Luca Montezemolo (Ferrari): Retter der Formel-1-Welt?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Luca Montezemolo (Ferrari) mit FIA-Chef Jean Todt

Luca Montezemolo (Ferrari) mit FIA-Chef Jean Todt

FIA-Präsident Jean Todt und Ferrari-Chef Luca Montezemolo demonstrieren derzeit medienträchtig guten Willen. Aber mit schönen Worten alleine ist es nicht getan.

Ferrari-Präsident Luca Montezemolo hatte vor kurzem schlagzeilenträchtig die Einberufung eines Krisengipfels zum Grand-Prix-Sport gefordert, an dem Formel-1-Teamchefs, Vertreter von Rechteinhaber CVC Capital Partners und Vertreter vom Autoverband FIA teilnehmen sollen, dazu auch Vertreter von Sponsoren. FIA-Chef Jean Todt hat die Idee aufgenommen und sagt als gewiefter Politiker, nicht weniger schlagzeilenträchtig: «Ich bin offen für Vorschläge, die zu Verbesserungen führen. Wir werden die besten Ideen sammeln.» Der Franzose will auch Medienvertreter zum Gipfel bitten.

Nun positioniert sich Ferrari-Chef Montezemolo bereits als Retter der modernen Formel 1: Der 66jährige hat die Worte seines früheren Rennchefs und Ferrari-Direktoren Todt «mir grosser Freude gehört. Niemand liegt die Zukunft der Formel 1 mehr am Herzen als Ferrari, denn sie ist Teil unseres Lebens. Wir freuen uns, dass Herr Todt unsere Initiative aufgreift. Ich gehe davon aus, dass das die FOM bald auch tun wird (Formula One Management, Bernie Ecclestone, M.B.), um in konstruktiver Atmosphäre zum Wohl dieses aussergewöhnlichen Sports zu diskutieren.»

Damit ist klar: Viel heisse Luft gibt es nicht nur in Hockenheim, sondern auch in Italien.

Denn noch steht nicht fest, wann und wo ein solcher Gipfel überhaupt stattfinden und was genau er bringen soll. Von Montezemolo war ursprünglich anfangs September anvisiert worden, was völlig zufällig auf den Termin des Monza-GP fällt.

Selbst wenn wir bei allen Beteiligten von gutem Willen ausgehen: Die Formel 1 krankt unter vielem mehr an einer ungleichmässigen Verteilung des Geldes sowie an einer falschen Struktur, was das Aufstellen von Regelvorschlägen betrifft (denken wir nur an die umstrittenen Vorschläge der so genannten Strategiegruppe, bei der kleinere Teams nicht mal ein Mitspracherecht haben) und auch was die teilweise verkrusteten Abläufe beim Absegnen angeht.

Das Misstrauen der Formel-1-Rennställe untereinander ist ein chronisches Problem, das guten Ideen im Weg steht. Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn vor kurzem: «Viele gute Vorschläge werden abgewürgt, weil die Rennställe zu wenig Vetrauen zueinander haben. Das erste Gegenargument beim Kostendeckel etwa ist immer, man könne das nicht kontrollieren. Natürlich kann man das! Das wird nur deshalb behauptet, weil die Teams an Paranoia leiden und sich grundsätzlich nicht über den Weg trauen. Das ist krank.»

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