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Wirbel um Red-Bull-Test: Wo ist der Whistleblower?

Die Aufregung um einen angeblichen Prüfstandstest von Red Bull erweist sich als ein Sturm im Wasserglas: Beweise liegen keine vor, und überdies ist ein solcher Test nicht verboten.

Formel 1

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Die Firma AVL (Abkürzung für: Anstalt für Verbrennungskraftmaschinen List) ist gemäss Wikipedia ein Unternehmen für die Entwicklung von Antriebssystemen (Verbrennungsmotoren, Getrieben, Software, Hybridsystemen, elektrischen Antrieben) sowie dazugehörende Simulation und Prüftechnik. Im Jahr 2012 beschäftigte das österreichische Unternehmen weltweit 6200 Mitarbeiter und setzte mehr als 1 Mia Euro um – es handelt sich um das grösste auf Antriebssytseme spezialisierte Unternehmen der Welt in privater Hand. AVL ist derzeit auch in aller Munde, weil dort Red Bull einen geheimnisumwölkten Test durchgeführt haben soll.

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Daraus wurde dann schnell der (durch stetes Wiederholen nicht intelligenter werdende) zwischen den Zeilen tückisch versteckte Vorwurf, es handle sich um einen illegalen Test.

Das ist Quatsch.

Zwar sind Windkanalversuche in der Formel 1 eingeschränkt, doch es gibt keinen Passus im Sportgesetz, der verbieten würde, dass ein Rennstall ein komplettes Chassis samt Motor auf das Rollband einer entsprechenden Anlage stellt. Es müssen lediglich die Flügel abmontiert werden, um aus einem aerodynamischen Versuch einen Prüfstandsversuch zu machen. Und die sind nicht beschränkt.

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Einen Haken hat die Sache denn aber doch: Artikel 25.5. besagt nämlich, dass Reifen für keinerlei Prüfstandsversuch oder ein anderes Fahrzeug als ein Formel-1-Auto auf einer homologierten Formel-1-Bahn verwendet werden darf ...

Es kursieren hier in Montreal viele Gerüchte um einen Brief, der Red Bull wegen eines solchen Tests bei AVL angeschwärzt haben soll. Beweise gibt es jedoch keine, und bislang ist auch kein Whistleblower vorgetreten, der Handfestes dazu vorlegen kann. Natürlich nicht: Abgesehen vom Zweifel um die Reifen – was würde er beweisen wollen?

Die Spezialisten der Firma AVL arbeiten mit zahlreichen Rennställen zusammen. Allein dies führt zu einer hohen Geheimhaltungsstufe. Die Teams vertrauen dem Grazer Unternehmen, selbst im Wissen, dass die Konkurrenz dort ebenfalls entwickeln lässt. Also äussert sich AVL nicht zu diesem angeblichen Versuch, und es gibt auch keine Notwendigkeit dazu.

Es ist gewiss weder Geheimnis noch Enthüllung, dass Renault zu Beginn des Jahres mit seiner Antriebseinheit im Rückstand war, die leitenden Techniker Rob White, Rémi Taffin & Co. geben das selber zu. Natürlich hat Renault jede Möglichkeit genutzt, mit ausgiebigen Prüfstandsversuchen Boden gut zu machen. Vielleicht auch bei AVL und mit einem der Partner-Rennställe.

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Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sich daraus eine Verschwörungstheorie basteln lässt. Zumal die Spezialisten von Mercedes und Ferrari gewiss intelligent genug gewesen sind, selber entsprechende Versuche durchzuführen.

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