Nicolas Todt-Analyse zu Lewis Hamilton & Nico Rosberg

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nicolas Todt (Zweiter von rechts) mit seinen Schützlingen Maldonado, Massa und Bianchi

Nicolas Todt (Zweiter von rechts) mit seinen Schützlingen Maldonado, Massa und Bianchi

Nicolas Todt (37) hat in der GP2-Klasse mit den heutigen Silberpfeil-Titelanwärtern Lewis Hamilton und Nico Rosberg gearbeitet. Wen hält er für den besseren Mercedes-Fahrer?

Nicolas Todt wird zu Unrecht von manchen belächelt: Er ist durchaus nicht von Beruf Sohn (von FIA-Chef Jean Todt). Todt junior hat sich als cleverer Manager einen Namen gemacht, ist Mitbesitzer von «ART Grand Prix» (GP2 und GP3), dazu hat er mit Pastor Maldonado, Felipe Massa und Jules Bianchi immerhin gut ein Siebtel des Formel-1-Fahrerfelds unter seinen Fittichen.

2005 und 2006 lernte Todt, der Jüngere, als Teamchef des GP2-Rennstalls ART auch jene zwei Fahrer kennen und schätzen, die 2014 den Formel-1-WM-Titel unter sich ausmachen: Nico Rosberg und Lewis Hamilton.

«Ich halte Lewis Hamilton für begabter als Nico Rosberg», sagt Todt gegenüber den Kollegen von «Autosprint». «Aber es gibt schon zahlreiche Unterschiede, also will ich das etwas vertiefen.»

«Als Lewis 2007 in die Formel 1 kam, tat er das auf höchstem Niveau, er fuhr auf Anhieb mit dem Speed eines Alonso, das war schon sehr eindrucksvoll. Seither hat sich am Speed nicht viel geändert. Lewis hat jedoch an Erfahrung gewonnen und seine Fehlerquote verringert.»

«Nico hingegen hat gut begonnen, aber nicht überwältigend. Dann aber hat er sich von Jahr zu Jahr steigern können. Das Ergebnis sehen wir nun in Form dieses Titelduells. Das kann man jetzt aus verschiedenen Perspektiven deuten. Vielleicht schöpft Lewis nicht alles aus seinem Talent, Nico musste härter arbeiten und wird daher noch immer als weniger grosser Racer eingestuft. Das sehe ich aber nicht so. In Wahrheit sind beide mutig und schnell. Und Vergleiche von damals – im Kart, in einem GP2-Renner – die sind hinfällig. Die Dinge ändern sich, es gibt so viele Variablen zu beachten.»

Ein interessanter Aspekt ist die mentale Stärke. Nicolas Todt weiter: «Lewis hat da in der Vergangenheit ein paar Schwächen gezeigt. Im Titelkampf 2008 gegen Felipe Massa ist er nervös geworden, selbst wenn es am Ende geklappt hat und selbst wenn wir in Betracht ziehen müssen, dass es sich um erst die zweite Formel-1-Saison des Briten handelte.»

«Wie Nico unter höchstem Druck reagiert, das lernen wir erst jetzt. Er war zuvor nie in der Lage, Weltmeister werden zu können. Für ihn ist das neu, die Stunde der Wahrheit gewissermassen. Ich finde, er machte das bislang sehr gut, ich sehe keine grossen Fehler. Die Unterschiede zwischen den beiden ergeben sich nicht aus Fahrfehlern, sondern aus mechanischen Problemen.»

«Und dann gibt es noch einen weiteren wichtigen Punkt: ich sehe Rosberg im Team integrierter, Lewis neigt dazu, sich abzukapseln. Das mag jetzt ein Detail sein, aber ich bin der Meinung, dass bei einem so knappen Kampf eben Details den Ausschlag geben.»

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