Rubens Barrichello: «Ich sah Senna, als ich erwachte»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Rubens Barrichello: Unfall im Freitagtraining von Imola

Rubens Barrichello: Unfall im Freitagtraining von Imola

Der frühere Formel-1-Pilot Rubens Barrichello über den Freitag des schwarzen Grand-Prix-Wochenendes von Imola: «Als ich im Spital erwachte, sah ich als ersten Menschen Senna.»

Die Saison 1994 hätte für den damaligen Jordan-Piloten Rubens Barrichello kaum besser beginnen können: Vierter beim Heimrennen in Brasilien, gar Dritter beim Pazifik-GP in Aida (Japan). Und dann kam Imola.

Schon bei den ersten beiden Saisonläufen war klar ersichtlich, wie die Rennfahrer mehr denn je auf Messers Schneide balancierten – die Autos waren nervös und schwer zu kontrollieren. Im ersten Qualifikationstraining, auf den Tag genau heute vor 20 Jahren, war Rubens Barrichello das erste Opfer dieser Modellgeneration: In der Variante Bassa hatte sich «Rubinho» verschätzt, einen Randstein geschnitten, der Wagen hob bei mehr als 220 km/h ab und flog gegen die Oberkante eines Reifenstapels. Der Jordan-Renner überschlug sich mehrfach und blieb mit den Rädern nach oben liegen.

Der damals 21 Jahre junge Barrichello wurde noch auf der Strecke notfallmässig behandelt – er hatte die Zunge verschluckt und das Bewusstsein verloren. Er kam mit Armverletzungen und einer gebrochenen Nase verhältnismässig glimpflich davon, wenn wir uns TV-Bilder von damals betrachten:

Rubens Barrichello sagt: «Als ich im Pistenkrankenhaus erwachte, war Ayrton Senna der erste Mensch, den ich erblickte.»

Der frühere TV-Journalist Roberto Carini weiss: «Ayrton wollte Rubens unbedingt sehen. Der Unfall hat ihn tief verstört. Als er später aus dem Krankenhaus kam und ein Interview gab, war er in Tränen aufgelöst. Ich bin überzeugt davon, dass ihn dieser Unfall mental sehr beschäftigt hat.»

Rubens führte damals eine Art Tagebuch. «Ich weiss noch, wie ich 24 Stunden vor meinem Unfall glücklich war – bald geht’s ins nächste Qualifying, die Sonne scheint, der Wagen läuft gut, ich kann es kaum erwarten, so in der Art. Ich zeigte im Krankenhaus diese Zeilen meinem Vater und meinte: Schau, noch vor einem Tag war ich so glücklich. Und nun guck dir meine Nase an! Worauf mein Vater meinte: „Wieso bist du unglücklich? Du bist am Leben!“»

Barrichello reiste am Sonntagmorgen aus Imola ab: «Ich konnte kein Rennen fahren, also was sollte ich noch dort? Zurück im Cambridge schaute ich mir das Rennen im Fernsehen an. Als Ayrton seinen Unfall hatte, meinte ich zunächst zu meinen Freunden – es ist in Ordnung, er ist sicher in Ordnung. Aber dann sah ich das ganze Blut und dachte: Mein Gott, das sieht gar nicht gut aus. Kurz darauf klingelte das Telefon und dann hatten wir die schreckliche Gewissheit.»

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