Motor-Einteilung: Geht die Rechnung von Ferrari auf?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Gute Laune bei Ferrari

Gute Laune bei Ferrari

Ferrari und Mercedes gehen beim Verbrauch ihrer Motoren völlig unterschiedliche Wege: In den roten Rennern steckt schon der dritte von vier erlaubten Antriebseinheiten, Mercedes hat erst zum ersten Mal getauscht.

SPEEDWEEK.com-Leser wissen: Pro Saison sind in der Formel 1 2015 nur noch vier Antriebseinheiten erlaubt. Wer mehr Elemente der Antriebseinheiten oder gar einen kompletten neuen Motor benötigt, der wird bestraft. Grosser Unterschied zur vergangenen Saison: Wer als Beispiel zehn Ränge zurück muss, im Training aber sowieso nur 16. war, dessen Strafe wird nicht auf den folgenden Grand Prix übertragen. In unserem Beispiel wird das 2015 so laufen – der Fahrer rückt um vier Ränge an den Schluss des Feldes (wir haben ja nur 20 Autos), der Rest der Strafe wird im Rennen dann als Zeitstrafe abgesessen. Noch haben wir keine solche Bestrafung erlebt. Aber der Zeitpunkt rückt rasch näher, wie die aktuelle Tabelle des Autoverbands FIA unten belegt.

Interessant ist, welch unterschiedlicher Weg die beiden Top-Teams Mercedes und Ferrari gehen. Bei den Silberpfeilen hat der erste Motor der Saison die ersten sechs Rennwochenenden gut überstanden, einschliesslich Monaco. Mercedes liegt damit wundervoll im Plan. Nur am Aggregat von Lewis Hamilton musste einmal die Steuerelektronik ersetzt werden. In Kanada nun gibt es für Nico Rosberg und Hamilton einen frischen Motor, allerdings hat Mercedes dafür keine Entwicklungswertmarken verwendet, es ging lediglich um Verbesserungen in Sachen Standfestigkeit.

Ferrari hat den Motor hingegen an Kolben, Nockenwellen und Brennkammern verbessert. Zusammen mit einem neuen Kraftstoff von Shell soll das 30 PS bringen. Das hat drei Wertmarken gekostet. Im Heck der Autos von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen steckt bereits der dritte Motor.

Sebastian Vettel beruhigt: «Das muss nicht gezwungenermassen ein Nachteil sein, denn unsere ausgewechselten Motoren sind ja nicht kaputt. Jeder Hersteller oder jedes Team hat beim Einteilen seiner Antriebseinheiten eine andere Vorgehensweise. Es wird sich zeigen, wie gut unser Plan ist.»

Ferrari arbeitet dabei nach dem Rotationsprinzip: älterer Motor im freien Training, der jüngere für Quali und Rennen.

Zur Erinnerung: Die Antriebs-Einheit wird reglementarisch in sechs Elemente aufgeteilt:
– V6-Verbrennungsmotor






– Turbolader

– MGU-K (steht für «motor generator unit – kinetic»; also der Generator für die kinetische Energie, die beim Bremsen gesammelt wird)


– MGU-H (steht für «motor generator unit – heat»; also der Generator für jene Energie, die beim Turbolader gesammelt wird)
– Batterie-Paket
– Kontroll-Elektronik für jedes einzelne dieser Elemente

Und so stehen die Teams da:

Verbrennungsmotor – Turbolader – MGU-K – MGU-H – Batterie – Elektronik

Lewis Hamilton (Mercedes): 2 – 2 – 2 – 2 – 2 – 3
Nico Rosberg (Mercedes): 2 – 2 – 2 – 2 – 2 – 2
Daniel Ricciardo (Renault): 4 – 3 – 3 – 2 – 1 – 2
Daniil Kvyat (Renault): 4 – 3 – 2 – 2 – 1 – 2
Felipe Massa (Mercedes): 2 – 2 – 2 – 2 – 2 – 2
Valtteri Bottas (Mercedes): 2 – 2 – 2 – 2 – 2 – 2
Sebastian Vettel (Ferrari): 3 – 3 – 3 – 3 – 3 – 3
Kimi Räikkönen (Ferrari): 3 – 3 – 3 – 3 – 3 – 3
Fernando Alonso/Kevin Magnussen (Honda): 3 – 4 – 4 – 4 – 4 – 4
Jenson Button (Honda): 3 – 4 – 4 – 4 – 4 – 3
Nico Hülkenberg (Mercedes): 3 – 3 – 3 – 3 – 2 – 3
Sergio Pérez (Mercedes): 2 – 2 – 2 – 2 – 2 – 2
Max Verstappen (Renault): 4 – 2 – 3 – 3 – 2 – 2
Carlos Sainz (Renault): 3 – 2 – 2 – 2 – 2 – 2
Romain Grosjean (Mercedes): 2 – 2 – 2 – 2 – 2 – 2
Pastor Maldonado (Mercedes): 2 – 2 – 2 – 2 – 2 – 2
Will Stevens (Ferrari): ​3 – 3 – ​3 – ​3 – ​3 – ​3
Roberto Merhi (Ferrari): ​3 – 3 – ​3 – ​3 – ​3 – ​3
Marcus Ericsson (Ferrari): 2 – 2 – 2 – 2 – 3 – 3
Felipe Nasr (Ferrari): 2 – 2 – 2 – 2 – 2 – 2

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