Daniel Ricciardo: Wieso er um seinen Sieg zitterte

Von Mathias Brunner
Formel 1
Daniel Ricciardo geniesst es auf dem Siegerpodest

Daniel Ricciardo geniesst es auf dem Siegerpodest

Zweiter GP-Triumph für Daniel Ricciardo nach einem atemraubenden Ungarn-GP. Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner: «Ich kann Daniel gar nicht genug loben.»

Daniel Ricciardo hatte vor Ausgabe 2014 dieses Ungarn-GP auf dem Hungaroring noch nie auch nur einen Punkt geholt, nein, er hatte seine drei bisherigen Rennen noch nicht mal in der gleichen Runde wie der Sieger beendet (18, 15., 13.), und nun das – was für eine Fahrt zum zweiten GP-Triumph nach Kanada!

Daniel ist hin und weg: «Ich bin so überwältigt wie beim ersten Sieg in Kanada. Die Safety-Car-Phase zum Beginn des Rennens hat uns geholfen. Die letzten Runden waren die reine Freude. Aber da war auch Druck: Ich wusste, ich musste an den beiden vor mir vorbei, dank der frischeren Reifen habe ich das geschafft.»

«Heute Nacht wird tüchtig gefeiert, ich habe auch einig Kumpels dabei – Jungs, das wird eine lange Nacht! Nie im Leben hätte ich vor der Saison damit gerechnet, dass ich in der ersten Saisonhälfte zwei Rennen gewinnen würde.»

Zu Fusse des Siegerpodests stehen die ganzen Jungs von Red Bull Racing und strahlen um die Wette, und Teamchef Christian Horner sprudelt: «Ich kann Daniel gar nicht genug loben, eine phantastische Fahrt, irre.»

Sieger Ricciardo meint aber: «Es gab Phasen in diesem Rennen, da glaubte ich nicht an meine Siegchance. Die erste Safety-Car-Phase war für uns ganz wichtig, sie spielte in unsere Hände. Bei der zweiten Neutralisation, beim Unfall von Pérez, tauchte ich erneut an die Box, um frische Reifen zu holen, wir verloren die Führung. Da war ich mir nicht mehr sicher, ob das etwas wird. Denn ich wusste: die Reifen würden nicht bis zum Schluss halten, ich muss nochmals frische abholen gehen. Letztlich war das aber der Schlüssel zum Sieg, denn am Ende hatte ich gegen Hamilton und Alonso eine bessere Reifenhaftung.»

Daniel enthüllt: «Ich zitterte um diesen Sieg. Zur Mitte des Rennens fühlte sich der Motor etwas schlapp an. Dann ging ein ziemlich heftiges Geknöpfel am Lenkrad los, zum Glück fanden wir eine Einstellung, die bewirkte, dass ich wieder tüchtig Gas geben konnte.»

Sebastian Vettel hat solche Situationen mit einem Neustart eines Computers verglichen. Eine Garantie, dass nachher aber alles tadellos funktioniert, gibt es nicht.

Mit welchem Plan stürzte sich Daniel auf die Champions Hamilton und Alonso?

Ricciardo lacht: «Also, mir war schon klar, dass es keine Geschenke geben würde. Bei Lewis musste ich zwei Mal ansetzen in der zweiten Kurve, beim ersten Mal klappte das nicht, beim zweiten Mal aber hatte ich so viel Haftung aus der Kurve heraus, dass ich an Lewis vorbeigehen konnte. Das Manöver gegen Alonso am Ende der Start/Ziel-Geraden war weniger schwierig.»

Nochmals: Was ist nun süsser – der Erfolg in Montreal oder jener ausserhalb von Budapest?

Daniel lacht: «Man sagt immer, dass der erste Sieg etwas ganz Besonderes ist, und ich bin sicher, dass ich Kanada 2014 immer in spezieller Erinnerung behalten werde. Aber wenn du einmal vom Siegerchampagner getrunken hast, dann macht das natürlich Durst auf mehr. Ich fand, ich konnte hier alles viel mehr geniessen – die Zieldurchfahrt, die Auslaufrunde, das Siegerpodest, das fühlte sich alles weniger irreal an als damals in Montreal.»

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