Esteban Gutiérrez: «Will im Team ein Leader werden»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1

Der Mexikaner geht 2014 mit dem Sauber-Team in seine zweite F1-Saison. Im Interview zur Präsentation des Sauber C33-Ferrari erklärt er, wie er sich zum Team-Leader mausern will.

Esteban Gutiérrez, der Start der Formel-1-Saison 2014 naht. Wie hoch ist der Puls vor dem ersten Test des neuen Sauber C33 nächste Woche in Jerez?

Der Adrenalinspiegel steigt. Ich freue mich sehr auf die neue Saison. Das wird ein echtes Abenteuer mit den neuen Autos und den neuen Regeln. Ich denke, dass das alles sehr interessant wird. Das bringt alles für das gesamte Team auf ein nochmals höheres Level. Es wird eine Menge Arbeit, herauszufinden, wie man alles am besten umsetzt, aber letztlich ist es ja genau das, was wir lieben.

Wie sind die Wintervorbereitungen über die Bühne gegangen, warst du oft in der Fabrik in Hinwil?

Das Team hat mich ziemlich spät als Einsatzpiloten bestätigt. Aber dennoch verbrachte ich bereits im Dezember einige Zeit in der Fabrik. Ich war auch im Januar in Hinwil, einerseits, um die Sitzprobe zu machen, andererseits, um Zeit mit den Ingenieuren zu verbringen. Jetzt bin ich wieder in der Fabrik, und ich erlebe noch direkter, was innerhalb des Teams abläuft und wie wir Fortschritte mit dem neuen Auto machen. Es ist auch wichtig, Schritt für Schritt zu verstehen, welche Auswirkungen die neuen Regeln genau haben. Es gibt so viele Dinge zu berücksichtigen. Das braucht Zeit, und die Vorsaisontests werden diesmal besonders wichtig sein.

Du hast dein Rookie-Jahr hinter dir. Was erwartest du von der Saison 2014?

Ich möchte zu einem Leader im Team werden. Ich bin nun im zweiten Jahr als Formel-1-Pilot, und viele neue Dinge kommen auf uns zu. Es wird wichtig sein, dass ich mich ins Team einbringe, so dass wir unsere gemeinsamen Ziele erreichen können. Als Fahrer möchte ich den nächsten Schritt machen. Meine Herangehensweise ist jetzt sicher anders als früher. Ich fühle mich stark und habe jede Menge Energie. Ich habe mich in der Zwischensaison gut vorbereitet und habe meine gesamte erste Saison sehr genau analysiert, um daraus zu lernen und die gemachte Erfahrung in gute Resultate umzusetzen.

Du hast jetzt deine persönliche Startnummer, die dich für den Rest deiner Formel-1-Karriere begleiten wird. Warum hast du die Nummer 21 gewählt?

Die 21 war immer meine Lieblingszahl. Ich habe sie als Glücksbringer ausgewählt. Ich war 21, als ich den Schritt in die Formel 1 gemacht habe. Nicht zuletzt deshalb ist es eine spezielle Zahl für mich. Wir konnten drei Zahlen auswählen, aber für mich hatte die 21 klare Priorität, und so war ich erfreut, dass ich sie dann auch erhalten habe. Das ist eine Nummer, die ich sehr gerne während meiner gesamten Formel-1-Karriere benutze.

Tests bedeuten viel und unermüdliche Arbeit. Wie bereitest du dich darauf vor?

Vorbereitung ist sehr wichtig. Körperliches Training habe ich vor allem in der Zwischensaison gemacht, aber jetzt bin ich häufig in der Fabrik. Dabei ging es vor allem darum, mit den ganzen Neuheiten vertraut zu werden und viel Zeit mit den Ingenieuren zu verbringen. Gleichzeitig habe ich meinen Kopf ausgelüftet und die vergangene Saison, die lange und sehr aufregend war, hinter mir gelassen. Jetzt gehe ich mit frischer Energie in meine zweite Saison, und zwar mit einer neuen Einstellung, die es mir ermöglichen wird, meine Ziele zu erreichen.

Du bist nun seit vier Jahren Teil des Sauber-Teams, das zweite Jahr als Stammfahrer. Wie lange dauert es, bis man sich auf ein neues Auto eingestellt hat?

In diesem Jahr wird die Anpassungphase sicher sehr speziell sein, weil es so viele Änderungen gibt, die sich auf die Strategie auswirken werden. Aus Sicht des Piloten geht es vor allem um die Frage, wie man die neuen Autos optimal fährt. Das wird eingehende Analysen zur Folge haben, die uns helfen werden, das Potenzial optimal zu nutzen. Ich denke, dass den Testfahrten diesmal eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Schliesslich ist es unser Ziel, optimal vorbereitet ins erste Rennen zu gehen und die Möglichkeiten optimal zu nutzen. Anschliessend gilt es, das Auto weiterzuentwickeln.

Adrian Sutil löst Nico Hülkenberg als deinen Teamkollegen ab. Wie gut kennst du ihn?

Ich kenne Adrian seit meiner Zeit in der Formel BMW 2008. Wir haben einen gemeinsamen Freund und sind uns deshalb ab und zu begegnet, manchmal auch zufällig. Ich kenne ihn also schon eine ganze Weile. Aber jetzt ist es natürlich eine andere Situation. Ich werde ihn nun besser kennenlernen, vor allem seine Arbeitsweise. Und er wird meine Art zu arbeiten kennenlernen. Ich glaube, dass wir uns gut ergänzen können.

Was wird die grösste sportliche Herausforderung sein in der kommenden Saison?

Die grösste Herausforderung wird es wohl sein, sich rasch auf die neuen Regeln einzustellen. Auf das neue Auto, das einen erheblichen Einfluss auf die Strategie haben wird. Als Fahrer wird man ganz speziell in diese Prozesse eingebunden. In meiner ersten Saison waren gewisse Dinge für mich manchmal etwas verwirrend, aber im Laufe der Saison ging es immer besser, und ich hatte einen immer besseren Rhythmus. Nun gehe ich in meine zweite Saison und bin überzeugt, dass ich effizienter sein werde.

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