Aston Martin-Star Fernando Alonso: «Wir liegen neun bis zehn Mal zurück!»
Das Aston Martin Team erlebte einen schwierigen Saisonauftakt. Fernando Alonso ist sich sicher: Die Krise des Rennstalls aus Silverstone wird noch andauern. Auch in China erwartet er kein Wunder.
Dass Fernando Alonso und Lance Stroll in Melbourne kein leichtes Spiel haben würden, wurde bereits während der Vorsaison-Testfahrten deutlich. Das Aston Martin Team und der neue Motorenpartner Honda konnten nur wenige Runden drehen. Grund dafür waren die Vibrationen vom Motor, die Mensch und Maschine über Gebühr beanspruchten.
In Melbourne waren dem Team die Hände gebunden, denn die Ersatzbatterien waren Mangelware. Und auch in China erwartet das Team ein schwieriges Wochenende, wie Fernando Alonso im Fahrerlager von Shanghai betont: «Die Aussichten sind nicht anders als in Australien. Die Situation hat sich leider in den vier, fünf Tagen seit dem Rennen in Melbourne nicht verändert.»
«Es wird ein weiteres schwieriges Wochenende, an dem wir versuchen werden, so viel wie möglich über das Auto in Erfahrung zu bringen. Aber wir werden in einigen Sessions eingeschränkt sein, weil uns die nötigen Teile fehlen. Wir werden dennoch versuchen, etwas Positives aus dem Wochenende herauszuholen», seufzte der zweifache Champion.
Ein Erfolg wäre es schon, wenn das Team störungsfreie Runden drehen kann, stellte Alonso klar. «Ich denke, das ist sehr wichtig, denn die anderen hier haben zwar auch noch nicht alles optimiert. Aber sie haben im Vergleich zu uns rund 1000 Runden gedreht, während wir vielleicht bei etwa 100 liegen. Wir liegen also neun bis zehn Mal zurück. Wenn die Gegner noch nicht alles rausgeholt haben, kann man sich vorstellen, wie es uns geht. Wir stehen noch ganz am Anfang. Wir brauchen also dringend mehr Runden und müssen in der Lage sein, viel zu üben, denn wir müssen das Arbeitsfenster des Autos noch finden. Das wird sehr wichtig sein.»
Fernando Alonso: Bescheidenes Ziel für Shanghai
«Ich wäre glücklich, wenn wir hier in China mehr oder weniger normale Sessions erleben, viele Runden drehen können und vielleicht auch eine ganze Renndistanz am Sonntag schaffen», dämpfte der Asturier die Erwartungen. Und er stellte auch klar: «Die mentale Belastung ist geringer als es sich die Leute vielleicht vorstellen. Wir haben in diesem Jahr 22 Fahrer im Feld, und nur einer wird gewinnen. Die anderen 21 werden eine schwierige Zeit haben. Für mich spielt es keine Rolle, ob ich Dritter, Fünfter oder Siebzehnter werde.»
«Ich hatte das Glück und Privileg, verschiedene Jahre in der Formel 1 zu erleben und in der Hälfte davon hatte ich ein konkurrenzfähiges Auto. Ich habe viel erreicht, stand mehr als 100 Mal auf dem Podest. Wenn ich jetzt nicht Erster werde, dann macht die Position keinen Unterschied. Als Team sind wir nun mal auf diesem Weg, wir hatten keinen guten Start, aber das ist das erste Jahr der Zusammenarbeit mit Honda. Und wir müssen diese schwierige Zeit nun zusammen durchstehen und ich bin bereit, so gut wie möglich zu helfen, damit es vorangeht», fügte der 44-Jährige an.
Er wisse nicht, wann Aston Martin ein normales Wochenende erleben werde, betonte Alonso auch auf Nachfrage. «Wir haben noch zu viele Probleme zu lösen, und sie tauchen täglich aus dem Nichts auf. Wir haben sie noch nicht im Griff, deshalb ist es so schwer zu sagen, wann es wieder besser laufen wird. Aber wir geben Gas, wir haben die richtigen Leute und viele Ressourcen, und ich hoffe, dass wir in ein paar Rennen ein normales Wochenende erleben werden, zumindest, was die Rundenzeit angeht. Danach werden wir uns darauf konzentrieren, konkurrenzfähig zu werden. Ich denke, das wird etwas länger dauern.»
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