Sotschi: Einstopp-Strategie – Langweiler oder Krimi?

Von Mathias Brunner
Die langgezogene Linkskurve von Turn 3

Die langgezogene Linkskurve von Turn 3

Die Fahrer sind sich überhaupt nicht einig darüber, ob wir morgen bei der Russland-GP-Premiere einen Krimi erleben oder eine Schlaftablette. Beste Strategievariante: Nur ein Stopp!

Die Formel-1-Fahrer sind nicht anderes als andere Fachleute: Frage drei Experten, erhalte vier Meinungen! Die Herren Grand-Prix-Piloten sind sich höchst uneins darüber, ob wir morgen einen Thriller serviert bekommen oder eine Einschlafhilfe. Kimi Räikkönen beispielsweise glaubt, dass das Überholen nicht einfach sein wird, die Fahrer sich also weitgehend brav folgen werden. Piloten wie Lewis Hamilton hingegen finden: «Wir haben zwei lange Geraden, also wieso soll man nicht angreifen können?»

Kimi grinst dazu: «Naja, mit einem Mercedes ist das schliesslich auch kein Problem!»

Genau genommen sind die zwei längsten Geraden von Sotschi eigentlich gar keine: Was die Russen als Kurve 1 angeben, ist ein sanfter Rechtsknick nach Start und Ziel, der voll geht bis hin zur heftigen Bremszone zu Kurve 2. Und aus Kurve 10 heraus führt eine sachte Rechts-Links-Passage – offiziell die Kurven 11 und 12 – bis hin zur harten Bremszone zur 13. Ecke. Auch die 11/12 gehen absolut voll. Dort befindet sich die zweite DRS-Passage, wo also der verstellbare Heckflügel flach gestellt werden kann.

Gemäss Pirelli besteht die beste Rennstrategie bei einem Einstopp-Rennen, vor allem auch deshalb, weil der Speed in der Boxengasse von 80 auf 60 km/h gesenkt worden ist. Nun verbringt ein Fahrer mit einem Stopp gute 24 Sekunden in der Boxengasse.

Pirelli-Rennleiter Paul Hembery: «Idealerweise startest du mit der weichen Reifenmischung, dann, in Runde 34, Wechsel auf die mittelharte Mischung. Eine Alternative: Start auf der mittelhaften Mischung, Wechsel in Runde 18 auf die weiche. Aber Davon können nur die Fahrer ausserhalb der Top-Ten profitieren.»

Der Unterschied zwischen den beiden Mischungen hier in Russland (gelb für weich, weiss für mittelhart) liegt – je nach Auto – bei 1,2 bis 1,5 Sekunden.

Paul Hembery: «Das Verblüffende hier ist, dass der Reifenverschleiss minimal ist. Daher werden die Fahrer versuchen, mit einem Reifensatz so lange als möglich zu fahren. Nur bei den schnellsten Auto sehe ich einen Zweistopper als erfolgreichen Ansatz. Ich glaube, wir werden ein interessantes Rennen erleben.»

Zumal die Dauerläufe auch gezeigt haben: Benzinverbrauch ist hier durchaus ein Thema ...

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