Belgien: Gerichtsvollzieher bei Lotus, Lösung heute?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lotus: Erst Platz drei, dann der Gerichtsvollzieher

Lotus: Erst Platz drei, dann der Gerichtsvollzieher

Welch ein Tag für den Lotus-Rennstall: Zuerst erringt Romain Grosjean in Spa-Francorchamps einen dritten Platz, dann taucht im Fahrerlager der Gerichtsvollzieher auf.

Die Freude bei Lotus über den grandiosen dritten Platz des Genfers Romain Grosjean währte nicht lange: am Sonntagabend tauchte wie befürchtet der Gerichtsvollzieher auf, um den Rennstall daran zu hindern, mit den Renn-Lkw das Fahrerlager von Spa-Francorchamps zu verlassen.

SPEEDWEEK.com-Leser wissen: es geht um eine Klage des früheren Lotus-Testfahrers Charles Pic (alles dazu lesen Sie online), aber auch Gläubiger aus Belgien und Deutschland fordern von Lotus Geld und gingen daher vor Gericht.

Federico Gastaldi, der stellvertrender Teamchef von Lotus, hatte Belgien unmittelbar nach dem Rennen verlassen. Der Argentinier arbeitet mit Teambesitzer Gérard Lopez nun an einer Lösung. Im Idealfall kommt das Material noch heute frei. Dann würden die Lotus-Trucks zurück ins Werk von Enstone rollen, um die Autos dort für das kommende Rennen in Monza vorzubereiten.

Pic fordert angeblich mehr als eine dreiviertel Million Euro als Wiedergutmachung, die Höhe der Forderungen der anderen Gläubigern ist nicht bekannt.

Lotus (2009 von Renault übernommen) befindet sich in finanzieller Schräglage, weil die neuen Besitzer Genii Capital (um Lopez) mit mehr Einnahmen durch Sponsoren und aus dem Preisgeldtopf von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone kalkuliert hatten.

Was viele vergessen haben: das heutige Lotus (das mit dem früheren Rennstall gleichen Namens von Colin Chapman nichts zu tun hat) ging aus dem Toleman-Rennstall hervor, der anfangs der 80er Jahre aus der Formel 2 in die Formel 1 aufgestiegen war. Ayrton Senna debütierte 1984 mit Toleman in der Formel 1.

Ted Toleman verkaufte sein Team später an Benetton, die zuerst Sponsor des Rennstalls gewesen waren. Team-Manager wurde Flavio Briatore, unter dessen Leitung Michael Schumacher 1994 und 1995 Weltmeister wurde.

In der Saison 2000 war Renault als Werksrennstall zurück, mit Fernando Alonso gab es 2005 und 2006 zwei weitere Titel, Ende 2009 verkauften die Franzosen das Team jedoch schrittweise an Genii Capital.

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