr stark, sein feinfühliger Fahrstil kommt ihm bei diesen Bedingungen entgegen.»

Eine besondere Herausforderung stellten die Wetterbedingungen auch für die drei Gastfahrer dar: Der 2014er-Toro-Rosso-Stammfahrer Daniil Kvyat durfte das Cockpit von Red Bull Racing-Aufsteiger Daniel Ricciardo übernehmen, James Calado rückte im Force-India-Renner von Paul di Resta aus und Rodolfo González übernahm den Marussia-Boliden von Max Chilton.

Nicht alle kamen gleich lange zum Fahren: Während Kvyat in der ersten halben Stunde elf Runden abspulte, durfte James Calado nur einen Umlauf absolvieren, bevor das Team ihn wieder an die Box beorderte. «Offenbar hat das Team da zu wenig Vertrauen, dass das Auto ganz bleibt. Aber das ist auch eine Strecke, auf der man viel kaputt machen kann», verteidigt Surer die Team-Entscheidung.

Keine hohe Meinung hat der 62-jährige Schweizer von González: «Der ist nicht wirklich mit Talent gesegnet. Auch wenn er mit neun Einsätzen im ersten freien Training öfter als alle anderen Cockpit-Anwärter zum Zug kam, sehe ich keine Formel-1-Zukunft für ihn. Er war dabei, weil er bezahlt hat.»

Mutige Wahl von Sebastian Vettel

Aber auch prominente Namen fehlten nach den ersten 30 Minuten auf dem Zeiten-Tableau: Neben Mark Webber, der nach einer Installationsrunde mit einem Sensorengitter am Renner eine gemächliche Runde drehte, die er in der Box beendete, verzichtete auch Weltmeister Sebastian Vettel auf die Zeitenjagd. Genau wie Lotus-Pilot Romain Grosjean, der in den letzten fünf Rennen vier Mal auf dem Podest gelandet war.

Vettel sorgte erst eine Dreiviertelstunde vor Ende für hochgezogene Augenbrauen in der Boxengasse, weil er auf der immer noch nassen Piste mit dem harten ausrückte. «Ich sehe wohl nicht recht», staunte Surer. «Das ist eine sehr mutige Entscheidung, auch wenn man in Betracht zieht, dass Vettel wohl der derzeit beste Fahrer im Feld ist. Hier kann man sich das Auto ganz leicht kaputt machen.»

Danach drehte der jüngste vierfache Weltmeister der Formel-1-Geschichte eine Runde auf dem Experimentalreifen. «Das ist eine Vergleichsfahrt», weiss Surer. Nach einer Runde holte das Team den 26-jährigen Heppenheimer wieder an die Box und Surer kommentierte: «Die haben nun doch etwas Angst bekommen.»

Schulmeister Romain Grosjean

Die Streckenbedingungen verschlechterten sich zwischenzeitlich und Felipe Massas Renningenieur Rob Smedley musste den kleinen Brasilianer beruhigen: «Im Moment sind nur 1:27er-Zeiten möglich, du warst gleich schnell wie der derzeit Schnellste im Feld.»

Beruhigende Worte hatte auch Grosjean nötig, der sich lauthals über Caterham-Fahrer Giedo van der Garde beschwerte. «Ich wäre fast in ihn hineingekracht», schimpfte der französisch-schweizerische Doppelbürger. Surer kritisierte ihn: «Ich weiss gar nicht, was Grosjean da meint, Giedo fuhr rechts ran und hat die Ideallinie freigegeben, was soll das? Grosjean braucht jetzt nicht den Schulmeister raushängen, nur weil er ein paar gute Rennen gezeigt hat.»

Der 28-jährige Niederländer hatte ganz andere Probleme: Sein Getriebe streikte und auch der Versuch, in den neutralen Gang zu schalten, misslang,. Van der Grade musste sich schliesslich im dritten Gang an die Box zurückschleppen.

Daniil Kvyat stark

Rosbergs Rundenzeit von 1:24,781 min blieb ungeschlagen. Hinter dem Sohn von 1982er-Weltmeister Keke Rosberg sicherte sich dessen Teamkollege Hamilton den zweiten Platz in der Zeitenliste. Dahinter reihten sich Weltmeister Vettel, McLaren-Pilot Jenson Button, Ferrari-Star Fernando Alonso und auf den restlichen Top-5-Plätzen ein. Vettels Teamkollege Webber, Buttons Nebenmann Sergio Pérez, Toro-Rosso-Gastfahrer Kvyat, Kimi Räkkönen-Ersatz Heikki Kovalainen und Sauber-Hoffnungsträger Nico Hülkenberg sicherten sich auch einen Platz in den Top-Ten.

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Mathias Brunner
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