Alex Zanardi über Schumi: «Das ist pures Schicksal»
Der Italiener Alex Zanardi verlor bei einem IndyCar-Unfall 2001 beide Unterschenkel. Nun spricht der London-Olympiasieger von 2012 über das Schicksal von Michael Schumacher.
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Wo immer Alex Zanardi (47) auftaucht, schwappen ihm Wellen von Sympathie und Bewunderung entgegen: Wie der Bologneser nach dem schlimmen IndyCar-Unfall in der Lausitz vom September 2001 sein Schicksal gemeistert hat, ringt allen Respekt ab. Zanardi lernte mit dem Verlust seiner Beine zu leben, fährt wieder Rennen, eroberte an den Olympischen Spielen von London 2012 Gold mit einem handbetriebenen Rad. In Rom hat der Champ-Car-Meister von 1997 und 1998 vor 1800 Schülern über seine Karriere gesprochen. Dabei wurde der Italiener auch zu seiner Meinung über den im Koma liegenden Michael Schumacher gefragt.
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Alex Zanardi hat geantwortet: "Michael hat sich bei einer völlig alltäglichen Betätigung schwer verletzt, und dies, nachdem er jahrelang gewissermassen bei Tempo 300 gelebt hat. Für mich beweist sein Unfall nur eines, dass es nämlich im Leben so etwas wie Schicksal gibt. Das Leben birgt gewaltige Risiken, denen wir alle oft mit einer gewissen Ahnungslosigkeit begegnen. Und das sind Risiken, die noch viel höher sind als jene hinter dem Rennlenkrad. Wie gefährlich das scheinbar ganz normale Leben sein kann, zeigt der Skiunfall von Michael." Zanardi will durchaus nicht herzlos sein, wenn er darauf hinweist: "Es gehört auch zum Leben, dass wir nun von diesem Thema sprechen. Wenn sich ein Rennfahrer verletzt, dann geht das sofort um die Welt. Wenn ein Autofahrer im Strassenverkehr sein Leben lassen muss, dann wird er lediglich zum Teil einer Statistik."
Der Italiener wurde von den Jugendlichen auch darauf angesprochen, was ihn der Sport gelehrt habe und wie man am besten zum Erfolg komme. Zanardi sagt dazu: "Wenn du im Sport effizient sein und etwas erreichen willst, so musst du dir darüber klar werden, welchen Weg zu gehen musst und welches dabei die Prioritäten sind. Wenn du weisst, was am Wichtigsten ist, dann musst du dich zuerst auf diesen Punkt konzentrieren, dann auf den zweitwichtigsten, den drittwichtigsten und so fort. Ehrgeiz ist wichtig, aber er ist nicht alles. Ich habe den Sport immer als Chance gesehen, die nicht vergeudet werden sollte."
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Wer mehr über das Leben von Alex Zanardi und seine Einstellung erfahren will, dem sei sein hervorragendes Buch "Nicht zu bremsen" ans Herz gelegt.
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