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Vor 40 Jahren: Jo Gartners legendärer Sieg mit drei Rädern

Die 12h Sebring bringen die Erinnerung an 1986 zurück: Als Jo Gartner mit H.-J. Stuck und B. Akin im Porsche 962 einen legendären Erfolg feiern konnte – seinen letzten vor dem Unglück in Le Mans.

Im Artikel erwähnt

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Der Wiener, damals 32 Jahre alt, hatte den Kampf um ein Formel-1-Cockpit bei Arrows Ende 1984 gegen Gerhard Berger verloren, war danach in die Sportwagen-Szene abgezweigt. John Fitzpatrick und die Kremer-Brüder wurden seine Chefs. Und 1986 für die IMSA-Saison Bob Akin, der schon Stuck unter Vertrag hatte. Die beiden lernten einander erst vor dem Saisonstart in Daytona richtig kennen. Gartner kam dort nicht zu seinem Debüt, weil Stuck zuvor schon den Porsche in der Mauer beschädigte. Im zweiten Rennen in Miami gab es Platz drei, dann kam der Klassiker in Sebring.

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«Dieses Wochenende war nicht nur das beste, das ich mit Jo erlebt habe, sondern geradezu das superbste Rennweekend der letzten Jahre, bei dem alles gepasst hat», erinnert sich Stuck. Obwohl im Training ein Missgeschick nach dem anderen passierte, sogar Türen wegflogen und Stuck frühzeitig den Rückflug buchen wollte.

«Strietzel» erzählt weiter, und er gerät dabei fast ins Schwärmen: «Der Jo war im Training mit Rennreifen fast gleich schnell wie ich mit Qualifiers, obwohl er erstmals in Sebring fuhr. Der hat die Kuh fliegen lassen, mein lieber Mann!» Das Finale in diesem Rennen blieb Stuck unauslöschlich in Erinnerung: «Wir führten, ich saß am Steuer, fuhr wegen Vibrationen in die Box, als mir in der Boxengasse ein Rad wegflog. Dann fuhr Jo den Schlussturn. Zwei Runden vor der Zielflagge löste sich auch bei ihm das linke Vorderrad. Er kam in die Box, fuhr wieder raus, und wieder flog das Rad weg – er fuhr den Schlussumlauf auf drei Rädern ins Ziel und so auch noch die Auslaufrunde bis zum Podium. Die Zuschauer tobten, waren völlig aus dem Häuschen – so etwas hatten die noch nie gesehen. Die Siegesfeier wurde eine Riesengaudi. Wir verspritzten zehn Flaschen Champus, wir rochen nachher wie… Aber wir lachten, dass uns die Bauchmuskeln weh taten.»

Stuck/Gartner/Akin gewannen mit acht Runden Vorsprung auf Brassfield/Morton/Busby und 18 auf Holbert/Bell/Unser jr. – obwohl es ein Triple für Porsche war, war genügend Konkurrenzkampf dabei zwischen den Teams Akin, BF Goodrich und Holbert mit drei verschiedenen Reifenpartnern (Yokohama, BF Goodrich und Goodyear). Und die 2244,75 zurückgelegten Kilometer waren bis heute die zweitlängste Distanz, überboten nur vom Audi R15 TDI mit Kristensen/Capello/McNish 2009 (2278,85).

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Nach zwei weiteren IMSA-Rennen mit Akin, während Stuck in Europa engagiert war (Ausfall in Atlanta, Sechster in Lime Rock), ging es für Gartner direkt nach Le Mans. Am 1. Juni 1986 um 2.30 nachts war seine Karriere abrupt zu Ende. Materialbruch an der Hinterachse des Kremer-Porsche, in einem bei über 300 km/h auf der Hunaudières-Geraden ausbrechenden, unkontrollierten Geschoss. Der Wiener, damals 32 Jahre alt, hatte nicht den Funken einer Chance.

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