Ferrari und Mercedes: Marschrichtung nach Sommerpause

Von Mathias Brunner
Fernando Alonso (Ferrari) vor Lewis Hamilton (Mercedes)

Fernando Alonso (Ferrari) vor Lewis Hamilton (Mercedes)

Vor der Formel-1-Sommerpause sind bei Mercedes und Ferrari die Weichen gestellt worden, wie es ab dem Grossen Preis von Belgien (24. August in Spa-Francorchamps) weitergehen soll.

Bevor sich viele Mitglieder des Formel-1-Zirkus in eine zweiwöchige Sommerpause verabschiedet haben, wurde bei Mercedes und Ferrari festgelegt, wie die zweite GP-Saisonhälfte in Angriff genommen werden soll.

Bei Mercedes sassen die vier Entscheidungsträger am Tisch: Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Rennstalls, Teamchef Toto Wolff, Paddy Lowe als Technischer Direktor sowie Andy Cowell als Leiter der Motorenabteilung. Die wichtigsten beiden Punkte der Sitzung im Werk von Brackley: Wie können die anhaltenden Standfestigkeitsprobleme der Silberpfeile ausgemerzt werden? (Eine Aufstellung finden Sie HIER.) Und – wie soll mit den beiden Titelanwärten Lewis Hamilton und Nico Rosberg künftig umgegangen werden, um Missmut wie in Ungarn zu verhindern?

Gut für die Formel-1-Fans: Auch künftig sollen die Silberpfeilfahrer freie Fahrt erhalten. Damit wird der Linie treu geblieben, die Teamchef Wolf und Rennlegende Lauda den GP-Anhängern versprochen hatten. Im Gegensatz zu vorher wird in kritischen Situationen jedoch Paddy Lowe das letzte Wort haben. Ob sich die Fahrer daran halten, wird die Geschichte zeigen.

Das Treffen bei Ferrari war personell etwas umfangreicher: Ferrari lud seine Formel-1-Fachkräfte zu einem grossen Abendessen auf das Testgelände von Fiorano ein. Firmenpräsident Luca Montezemolo und Teamchef Marco Mattiacci wollten mit ihren Angestellten auf Tuchfühlung gehen, sie möchten, dass das Team in der Erfolglosigkeit zusammenrückt. Auch die beiden Piloten Fernando Alonso und Kimi Räikkönen waren da.

Der Präsident und sein Teamchef haken inzwischen einen Punkt nach dem anderen ab: Die Verantwortlichen der missglückten Saison 2014 müssen gehen (Teamchef Stefano Domenicali und Motorenchef Luca Marmorini werden nicht die einzigen bleiben), die Kommunikationswege werden verkürzt, die Lieferanten müssen schneller und flexibler arbeiten, die verschiedenen Abteilungen sollen sich besser koordinieren, die Aerodynamiker müssen kecker werden, Mattiacci will mehr Mut zu Risiko sehen.

Als Feier des tollen zweiten Platzes von Alonso in Ungarn war der Anlass nicht gedacht: der Termin stand schon Wochen vorher fest.
Die Zielvorgabe von Montezemolo und Mattiacci für die zweite Saisonhälfte: Der Spitze näher rücken, falls möglich aus eigener Kraft einen Grand Prix gewinnen.

Der letzte Sieg eines Ferrari geht auf Alonso in Spanien 2013 zurück, die letzte Pole-Position gar auf Hockenheim 2012. Noch wollen Montezemolo und Mattiacci nicht akzeptieren, was Superstar Alonso bereits angekündigt hat – es ist mit einer Saison ganz ohne Sieg zu rechnen, es wäre das erste Mal seit 1993! Damals mühten sich die Vollgastiere Gerhard Berger und Jean Alesi mit dem jämmerlichen Modell F93A ab.

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