Marc Surer: «Sebastian Vettel wenig weltmeisterlich»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Marc Surer mit den Weltmeistern Nigel Mansell und Sir Jackie Stewart

Marc Surer mit den Weltmeistern Nigel Mansell und Sir Jackie Stewart

Der Schweizer Formel-1-Experte unserer Kollegen von «Sky» über den Kanada-GP, das Duell der Silberpfeile sowie die angebliche Red Bull Racing-Klage gegen Renault.

Vor dem Kanada-GP spricht Sky Experte Marc Surer über die Rivalität bei Mercedes, verrät seinen Favoriten für Montreal und findet deutliche Worte für die angebliche Klage von Red Bull Racing gegen Renault.

Marc, das grosse Thema der letzten Monate ist natürlich die Rivalität zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Vergangene Woche gab es eine Aussprache zwischen den beiden, Hamilton schrieb danach, «wir sind noch immer Freunde». Glauben Sie an eine neue Harmonie bei Mercedes?

Es ist ein Frieden auf Zeit. Die beiden kennen sich schon lange, sie sind ja schon als Kinder zusammen gefahren. Trotzdem würde ich sie nicht als Freunde bezeichnen. Sie sind eher gute Kameraden.

Derzeit deutet eigentlich alles daraufhin, dass es auch in Montreal wieder auf ein Duell zwischen den beiden hinauslaufen wird. Wem liegt die Strecke eher?

Wenn das Wetter nicht verrückt spielt, und danach sieht es nach derzeitiger Prognose nicht aus, so wird der Sieg zwischen den beiden entschieden. Hamilton hat in Montreal leichte Vorteile, weil er ein Spätbremser ist. Er ist auf der Bremse extrem gut und das ist entscheidend in Montreal.

Sebastian Vettel wirkte nach seinem Ausscheiden in Monaco beinahe schon resignierend. Wie bewerten Sie seinen Umgang mit der Situation?

Es war wenig weltmeisterlich, wie er sich am Anfang über die neuen Autos und das Reglement geäussert hat. Er muss sich da seiner Verantwortung bewusst sein. Dass er jetzt frustriert ist, nach allem was ihm passiert ist, kann ihm keiner übel nehmen.

Daniel Ricciardo scheint sich dagegen sichtlich wohl zu fühlen. Ist die unbekümmerte Einstellung derzeit seine grösste Stärke?

Absolut. Für ihn ist es die grosse Chance und er setzt sie gut um. Man hat fast ein wenig das Gefühl, er habe das Vettel-Auto bekommen und Vettel das Webber-Auto.

Muss Red Bull Racing vielleicht bald die Hierarchie überdenken?

Das glaube ich nicht. Sobald Vettel ein Auto hat, das läuft, wird er wieder vorne dabei sein. Wir haben schon in Barcelona gesehen, zu was Vettel im Stande ist, wenn das Auto läuft. Vielleicht passiert es schon in Montreal.

Red Bull Racing drohte Motorenhersteller Renault angeblich mit einer Schadenersatzforderung.

Das ist der grösste Blödsinn, den ich jemals gehört habe. So etwas hat es noch nie gegeben und wird es auch nie geben. Motorsport ist kein Geschäft, sondern Sport und wenn es nicht läuft, macht das niemand mit Absicht. Jemanden zu verklagen wegen schlechtem Material, das gibt es einfach nicht. Und es macht ja auch das Verhältnis nicht besser.

Renault ist in einer Zwickmühle. Red Bull Racing ist ihr Topteam und sie müssen schauen, dass sie die vorwärts bringen. Wenn Lotus wie in den vergangenen Jahren vorne mitfahren könnte, so würde es mich nicht wundern, wenn die Sympathien von Renault umschwenken würden, wenn ich solche Geschichten höre.

Vor dem Monaco-GP haben Sie gesagt: Mercedes hat den Titel noch nicht sicher, würden Sie diese Meinung nach dem Monaco-GP widerrufen?

(Lacht.) Das muss ich wohl. Ich hatte wirklich gedacht, dass Red Bull Racing auf dem Stadtkurs gleichziehen kann. Wenn sie es aber selbst in Monaco nicht schaffen mitzuhalten, wer soll Mercedes dann überhaupt irgendwo schlagen?

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