Marc Surer zu Jules Bianchi: «Nicht einfach abhaken»

Von Rob La Salle
Formel-1-Experte Marc Surer

Formel-1-Experte Marc Surer

Der Formel-1-Experte der deutschen Kollegen von Sky über die Stimmung nach dem schweren Unfall von Jules Bianchi und die Zukunft von Superstar Fernando Alonso.
Marc, der Bianchi-Unfall von Suzuka ist erst wenige Tage her. Wie gehen Teams und Fahrer damit um?

Das kann man nicht einfach abhaken. Grundsätzlich sitzt der Schock bei allen tief, auch wenn wir inzwischen mehr über den Unfall erfahren haben.

Neben dem Gesundheitszustand von Bianchi beschäftigt viele Fans auch die Zukunft von Fernando Alonso und Sebastian Vettel. Sind die Verträge mit McLaren und Ferrari nur noch Formsache?

Der Vertrag zwischen Vettel und Ferrari ist so gut wie unterschrieben. Ferrari hat es wahrscheinlich mit Rücksicht auf Alonso noch nicht öffentlich gemacht. Der Spanier hat aber schon nach Singapur deutlich gemacht, dass er das Team verlassen möchte. Er hat ein bisschen gepokert, aber ist sich offenbar noch nicht ganz einig. Die einzig logische Alternative für ihn ist McLaren-Honda. Obwohl er dort wieder auf seinen alten Feind und Hamilton-Freund Ron Dennis treffen würde. Es gäbe ein Wiedersehen der Rivalen. Vermutlich zögert sich die Einigung auch deshalb hinaus.

Dass Alonso diesen Weg geht, lässt auf eine sehr ungemütliche Situation bei Ferrari schliessen.

Ich glaube, er hat das Vertrauen in Ferrari verloren. Seit Jahren hofft er, dass er um den WM-Titel mitfahren kann, aber das Auto wird eher schlechter als besser. Ausserdem haben mit Ex-Präsident Luca Montezemolo und dem ehemaligen Teamchef Stefano Domenicali zwei Vertraute das Team verlassen. Alonso hat wohl nicht mehr das Gefühl, bei Ferrari zu Hause zu sein.

Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko hat öffentlich erklärt, dass er lieber Newcomer Daniil Kvyat als den erfahrenen Doppelweltmeister Alonso im Team hat. Verliert der Spanier allmählich an Ansehen in der Formel 1?

Ich glaube, Alonso ist nicht einfach. Er ist jemand, der ganz klar die Nummer-1-Position für sich beansprucht. Aber dann hätte Red Bull plötzlich ein Problem mit Daniel Ricciardo, der sich in diesem Jahr gegen Vettel durchgesetzt hat. Vettel hat sich trotzdem fair verhalten. Mit Alonso würde es so nicht funktionieren – da gäbe es Reibereien.

Traust du es Ferrari zu, dass sie für Vettel im nächsten Jahr ein Weltmeister-Auto bauen können?

Ich zweifle daran. Ferrari hat viel aufzuholen. Speziell mit der Antriebseinheit. Das haben sie jetzt erkannt, aber es wird etwas dauern, bis sie die Lücke zu Mercedes schliessen können. Vielleicht sind sie in zwei bis drei Jahren so weit, dass Vettel wieder um die WM mitkämpfen kann. Mercedes wird auch im nächsten Jahr die Messlatte sein.

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