Michael Schumacher: Anspruch auf Privatsphäre

Von Mathias Brunner
Formel 1
Michael Schumacher

Michael Schumacher

​Morgen 29. Dezember jährt sich der verhängnisvolle Skiunfall von Michael Schumacher. Vor zwei Jahren erlitt der siebenfache Formel-1-Champion schwere Kopfverletzungen. Die Fans bangen weiter.

Vor knapp einer Woche hat eine Geschichte der Zeitschrift «Bunte» über Michael Schumacher weit über die Grenzen von Deutschland hinaus Schlagzeilen gemacht. Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach seinem schweren Skiunfall zeigt das: Die Fans nehmen noch immer enorme Anteilnahme am Schicksal des früheren Ferrari- und Mercedes-Stars. Bei den am meisten gegoogelten Personen in Deutschland belegt 2015 Schumacher hinter der Schlagersängerin Helene Fischer Platz 2.

Die Familie von Michael Schumacher und Managerin Sabine Kehm schützen die Privatsphäre des Rennidols mit aller Macht. Immer wieder sind Mutmassungen darüber feilgeboten worden, wie es Michael Schumacher wirklich geht. Managerin Sabine Kehm sprach wiederholt von kleinen Fortschritten, «aber immer gemessen an der Schwere der Verletzungen».

Spekulationen wie jene in der Bunten werden entschieden bekämpft: Nach der Veröffentlichung der Story liess Familienanwalt Felix Damm wissen, man werde rechtlich gegen die Burda-Gruppe vorgehen und gegen alle weiteren Zeitungen und Zeitschriften, welche die Behauptungen über Schumacher wiederholten.

Sabine Kehm sagte dazu: «Leider werden wir durch einen aktuellen Pressebericht zu der Klarstellung gezwungen, dass die Behauptung, Michael könne wieder gehen, nicht den Tatsachen entspricht.»

Solche Spekulationen, so sagte die Managerin weiter, seien unverantwortlich, denn angesichts der Schwere seiner Verletzungen sei der Schutz der Privatsphäre für Schumacher sehr wichtig. «Leider führten solche Gerüchte dazu, dass viele Menschen, die ehrlich Anteil nehmen, sich falsche Hoffnungen machen.»

Michael Schumachers Anwalt Felix Damm meint heute gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: «Der Unfall selbst war natürlich ein zeitgeschichtliches Ereignis, darüber durfte berichtet werden. Aber in dem Moment, wo die Phase der Genesung beginnt und die Öffentlichkeit auch räumlich schon ausgeschlossen wird – es spielte sich ja im Krankenhaus oder jetzt in den eigenen vier Wänden ab – da besteht kein Anspruch mehr.»

Natürlich ist Damm klar, dass viele Menschen gerne wissen würden, wie es um Michael Schumacher steht. «Ich kann verstehen, dass es Leute gibt, die sich dafür interessieren, die ein ernsthaftes Interesse daran haben zu wissen, wie es ihm geht», sagt er in einer Dokumentation des Bayrischen Rundfunks über Schumacher. «Auf der anderen Seite muss man aber auch verstehen und sehen, dass er einen Anspruch darauf hat, in seiner Privatsphäre zu leben.»

Damm sagt der dpa auch, «dass es eben leider nicht die Möglichkeit gibt, durch eine wie auch immer geartete Erklärung mal einen Schlussstrich zu ziehen».

Die Ereignisse vom 29. Dezember 2013 haben das Leben des siebenfachen Weltmeisters und seiner Familie komplett auf den Kopf gestellt. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister musste nach seinem Sturz im Skigebiet von Méribel mehrfach operiert werden und schwebte in Lebensgefahr. Seit September 2014 befindet der Rennfahrer zuhause in der Westschweiz.

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