Fernando Alonso: McLaren-Honda auch 2016 in Rücklage?

Von Rob La Salle
Formel 1
Fernando Alonso mit McLaren-Chef Ron Dennis

Fernando Alonso mit McLaren-Chef Ron Dennis

Die Branche staunt über die grossen Schwierigkeiten von McLaren-Honda. Die Frage drängt sich auf: Wie wirkt sich der enttäuschende Saisonverlauf auf das kommende WM-Jahr aus?

Fernando Alonso spielt weiter den Geduldigen. Nur ganz kurz, etwa bei seinem Wutausbruch in Kanada, erhalten wir einen Blick darauf, wie es vielleicht im zweifachen Formel-1-Champion wirklich aussieht. Da hatte der Asturier auf den Befehl zum Spritsparen geschimpft: «Wir sehen aus wie Amateure!»

Natürlich war das aus der Frustration gesprochen, aber im Grunde hat der 32fache GP-Sieger nur gesagt, was viele im Fahrerlager denken: McLaren-Honda braucht erheblich länger, um in die Gänge zu kommen, als viele erwartet hatten.

Alonso selber sagt: «Ich habe meine Entscheidung nicht bereut, von Ferrari weg zu gehen. Ich brauchte eine frische Motivation, und die habe ich bei McLaren-Honda gefunden. Wir arbeiten für die Zukunft, das ist eine Übergangsphase, im kommenden Jahr wollen wir dann richtig angreifen.»

Alonso hat nun schon mehrfach betont: «Das ist ein sehr ehrgeiziges Projekt, und Erfolg kommt in der Formel 1 eben nicht über Nacht. Ich kann die Kritik verstehen, natürlich hatten wir uns auch mehr erwartet. Aber die moderne Formel 1 ist eben kompliziert, und wenn man Probleme hat, dann gilt es die gemeinsam und in aller Gründlichkeit zu lösen.»

Der Spanier ist auch nicht der Meinung, dass ihm die Zeit davonlaufe: «Ich habe in meiner Karriere so viel Schönes erleben dürfen. Ich konnte zwei Mal Weltmeister werden, ich habe 32 Rennen gewonnen. Wieviele Fahrer können das schon von sich behaupten? Wenn ich nun etwas Geduld zeigen muss und so bald keine Trophäe dazu kommt, dann habe ich damit kein Problem. Denn ich weiss, was für ein Fundament wir hier legen.»

Aber Fakt bleibt: Nach acht Saisonläufen oder 14 Einsätzen eines McLaren-Honda (Kevin Magnussen konnte in Australien nicht ins Rennen gehen, so wie Jenson Button in Bahrain) hat der zweitälteste Formel-1-Rennstall hinter Ferrari nur einmal gepunktet – mit Button als Achter in Monaco.

Vor dem Hintergrund eines stabilen Reglements: Was die Rennställe in diesem Jahr lernen, hat direkten Einfluss auf den nächstjährigen Wagen. Oder im Umkehrschluss: Wer heute tief in Schwierigkeiten steckt, so wie McLaren-Honda, der lernt möglicherweise nicht genug, um 2016 ein konkurrenzfähigeres Auto zu bauen.

McLaren-Teamchef Eric Boullier bleibt in seiner Medienrunde vorsichtig, ist aber sehr ehrlich: «Ich könnte jetzt nicht behaupten, dass unsere Schwierigkeiten bereits Auswirkungen auf die kommende Saison haben. Aber früher oder später könnte das der Fall sein. Es mangelt uns an Runden, wir sind in den Wintertests zu wenig gefahren, wir fahren an den Rennwochenenden zu wenig.»

Es gibt noch andere Probleme: Wenn die Arbeit an der Verbesserung der Standfestigkeit intensiviert werden muss, dann bindet das Ressourcen für die Leistungssuche. Zudem macht McLaren-Honda an den Rennwochenenden eine Erfahrung, welche andere Teams während der Wintertests bereits mehrheitlich abgehakt hatten – wenn der Wagen an seine Leistungsgrenze getrieben wird, dann tauchen unter Umständen ganz neue Probleme auf. Eric Boullier sagt: «Es lässt sich zwar nicht in Zahlen fassen, aber es ist kein Geheimnis, dass wir zurück liegen.»

Honda-Rennchef Yasuhisa Arai hat im Frühling als Ziel vorgegeben, bis im Herbst Podiumränge anvisieren zu können.

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