Christophe de Margerie tot: Unfallfahrer betrunken?

Von Mathias Brunner
Christophe de Margerie zu Gast beim damaligen Renault-Werksrennstall

Christophe de Margerie zu Gast beim damaligen Renault-Werksrennstall

Nach dem tödlichen Unfall des Franzosen Christophe de Margerie (63) auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo: War der Fahrer des Schneepflugs bei der Kollision sturzbetrunken?

Der Schock sitzt tief in Frankreich: In den Nachrichten gibt es fast nur ein Thema – der tödliche Unfall von Christophe de Margerie, dem Geschäftsleiter des Ölkonzerns Total. In der vergangenen Nacht war der Privatjet des Franzosen auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo mit einem Schneeräumfahrzeug zusammengestossen – nun berichtet die russische Nachrichtenagentur RiaNovosti, der Unfallfahrer sei im Vollrausch gewesen. Neben dem Manager kamen drei Flugbegleiter ums Leben: Pilot, Copilot und eine Stewardess.

Die russischen Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen. Der Flugschreiber soll darüber Auskunft geben, ob Pilot und Co-Pilot bei den Vorbereitungen zum Start Richtung Paris alles richtig gemacht haben. Der Schneepflugfahrer ist in Untersuchungshaft.

De Margerie weilte in Russland, um über weitere Abkommen mit der russischen Regierung zu verhandeln. Der Franzose galt als Russland-freundlich und Gegner von wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland.

Die Formel 1 verneigt sich

Total ist über Formel-1-Motorenbauer Renault seit Jahren eng mit der Formel 1 verbunden. Die Fäden hielt Christophe de Margerie in der Hand. Der GP-Zirkus muss einen erneuten Schock verdauen.
Lotus-Fahrer Romain Grosjean lässt via Twitter mitteilen: «Christophe, du warst ein Freund, ein Mentor, ein grosser Mann in jeder Hinsicht. Du wirst uns schrecklich fehlen.» Später fügt er auf Facebook hinzu: «Christophe, du hast immer an mich geglaubt, um meinen Traum wahr werden zu lassen. Warum müssen immer die Besten vorzeitig gehen? Du hast mir geholfen, vor allem jedoch konnte ich dank dir so viel lernen. Ich weiss, dass du immer über mich wachen wirst, und du wirst stolz darauf sein, was wir erreichen.»

Lotus sagt in einer Stellungnahme: «Das ganze Team ist schockiert und traurig über den Tod von Christophe de Margerie. Total war nicht nur ein langjähriger Partner von Lotus, Christophe war ein enger Freund von Teamchef Gérard Lopez. Wir sind in Gedanken bei den Familien der Opfer.»

McLaren-Teamchef Eric Boullier bezeichnet de Margerie als «Legende. Das Wort wird für meinen Geschmack etwas zu oft benutzt, aber auf Christophe trifft es voll und ganz zu. Ich habe ihn als Mann und als Freund bewundert – weise, mutig, entschlossen, charismatisch, ein stolzer Franzose, ein echter Leader-Typ. Mein tiefstes Beileid allen Angehörigen.»

Red Bull Racing liess mitteilen: «Wir haben über viele Jahre mit Christophe de Margerie gearbeitet und haben ihn über die Masse geschätzt. Er war brillant in seinem Geschäft und ein grosser Mann. Es ist eine Tragödie. Unser Beileid seiner Familie, den Angehörigen der weiteren Opfer sowie allen Angestellten von Total in dieser schweren Zeit.»

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