Gemeines Gerücht um Sauber: Lüge um Ferrari-Motoren

Von Mathias Brunner
Formel 1
Felipe Nasr im Sauber

Felipe Nasr im Sauber

In Montreal fällt die FIA-Motorenliste auf: das Ferrari-Team steht beim dritten Motor 2015, aber Sauber setzt erst den zweiten ein. Ein Festschmaus für Verschwörungsliebhaber.

Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel setzen hier in Kanada einen verbesserten Motor ein, der Finne und der Deutsche haben damit schon die dritte von vier erlaubten Antriebseinheiten im Heck. Wer einen Blick in die FIA-Motorenliste wirft, dem fällt auf: Ferrari-Partner Sauber verwendet für Felipe Nasr und Marcus Ericsson erst die zweite Antriebseinheit des Jahres. Sofort wurden Verschwörungstheoretiker hellhörig, und im Fahrerlager von Montreal ging bald herum – die Schweizer können sich die neue Evo-Version wohl nicht leisten, ein gemeines Gerücht.

Die Wahrheit ist nicht so spektakulär ​wie die erwähnte Behauptung.

Während es gewiss kein Geheimnis ist, dass Sauber finanziell weniger gut da steht wie das Werksteam, hat der Einsatz der Motoren nichts mit den Finanzen zu tun. Vielmehr arbeitet Sauber nach einem anderen Rotationsprinzip als Ferrari.

Sauber verwendet die bisherigen Aggregate einfach länger. Dafür werden die Schweizer im Sommer und Herbst von einem Schub durch frische Antriebseinheiten profitieren können. Teamchefin Monisha Kaltenborn: «Auf einem Kurs wie Spa-Francorchamps nach der Sommerpause spielt Motorleistung eine grosse Rolle. Danach kommt Monza, auch dies ein reiner Power-Kurs, wo die ganzen Verbesserungen wirklich zum Tragen kommen.»

Anders gesagt: Sauber will mit dem zweiten Motor nach Monaco auch in Kanada, Österreich, England und Ungarn fahren, im Anschluss an die Sommerpause kommt dann Ende August der dritte Motor rein.

Wann die vierte Antriebseinheit zum Einsatz kommen wird, ist noch nicht klar und hängt auch davon ab, ob etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt.

Wird die Saison gleichmässig aufgeteilt, so hat also der erste (übrigens nicht kaputte) Motor die Rennen von Australien bis Spanien absolviert (fünf WM-Läufe), der zweite soll von Monaco bis Ungarn halten (wieder fünf Rennwochenenden), wenn der dritte in Belgien kommt und der Rhythmus beibehalten wird, sollte der vierte Motor in Sochi (Russland) oder in Austin (Texas) folgen.

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