Ferrari-Sieg von Vettel: Keine Fortsetzung in China?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel im Sandwich der Silberpfeile

Sebastian Vettel im Sandwich der Silberpfeile

Nach dem Jubel aller Ferrari-Fans über die Triumphfahrt von Sebastian Vettel in Malaysia könnte beim kommenden Rennen in Shanghai die Ernüchterung kommen.

«Diese Formel 1 ist schon extrem», hat Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff am Abend nach dem Sepang-GP festgehalten. «In Australien haben alle davon geredet, dass Mercedes in aller Wahrscheinlichkeit sämtliche WM-Läufe der Saison 2015 gewinnen würde, so überlegen waren wir. Und nun stehen wir geschlagen da.»

Bei aller Freude über den ersten Ferrari-Sieg seit Fernando Alonso 2013 in Spanien, womit eine Durststrecke von 34 Grands Prix beendet ist – schon in China könnte es mit der Herrlichkeit in Rot vorbei sein. Denn der grösste Gegner von Mercedes war in Malaysia nicht Ferrari, sondern die enorme Hitze.

Pistentemperaturen von jenseits der 60-Grad-Marke wird es in diesem Jahr nicht mehr geben: in Bahrain und Singapur, wo es am Tag ähnlich heiss wie in Sepang werden kann, wird in der Nacht gefahren. In Ungarn kann es brütend heiss werden, aber dort wird den Silberpfeilen zugute kommen, dass der Wagen so viel Abtrieb aufbaut wie kein anderer im Feld – was in Malaysia von den Abschnittszeiten im zweiten, kurvigen Pistensektor unterstrichen wurde. Der Malaysia-GP 2015 ist einmalig gewesen in dieser Kombination aus Hitze, Pistencharakteristik und Safety-Car-Phase.

Ferrari hat fast alles richtig gemacht, aber Ferrari hat auch von den besonderen Umständen profitiert. Und die werden bei den kommenden Rennen so nicht mehr gegeben sein.

Dennoch ist das Rennen gestern für Mercedes «ein Weckruf», wie Teamchef Toto Wolff sagt. «Wir werden auf diese neue Herausforderung reagieren. Wir kurbeln die Entwicklung weiter an und werden gewisse Evo-Teile vielleicht früher ans Auto bringen als bislang geplant. Wir müssen auf den Geraden schneller werden, ohne unsere Qualitäten in den Kurven zu verlieren. Wir müssen lernen, auch auf heissem Asphalt mit den Reifen haushalten zu können. Wir werden strategisch umdenken und in Zukunft auch mal die Taktik aufteilen, um auf gegnerische Schachzüge zu reagieren.»

Will heissen: nicht bei jedem Rennen holt man beide Silberpfeile zum Reifenwechsel an die Box, wenn das Safety-Car auf die Bahn kommt. In Malaysia blieben Hamilton und Rosberg danach im Verkehr hängen, was ihren Reifen zusätzlich schadete. Vettel hatte vorne freie Fahrt.

Ohne etwas von der Leistung von Ferrari und Sebastian Vettel schlechtreden zu wollen: Mercedes hat sich in Malaysia auch selber geschlagen.

Der Australien-GP war ebenso ein Ausreisser zu Gunsten wie Malaysia einer für Ferrari gewesen ist. Das wahre Bild in der Formel 1 wird sich erst im Frühsommer zeigen – beim Spanien-GP in Barcelona. Denn China mit seinem für die Vorderreifen mörderischen Asphalt sowie das Nachtrennen in Bahrain haben ebenfalls ihre eigenen Gesetze. Der Reifenverschleiss am Ferrari spricht für ein gutes Ergebnis in Shanghai, aber die niedrigeren Pistentemperaturen begünstigen Mercedes.

Bilanz von Toto Wolff: «Wir sind bezwungen worden. Daran haben wir keine Freude. Aber es ist jetzt auch nicht so, dass wir in Panik verfallen. Wir haben alle Bausteine beisammen, um unsere WM-Titel erfolgreich zu verteidigen.»

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