Nico Rosberg: «Niki Lauda hat eine versöhnliche Ader»

Von Andreas Reiners
Formel 1
Nico Rosberg

Nico Rosberg

In der Vergangenheit bekam man oft den Eindruck, Lewis Hamilton sei so etwas wie Niki Laudas Lieblingspilot. Kritisiert wurde häufiger Nico Rosberg. Der Deutsche bestreitet das.

Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda hatte Verschwörungstheorien, er würde Weltmeister Lewis Hamilton bevorzugen, stets als «Schmarrn» abgetan. Zuletzt hatte er in der Sendung «Sport und Talk aus dem Hangar 7» das Verhältnis zu seinen beiden Fahrern näher beschrieben.

«Ich komme in meiner Position mit beiden gleich gut aus», stellte Lauda klar: «Ich habe zu Nico das gleiche Verhältnis wie zu Lewis». Aber: «Mit Lewis rede ich öfter über private Dinge. Über Dinge, die ihn beschäftigen», sagte Lauda. Was umgekehrt nun aber nicht heißt, dass Rosberg dass nicht auch tun könne.

Der Deutsche sieht das sowieso anders als besagte Verschwörungstheoretiker. Für den 30-Jährigen sind das «zwei Paar Schuhe», wie er im Interview mit der TZ erklärte. Also zum einen der Lauda, der im TV als Experte von RTL schon mal gerne losledert und dabei vor allem Rosberg nicht verschont. Und zum anderen der Lauda, wie er hinter verschlossenen Türen auftritt.

Denn da sei er anders als vor laufenden Kameras, verriet Rosberg: «Entscheidend für mich ist, was intern passiert. Dort führen Toto Wolff und Paddy Lowe die Geschäfte».

Lauda falle eine unterstützende Rolle zu, die er sehr schätze. «Als ehemaliger Rennfahrer versteht er viele Dinge. Und er hat so eine versöhnliche Ader in sich. Er versucht in schwierigen Situationen Menschen wieder zusammenzubringen. Oft hat er Erfolg damit.»

Im Fall von Rosberg und Hamilton ist das allerdings schwierig. Die einstigen Jugendfreunde haben sich auseinander gelebt und sind nun vor allem Konkurrenten auf der Strecke, in einem Team. Und Spitzen des Briten kann Rosberg inzwischen nicht mehr hören. Vor allem die, was die Kindheiten der beiden angeht. Hier das Arbeiterkind Hamilton, dort der wohl behütet aufgewachsene Rosberg.

«Das ist ja echt zu seinem Lieblings¬argument geworden. Er erwähnt meine Herkunft alle paar Monate. Die beste Antwort auf solch ein Statement gebe ich aber auf der Rennstrecke. Und da habe ich einen riesen Hunger aufs Gewinnen», sagte Rosberg.

Und obwohl er 2015 zum zweiten Mal im direkten Duell gegen seinen Stattgefährten den Titel verlor, fühlt er sich nach seinen drei Siegen in Serie zum Saisonende als Gewinner. «Ich wollte Weltmeister werden und bin nur Zweiter geworden. Mein Anspruch war ein anderer. Aber zum Glück ist der Sport sehr schnelllebig, daher fühle ich mich gerade als Gewinner. Ich habe die WM schon längst, seit den USA, verdaut.»

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