Österreich-GP: Pole für Lewis Hamilton trotz Fehler!

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Lewis Hamilton hatte Glück im Unglück

Lewis Hamilton hatte Glück im Unglück

Die schwierigen Streckenbedingungen im Qualifying zum Österreich-GP forderten ihren Tribut: Ferrari-Star Kimi Räikkönen fiel schon nach 18 Minuten aus. Am Ende durfte sich Champion Lewis Hamilton über die Pole freuen.

Die Ersten, die zu Beginn des Qualifyings gleich auf die Strecke stürmten, waren die Formel-1-Neulinge Marcus Ericsson, Will Stevens und Roberto Merhi. Sowohl das Manor-Marussia-Duo als auch der Sauber-Pilot rückten auf den Intermediates-Reifen aus, und bald darauf gesellten sich weitere Formel-1-Stars dazu.

Die Aufzeichnung der Boxenfunksprüche zeigte: Die Formel-1-Stars waren sich einig, dass die Strecke zu grossen Teilen schon wieder abgetrocknet war, einzig in den Kurven gab es noch einige nasse Stellen. Diese reichten, um die ersten Ausritte und Dreher zu verursachen: Will Stevens drehte sich in der sechsten Kurve, Rosberg geriet in der Kehre neben die Strecke.

Die erste Rundenzeit liess sich Ericsson mit 1:25,883 min gutschreiben. Der Schwede wurde dann gleich vom Toro Rosso-Duo Carlos Sainz und Max Verstappen von der Spitze verdrängt, das erst im 1:21er-Bereich unterwegs war und kurz darauf 1:20er-Zeiten fuhr. Sechs Minuten nach dem Start des Qualifyings setzte sich Verstappen mit 1:19,814 min an die Spitze, von der er zwei Minuten später von Sebastian Vettel verdrängt wurde, der eine 1:19,218 min-Zeit in den Asphalt brannte.

Frühes Aus für Kimi Räikkönen

Lange durfte sich der vierfache Champion nicht darüber freuen, denn noch in der gleichen Minute wurde er von Nico Rosberg (1:19,039 min) verdrängt. Der Erste, der im 1:18er-Bereich fuhr, war jedoch Verstappen mit seiner Rundenzeit von 1:18,677 min. Sauber-Neuling Felipe Nasr bewies Mut und rückte als erster Fahrer im Feld auf extra-weichen Reifen aus. Der Brasilianer erlebte in der siebten Kurve eine Schrecksekunde, während das Williams-Duo Valtteri Bottas und Felipe Massa seine Arbeit auf den weichen Reifen in Angriff nahm.

Nach zehn Minuten war die Strecke trocken genug, um den Piloten auf Slick-Reifen einen Vorteil zu bieten. An der Spitze wurde es entsprechend hektisch, Pastor Maldonado, Jenson Button, Verstappen, Sainz und Champion Lewis Hamilton wechselten sich ab. Nach den ersten 18 Minuten durfte sich Rosberg schliesslich mit 1:10,976 min über die Bestzeit freuen. Kein Glück hatte Ferrari-Star Kimi Räikkönen, der neben 2009er-Weltmeister Jenson Button, Force India-Fahrer Sergio Pérez und dem Manor-Marussia-Duo zur ersten Verlierergruppe gehörte.

Entsprechend unzufrieden erklärte Räikkönen am Boxenfunk: «Wie konnte das passieren?» Später erklärte er sichtlich unzufrieden: «Etwas war da nicht in Ordnung, ich weiss es nicht, ob es ein technisches Problem gab. Das Resultat ist, dass ich es nicht ins Q2 geschafft habe. Das ist sicher keine Hilfe für morgen, es war ein schlechter Tag.»

Und Button erklärte: «Diese Wetterbedingungen machen eigentlich Spass. Es geht ja nicht nur um das Auto, das man hat, sondern auch um das eigene Gefühl. Ich habe die Fahrt genossen, einmal war ich sogar an der Spitze der Zeitenliste. Da ich sowieso um 25 Startplätze zurückversetzt werde, ist das frühe Aus nicht so schlimm. Ich werde im Rennen noch eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe absolvieren müssen. Ich hoffe, dass es in Silverstone beim Heimrennen dann besser laufen wird.»

Daniel Ricciardo verpasst Top-Ten

Etwas geordneter ging es im zweiten Qualifying-Segment zu und her. Erst setzte sich Sainz mit 1:16,336 min an die Spitze, dann wurde er von Nasr mit 1:13,577 min verdrängt und schliesslich übernahm Ericsson mit 1:11,844 min die Spitze. Red Bull Racing-Pilot Daniel Ricciardo wurde über Boxenfunk angewiesen, seinen Teamkollegen Daniil Kvyat nicht aufzuhalten, als er eine schnelle Runde abbrach.

Der Australier, der in der zweiten Kurve einen unfreiwilligen Ausflug neben die Strecke unternahm, hatte ganz andere Sorgen: «Ich spüre irgendetwas eigenartiges auf der Bremse», funkte er verzweifelt. Der dreifache GP-Sieger war nicht der Einzige, der Probleme auf der Bremse bekundete: Auch Lotus-Pilot Romain Grosjean hatte sichtlich zu kämpfen und musste an gleicher Stelle weit ausholen.

Nach den 15 Q2-Minuten durfte sich Rosberg über die zweite Zwischen-Bestzeit freuen, Teamkollege Lewis Hamilton musste sich mit der zweiten Position begnügen. Auch der zweite Schnitt forderte prominente Opfer: Neben Fernando Alonso musste erstmals in diesem Jahr auch Ricciardo die Segel streichen. Auch Lotus-Pilot Pastor Maldonado, Ericsson und Sainz gehörten zur zweiten Verlierergruppe.

Patzer von beiden Mercedes-Piloten

Rosberg, Hamilton, Vettel, Valtteri Bottas, Nico Hülkenberg, Max Verstappen, Nasr, Felipe Massa, Grosjean und Kvyat durfte sich zur Top-10-Zeitenjagd aufmachen. Rosberg setzte sich mit 1;08,850 min an die Spitze, Hamilton reihte sich mit fast vier Zehnteln Rückstand auf Platz 2 vor Hülkenberg ein. Bottas verdrängte den Le Mans-Sieger auf Platz 4, bevor er selbst von seinem Teamkollegen Massa verdrängt wurde. Grosjean musste hingegen in der Box bleiben, weil ein Problem mit seinem Brake-by-Wire-System aufgetaucht war.

Die nächste schnelle Runde von Hamilton passte: Der Champion setzte sich mit 1:08,455 min an die Spitze vor Rosberg, der genau zwei Zehntel langsamer unterwegs war. Vettel sicherte sich den dritten Platz vor Massa, Bottas, Hülkenberg, Nasr und Kvyat, während Verstappen und Grosjean noch gar keine gezeitete Runde gedreht hatten.

Nachdem die Formel-1-Stars frische Reifen an der Box geholt hatten, stand der letzte schnelle Versuch an. Hamilton wurde von seinem Team informiert, dass die zweite fliegende Runde offenbar die schnellere sei.

Der Brite nahm sich aber selbst alle Chancen auf eine Zeitverbesserung, weil er sich in der ersten Kurve drehte. Trotzdem hatte er am Ende Glück im Unglück, denn auch Rosberg rutschte in der letzten Kurve von der Strecke. So kam es, dass Hamilton mit 1:08,488 min die Pole-Position holte, Rosberg, Vettel, Massa, Hülkenberg, Bottas, Verstappen, Kvyat, Nasr und Grosjean reihten sich auf den restlichen Plätzen ein.

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