iPad verhinderte Flugzeug-Absturz von Eric Boullier

Von Agnes Carlier
Formel 1
Eric Boullier: «Es ist ziemlich bescheuert, aber man fühlt sich besser, wenn man in solchen Situationen etwas tun kann»

Eric Boullier: «Es ist ziemlich bescheuert, aber man fühlt sich besser, wenn man in solchen Situationen etwas tun kann»

McLaren-Renndirektor Eric Boullier erlebte nach dem 24h-Rennen von Le Mans einen kleinen Schock: Auf dem Rückflug fiel die ganze Bord-Elektronik aus. Ein iPad sorgte dafür, dass die Privatmaschine wieder sicher landete.

Eigentlich hätte der Le Mans-Ausflug von Eric Boullier ein leichtes Unterfangen werden sollen. Doch die Rückreise gestaltete sich schwieriger als erwartet. Zusammen mit dem US-Amerikaner Zak Brown, der seine Firma «Just Marketing International» zur weltweit grössten Motorsport-Marketing-Agentur aufbaute, war der McLaren-Renndirektor auf dem Rückweg nach England unterwegs – bis plötzlich die ganze Bordelektronik ausfiel.

Boullier schilderte die Schreckminuten im Fahrerlager von Spielberg: «Ich war in einem einmotorigen Flugzeug unterwegs. Zehn Minuten, nachdem wir Le Mans in Richtung Grossbritannien verlassen hatten, fiel die ganze Elektronik aus. Wir waren gerade über Alençon, als sich der Blackout einstellte. Nichts ging mehr, alle Instrumente fielen aus. Selbst die Landeklappen reagierten nicht mehr. Auch das GPS reagierte nicht mehr, wir waren also im Blindflug unterwegs.»

Der Franzose betonte aber auch: «Es war aber nicht wirklich bedrohlich, wir befanden uns nicht in grosser Gefahr. Aber so konnten wir nicht sicher nach England fliegen. Zum Glück hatte der Pilot ein iPad dabei, mit dem wir den Rückweg nach Le Mans fanden. Der Anflug auf Le Mans war schon etwas beängstigend, denn da herrschte viel Flugverkehr. Deshalb habe ich mit meinem Handy die Fluglotsen im Tower vorzuwarnen. Die Flughafen-Verantwortlichen entschieden sich, alle weiteren Flüge zu streichen, bis wir wieder sicher am Boden waren. Auch die Feuerwehr rückte aus, aber das ist in solchen Fällen normal.

Boullier gesteht: «Ich zeigte dem Piloten auch, wo er gegebenenfalls notlanden könnte. Es ist ziemlich bescheuert, aber man fühlt sich besser, wenn man in solchen Situationen etwas tun kann. Zusammen mit Zak habe ich dann im Flugplan einen österreichischen Flieger entdeckt, der nach Farnborough wollte. Wir kannten die Passagiere und riefen deshalb beim Inhaber an – und zwar um acht Uhr in der Früh! Er war natürlich noch im Bett, aber wir haben die Erlaubnis bekommen, mitzufliegen. Wir sind also sozusagen zurückgetrampt.»

Zum Schluss fügte er an: «Das Lustige ist, dass ich vor zwei, drei Wochen mit meinem Flugunterricht begonnen habe. Als ich nach Le Mans flog, starteten wir vom gleichen Flughafen, an dem ich auch meine Flugstunden nehme. Der Pilot erklärte mir jeden Handgriff. Sobald wir wieder zuhause waren, erzählte ich meinem Fluglehrer, was passiert war. Und er sagte: Was für ein Schritt: Du hast gerade in einer Flugstunde ganze zehn Lektionen gelernt.»

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